Persönlichkeiten

Originaltitel: The Forsaken
 
Staffel: 1
 
Note: 2
 
Kritik von: Max Berger
 
 
 
 
 

Inhalt:
An Bord der Station befinden sich vier Botschafter der Föderation und gerade die Betreuung dieser vier Personen wird dem Offizier im ersten Jahr Lt. Bashir auferlegt.
Er tappt von einer Ausrede in die andere, nur um die Botschafter in irgendeiner Weise zufrieden stellen zu können. Er erfindet Ausreden über Siskos fernbleiben und macht sogar den Vorschlag in die Holosuite vom Quarks zu gehen. Im selben Moment hallt ein Aufschrei durch die Bar, die Haarbrosche der Botschafterin Troi wurde gestohlen. Sie selbst kann keine Schuld im Raum spüren, da sie die Gedanken der Ferengi nicht lesen kann. Jedoch entdeckt der hinzugekommene Odo einen fernen Verwandten der Ferengi und kann somit der Botschafterin ihre vermisste Haarbrosche zurückgeben. Lwxana Troi ist begeistert vom Sicherheitschef der Station. Da die Botschafter darauf bestehen die Ops zu sehen, besuchen sie in Begleitung von Bashir diese. In diesem Moment kommt eine unbekannte Sonde durch das Wurmloch. Um nähere Erforschung zu ermöglichen, wird sie vor die Station gezogen. Mit Bekanntgabe eines Briefings gelingt es Sisko die Botschafter wieder von der Brücke herunterzulotsen.

O'Brien hat als Chefingenieur derweil andere Probleme. "Sein" Computer arbeitet nicht so wie er soll. Er würde lieber die gesamte ineffiziente cardassianische Technik durch Modelle der Föderation ersetzten, doch leider ist dies ein Ding der Unmöglichkeit.
Immerhin gelingt es ihm einen kleinen Erfolg in der Verbesserung der Systeme zu erzielen. Selbst der Ingenieur ist überrascht von der Schnelligkeit der Analyse von der fremden Sonde, die leider keine schlüssigen Informationen liefert. Jedoch macht er eine beunruhigende Entdeckung: Die "Persönlichkeit" des Computers hat sich verändert.
Immer wenn sich der Chefingenieur vom Computer entfernt, passieren immer Dinge, die ihn zu ihm zurückkehren lassen. Sisko meint, dass sich der Computer fast wie ein Kind verhält. Nach der Theorie von Dax sind die Daten in den Computer der Station durch die Sonde integriert worden und das "Kind" bezieht seine Energie aus den jeweils aktiven Teilen des Computers und legt somit ganze Bereiche von Deep Space Nine lahm.

Mitten während des Durchsehens der täglichen Verbrechensberichte kommt die Botschafterin Troi zu Odo ins Sicherheitsbüro auf dem Promenadendeck. Verwirrt von ihrem verlorenen Herzen und von ihren Annäherungsversuchen flüchtet der Formwandler schnellst möglich auf die Ops. In einem Gespräch mit Sisko fordert Odo ihn auf irgendwelche Schritte gegen die Botschafterin zu unternehmen, doch Sisko lehnt etwas belustigt ab und rät ihm, mit viel Taktgefühl vorzugehen - doch bekanntlich beseitzt Odo davon nicht viel. Auf dem Weg zu seinem Büro begegnet ihm wieder Lwxana Troi. Da er dummerweise den Turbolift verpasst, steht ihm nun keine Fluchtmöglichkeit mehr offen.
Verzweifelt um Ausreden suchend, folgt die Botschafterin ihm in den nächsten Turbolift zu den oberen Pylonen. Während der Erklärung der Unterschiede zwischen Formwandlern und "Solids" bleibt der Lift stecken. Die Energie ist ausgefallen und die Transporter funktionieren nicht mehr. Odo sieht sich ganz allein mit der Botschafterin im Lift.

