(T)Raumschiff Surprise - Periode 1

Wie euch sicher schon aufgefallen ist, gelingt es Michael "Bully" Herbig nun schon das zweite Mal den erfolgreichsten deutschen Film in die Kinos zu bringen und das bei nur 2 Versuchen - Respekt! Im Nachfolgenden werde ich euch kundtun, ob dieser Hype meiner Wenigkeit nach gerechtfertigt ist.

Die Grundzüge der Handlung sind sicher jedem aus TV-Spots, Kino-Trailern, oder Zeitungen bekannt. Im Jahre 2304 machen sich die Nachkommen der ersten Marssiedler auf den Weg zurück zur Erde - um sie zu unterjochen. Nur eine Zeitreise kann das drohende Unheil abwenden. Ein Fall für die Crew des Traumschiffs Surprise - die gerade am Arsch der Welt angekommen ist.

Die 92 folgenden Minuten stecken voller Anspielungen auf die Creme de la Creme des SciFi-Universums; angefangen von Enterprise bis hin zu Minority Report, aber es werden auch Filme wie "A Knight's Tale - Ritter aus Leidenschaft" oder "Eine Nacht bei Mc Cool's" verballhornt. Der Film ist dabei wie eine Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen.

Sobald die Crew des Traumschiffes um Käpt`n Kork auf den Plan tritt, zeigt der Film seine Stärken z.B. beim Beamen, oder beim Schwerelosigkeitstest der Vulkanette Mr.Spuck. Die Kostüme und das ganze Set sind dabei absolut passend, sodass hier fast jeder Trekkie auf seine Kosten kommt. Unnachahmlich ist dabei die Körpersprache, mit der alle Schwulen-Klischees liebevoll aufs Korn genommen werden. Das ist Slapstick pur - nicht jeder kann darüber lachen (aber dann sollte man um Bully's Werke generell einen Bogen machen).

Die Wahl der Nebendarsteller ist auch wieder günstig gelungen. Nachwuchs-Han Solo Til Schweiger alias Taxifahrer "Rock" demonstriert, dass er durchaus ein großes komödiantisches Talent besitzt, was dem Film gut tut. Dazu kommen die "Schuh des Manitu"-Veteranen um Sky du Mont und Christoph Maria Herbst, der im Film als Berater des mittelalterlichen Herrschers (2. Rolle von Sky Du Mont) zu Hochform aufläuft.

Später im Film landet die Crew noch in der Zeit des Wilden Westens in Wyoming und trifft dort auf einen bösen Börsenmakler und seine Schergen. Hier wird schamlos auf den Erfolg von Bully's Erstwerk vertraut, was meiner Meinung nach völlig daneben geht. Mehr als das ein oder andere "aha" gibt es für diese Szenen nicht. Hier scheinen dem Drehbuchautor die Ideen ausgegangen zu sein - sehr unkreativ und unwitzig.

Der letzte Kritikpunkt ist der Oberbösewicht Jens Maul und sein "Papi". Der sächsische Akzent kommt dabei stellenweise recht putzig rüber, ist aber leider schon zu oft veralbert worden und gerade für "Betroffene" abgedroschen. Ein großes GÄHN von meiner Seite aus.

Das war's an Kritikpunkten über die drei "warmen" Brüder. Ich denke es war schon vorher klar, das Film nicht an den "Schuh des Manitu" heranreicht, der einfach in allen Bereichen besser und vor allem witziger ist.
Es gibt einfach mehr Stellen zum totlachen, die ich bei "(T)Raumschiff" leider komplett vermisst habe. Nichtsdestotrotz sollte man ins Kino gehen, grade als Trekkie und erst recht als Fan von "Mel Brook's Spaceballs" oder "Galaxy Quest".
Nebenbei sollte man gerade die arg gebeutelte deutsche Filmindustrie unterstützen. Klar ist aber auch, dass alle "Bully"-Fans den aktuellen Streifen lieben werden, wie Sechsjährige ihre Zuckertüte.

In diesem Sinne:
Live long in Prosper!

(c) 20.9.2004 Tim Schmied