Space-Center Bremen

Was ist das überhaupt? Einige von euch werden sicher schon etwas darüber gelesen, oder gesehen haben, aber für die Unwissenden möchte ich schnell erklären, worum es hier überhaupt geht.
Das Space-Center Bremen ist einer der größten Indoor-Erlebnisparks Europas und bietet verschiedene Attraktionen, die alle mehr oder weniger etwas mit Raumfahrt zutun haben. Zu diesen Attraktionen zählt auch die erste permanente Star Trek-Show Europas.

Mitte Juli diesen Jahres ergab sich nun endlich die Gelegenheit, diesen Park einmal zu besuchen - und ja, es hat sich gelohnt. Aber fangen wir am besten ganz vorne an.

Als sich am Dienstag, dem 13. Juli 04 um 10 Uhr die Pforten zu dieser neuen Welt öffneten, standen meine Begleiter und ich bereits in den Startlöchern - und nicht wie einige andere in der Schlange zur Kasse, denn unsere Eintrittskarten hatten wir bereits am Tag zuvor erstanden.
Nun tauchten wir in ein Meer der Möglichkeiten ein - welche Attraktion sollten wir zuerst kennenlernen?
Wir entschieden uns für

STARGATE: SG-3000

Nun, was erwartete uns hier?
SG-3000 ist im Grunde eine Art Flugsimulator. Die Passagiere müssen Satra, der Tochter von Apophis, den "Gate-Schlüssel" abjagen, der den Zugang zu allen Stargates erlaubt.

Die Einführung in die Mission wurde von einer computergenerierten Version von General Hammond durchgeführt. Nur leider war es nicht seine original Synchronstimme, die uns über alles aufklärte. An sich nicht so tragisch, da man nicht erwarten kann, dass eine derartige Kontinuität immer vorherrscht, aber man hätte wenigstens darauf achten können, dass die Namen von einzelnen Personen oder Rassen richtig ausgesprochen werden ... aber so mutierten die Asgard zu den "Äsgoord".

Ohne jetzt zuviel verraten zu wollen: Selbstverständlich haben wir über Satra triumphiert und sind anschließend - wenn auch mit einer Bruchlandung - wieder im SGC gelandet.
Damit war unser Ausflug auch schon vorbei und wir betraten erneut den Boden des Space-Centers.
Was bleibt mir zu diesem Erlebnis zu sagen? Der Flug durch das Tor und die Verfolgungsjagdt war nicht schlecht gemacht - auch wenn die 3D-Animationen auf der Leinwand gerade bei schnelleren Bewegungen doch ziemlich unscharf waren.

Damit hatten wir die Feuertaufe überstanden und setzten nun unsere Entdeckungsreise fort.
Als nächstes betraten wir die Welt von

STAR TREK: BORG ENCOUNTER

Gleich am Eingang wurden uns übergroße Plastikbrillen in die Hand gedrückt, deren Zweck wir zum damaligen Zeitpunkt noch nicht ergründen konnten.
Nach ein paar Schritten befanden wir uns nun auf der Kopernikus-Station - eine Forschungseinrichtung der Sternenflotte. Auf einem Monitor erschien ein Offizier und erklärte uns den Zweck unseres Aufenthaltes: Anscheinend besaßen alle Anwesenden eine seltene Basenpaarsequenz in der DNS, die es erlaubt, eine Vielzahl außerirdischer Krankheiten und sogar Borg-Nanosonden abzuwehren.
Klingt wahnsinnig toll - doch leider wurde unsere Begeisterung getrübt, als sich ein nicht identifiziertes Schiff der Station näherte. Zur Sicherheit wurden wir von einem Sternenflottenoffizier (diesmal aus Fleisch und Blut) in das Zentrum der Station geführt. Dort angekommen erschien der Doktor (und nicht irgendein Doktor, sondern DER Doktor) auf einem Monitor. Er begann gerade damit, seine geniale Forschungsarbeit zu loben, als die Sensoren das Schiff, dass sich der Station näherte, identifizieren konnten - es waren BORG!

Während der Kampf tobte, wurden wir in das Rettungsschiff "Olympia" gebracht. Doch kurz nach dem Start erfasste uns ein Traktorstrahl der Borg und brachte uns ins Innere des Kubus.
Jetzt zahlten sich die Brillen aus, die wir zu Beginn erhalten hatten. Auf der großen Leinwand wurde ein 3D-Film abgefahren und die Brillen erlaubten uns den Blick in die dritte Dimension. Wahnsinn! Das sah wirklich fantastisch aus. Doch auch andere Sinne wurden manipuliert. So wurde, während uns die Borgqueen höchstpersönlich (gespielt von Alice Krige; ST VIII) zu assimilieren versuchte, Wasser aus einer Sprinkleranlage an der Decke gesprüht, um die Nanosonden zu simulieren. Außerdem wehte ein kalter Luftzug durch die "Olympia", als ein Loch in die Hülle geschossen wurde und die Dekompression einsetzte.
Die Schauspieler, die unser Schiff steuerten, trugen ihr Übriges dazu bei, dass die Situation so realistisch wie möglich wirkte.