Da O'Brien nicht sagen kann, wann er den Fehler beheben kann, stellt sich Odo auf eine lange Wartzeit ein. Unter dem andauernden Gerede Trois schmiedet der Sicherheitschef schon Fluchtpläne, obwohl es einen ungeschützten Stromkreis gibt, der den Formwandler töten könnte. Entnervt muss Odo sich dem "Geplappere" ergeben. Sisko und Kira machen sich unterdessen Sorgen um Odos Regenerationszyklus und tatsächlich geht es Odo zunehmend schlechter, sodass er kaum noch seine Form halten kann. Da noch niemand ihn in dieser Verfassung gesehen hat, dreht sich Odo weg, um vor der Botschafterin nicht sein Gesicht zu verlieren (Wortspiel).
Erst als die Botschafterin ihm ihre Perücke zeigt, ist Odo beeindruckt, dass auch normale Humanoide sich manchmal verändern müssen, um nicht gewöhnlich zu sein. Kurz darauf zerfließt Odo und wird von Lwxana in ihrem Kleid "aufgefangen.".

In einem Versuch die Dateien wieder zurück auf den Computer der Sonde zu übertragen, fallen plötzlich viele Bereiche der Station aus.
Just in diesem Moment sieht sich Bashier freudiger Weise gezwungen die Botschafter zu ihren Quartieren zu begleiten. In einem Versuch die Daten manuell zu übertragen, wird eine absichtliche Überlastung des Computers herbeigeführt, dabei entsteht eine Plasmawelle, die im Habitatring ein großes Feuer entstehen lässt. Die automatische Feuerbekämpfung funktioniert nicht und Bashir ist mit den drei Botschaftern im Rauch eingeschlossen. Nur durch Bashirs schnelles Eingreifen kommt keiner der Botschafter zu schaden.
Durch die Übertragung des "Kindes" auf ein Unterprogramm kann die Station reaktiviert werden und somit auch die Feuerbekämpfung reinitialisiert werden. Vollkommen erschöpft aber überlebend können Julian und die Botschafter geborgen werden und der Doktor erhält Dank von den sonst so unzufriedenen Besuchern. Auch Odo ist durch die Sensibilität und Diskretion von Botschafterin Troi beeindruckt und sie macht schon mehrdeutige Anspielungen auf das nächste Treffen.
 
Kritik:
In dieser Folge wird eine weitere Person der "TNG" übernommen: Lwxana Troi. Durch diese, vielen Fans bereits bekannte, Persönlichkeit bekommt diese Episode einen Schub von bisherigen Star Trek-Flair.

Durch die Verbindung und durch die komischen Dialoge mit Odo, gewinnt, neben dem Constable, auch die Botschafterin eine tiefere Persönlichkeitsstruktur. Ebenfalls sehr lobenswert sind die Themen und Motive jener Dialoge, die das Herz eines jeden Fans höher schlagen lassen. Auch leicht philosophische Anspielungen werden gekonnt durch die Begleitumstände in Szene gesetzt und verleihen somit, neben dem Realismus, auch einen gewissen Touch von Intimität.

Die Nebengeschichte ist dabei gar nicht so wichtig, obwohl es natürlich unglaublich komisch erscheint, dass gerade Bashir als junger Offizier die Botschafter betreuen muss. Selbst der "Sadismus" von Sisko, gerade ihm diese Aufgabe zu übertrage,n ist gelungen und auch das Schmunzeln des Zuschauers bleibt nicht aus. Die Lösung ist natürlich dann auch eine sehr gekonnte und überraschende Wendung. Ein wirkliches Lob an die Autoren, die diese Folge dadurch sehr locker gestalten haben.
Rundum eine fast sehr gute Episode, die eine weitere "Nebenpersönlichkeit" einführt und sicherlich lohnenswert ist angesehen zu werden. Ganz nebenbei tritt noch die bajoranische Ingenieurin Anara auf, die in den kommenden Ereignissen noch eine Rolle spielen wird.

Spannung: /5 | Erotik: /5 | Anspruch: /5 | Humor: /5 | Inhalt: /5