Selbstverständlich konnten wir gerettet werden - doch wie das geschah, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Doch damit war unser Ausflug noch nicht beendet. Als nächstes ging es zum Galaxy Express.
Das ist eine Achterbahn, die sich quer durch das ganze Center erstreckt. Der Fahrgast bekommt einen Helm übergestülpt, auf dem ein Flug durch unser Sonnensystem simuliert wird - in Verbindung mit den Bewegungen dieser Achterbahn ein außergewöhnliches Erlebnis - ganz besonders der Sturzflug in Richtung Marsoberfläche. Leider hat die Fahrt nur ca. 40 Sekunden gedauert, aber letztendlich kann man ja auch so oft fahren, wie man will - in meinem Fall bedeutet das 6 mal.
Selbstvertsändlich haben wir auch alle anderen Attraktionen, wie z.B. Planet Quest ausprobiert. Das war allerdings nicht sonderlich spektakulär. Man erhält die bereits bekannten 3D-Brillen und fährt dann in einer kleinen Gondel einmal im Kreis.

Dabei soll der Eindruck erweckt werden, man trifft auf außerirdische Lebensformen, die in Wirklichkeit auf eine Landwand projiziert wurden. Nichts gegen die 3D-Effekte, aber im Vergleich zu Highlights wie Borg Encounter wirklich nichts Besonderes.

Was ich auf jedenfall wärmstens empfehlen kann, ist der IMAX-Film über die ISS. Was für ein Erlebnis!!
Wieder mit den Brillen bewaffnet, setzten wir uns vor eine 500 m² große Leinwand. Kurz darauf begann Tom Cruise (bzw. seine dt. Synchronstimme) uns etwas über die Weltraumforschung des 21. Jh. und die ISS im Speziellen zu erzählen. WOW! Ich hatte vorher noch nie einen IMAX-Film gesehen und war von der Realitätsnähe der Bilder wirklich sehr beeindruckt. Man hatte wirklich teilweise das Gefühl zu schweben.
Absolutes Highlight im Film ist der Anfang. Man sieht eine russische Proton-Rakete auf ihrem Startplatz stehen. Ein leichtes Lüftchen weht und einige Blätter gleiten durch das Bild. Gerade noch hatte der Sprecher gesagt, dass man nicht in der Nähe sein möchte, wenn diese Lunte gezündet wird. Plötzlich gibt es einen gewaltigen Knall und die Rakete hebt ab - und zerlegt dabei das Objektiv der Kamera.

So gegen Mittag stand dann der Besuch des centereigenen Bistros an ... wie nicht anders zu erwarten waren die Preise astronomisch. Ein Stück Pizza z.B. ist dort 3,50 wert. Solltet ihr euch irgendwann mal ins Space-Center verirren, nehmt ausreichend Feldrationen mit. :)

Hat man dann alles geschafft, geht's in Richtung Ausgang. Auf dem Weg zum obligatorischen Souvenier-Shop, begegneten wir einem Mann im Raumanzug, der ein wenig durch die Gegend schwebte. Auf dem Flyer für das Space-Center konnte man auch immer wieder einen Borg sehen, der in dieser Einrichtung sein Unwesen trieb - doch von dem war weit und breit nichts zu sehen. Also bin ich eben noch schnell mal zum "Borg-Encounter" gegangen und fragte das (übrigens sehr sehr nette) Personal nach der fraglichen kybernietischen Lebensform. Und nun kam mein Lieblingszitat des Tages:

"Wenn der Astronaut grade draussen ist, hat der Borg Pause." ;D

Tja, so war es mir leider nicht mehr möglich, mein Treffen mit diesem Wesen fotografisch zu dokumentieren - also ging's weiter in Richtung Souvenier-Shop.
Und hier kann man wieder zum Kind werden. Hier gibt es wirklich alles - besonders in Sachen Star Trek! Poster, Modellbausätze, Uniformen, etc. Mein Favorit im Trek-Bereich waren ja die signierten Reproduktionen von Gemälden für nicht weniger als 500 .
Auch für den Stargate-Fan gab es einiges, darunter ein A4-Foto von Amanda Tapping (Maj. Carter) - selbstverständlich signiert. Entsprechend war auch der Preis: 139 .
Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal beim Personal des Shops bedanken! Warum? Nun, sie haben extra für mich die Vitriene mit einer original Stargate-Requisite geöffnet, damit ich diese ohne das störende Glas fotografieren konnte. DANKE!!

Ich könnte jetzt noch ewig weiter schreiben - aber alleine alle Details über den Souvenier-Shop würden den Rahmen sprengen. Selbstverständlich haben wir noch mehr erlebt, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr euch das nicht alles durchlesen wollt - schaut euch unten einfach die Fotos an.
Mein Tip: Verbringt einmal einen Tag im Space-Center Bremen; es lohnt sich.

Auch wenn es nicht den Anschein hat, nein, ich wurde nicht von irgendjemandem bezahlt, derart positive Dinge zu schreiben - es war wirklich großartig.
Wie oben schon einmal gesagt, danke ich nochmal den Leuten aus dem Souvenier-Shop und auch der netten Dame an der Kasse, mit der man sich stundenlag über Sci-Fi hätte unterhalten können.

Fotos

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(c) 19.7.2004 Alex Bernhardt