Geistergeschichten

Originaltitel: Strange new World
 
Staffel: 1
 
Note: 1
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise hat einen Klasse-M Planeten angeflogen und will ihn untersuchen. T'Pol schlägt vor, man solle nach vulkanischer Art vorgehen und erstmal ein paar Sonden auf die Oberfläche schicken. Archer ist von der Schönheit des Planeten jedoch so angetan, dass er einen Landetrupp zusammenstellt und dann mit einer Fähre hinfliegt.
Nachdem sie einen Tag auf dem Planeten verbracht haben, schlägt T'Pol vor, die ansässige Flora und Fauna weiter zu beobachten und die Nacht auf dem Planeten zu verbringen. Während Archer wieder zur Enterprise zurückkehrt, verbleiben T'Pol, Tucker, Mayweather, Novakovich und Cutler auf der Oberfläche und bauen ihr Zeltlager auf.
Am gemütlichen Lagerfeuer erzählt Mayweather eine Geistergeschichte und Tucker ist ganz angetan von dem wunderbaren Sternenhimmel. In der Gewissheit, einen schönen Tag verbracht zu haben, begeben sich alle in ihre Zelte - doch Ruhe will nicht so recht aufkommen. Ein schwerer Sturm ist aufgezogen und skorpionähnliche Insekten kriechen in den Schlafsäcken herum. T'Pol schlägt vor, dass Lager in eine nahe gelegene Höhle zu verlegen.

Dort angekommen fangen plötzlich alle an zu halluzinieren. Tucker glaubt letztendlich an eine Verschwörung der Vulkanier und der Wesen, die auf diesem Planeten angeblich im Felsen leben sollen. Kurzerhand nimmt er T'Pol als Geisel und droht sie zu erschießen. Phlox hat inzwischen herausgefunden, dass der Sturm wahrscheinlich einen Stoff hertransportiert hat, der Illusionen auslösen kann.
Archer versucht per Fähre das Außenteam zu retten, jedoch macht der Sturm dem einen Strich durch die Rechnung.
Inzwischen eskaliert die Situation auf dem Planeten. Tucker verliert immer mehr die Nerven und auch T'Pol gerät immer mehr unter die Wirkung des Halluzinogens. Durch einen Trick gelingt es schließlich Tucker und die Anderen zu impfen. Als sie am nächsten Morgen erwachen ist der Spuck vorbei. Auch Trip wird klar, dass es weder die Verschwörung, noch die Felsenwesen gab.
 
Kritik:
Das ist Sci-Fi wie ich sie mir wünsche. Hier stimmt einfach alles. Als die Enterprise das erste Mal den Planeten anfliegt, eilt jeder schnell zu einem Fenster um den Anblick zu bewundern und beginnt die wildesten Theorien aufzustellen, ob es dort unten Leben geben könnte. Hier wird der Pioniergeist deutlich, mit dem man auf Entdeckungstour geht. Jeder Planet verspricht ein neues Abenteuer. In keiner Serie zuvor wurde dies so gezeigt. Ich habe mich auch sehr darüber gefreut, dass die Außenaufnahmen in der freien Natur und nicht in einem Studio stattfanden. Der strahlend blaue Himmel und die im Wind schwankenden Bäume sind einfach ein Augenschmaus.

Die Story ist sehr gut erzählt und paart sich mit einer exzellenten schauspielerischen Leistung der Akteure. Der sich aufschaukelnde Konflikt zwischen T'Pol und Trip wird glaubwürdig umgesetzt und zeigt ein weiteres Mal, dass Menschen den Vulkaniern nicht immer ganz vertrauen - auch, wenn dieser Effekt in diesem speziellen Fall eher dem Halluzinogen zu verdanken ist.
Das die Vulkanier selbst auch Opfer ihrer Emotionen werden können, wird, wenn auch sehr subtil beschrieben, als T'Pol Trip zu verstehen gibt, dass alles was sie sieht, ein verstörter Ingenieur sei. In diesem Augenblick wird dem Zuschauer auf dramatische Weise bewusst, dass auch die sonst so kühlen Vulkanier vor einigen Dingen nicht gefeit sind. Nicht zuletzt ist es die Spannung, die durch Tuckers Fantasien aufgebaut wird und die Luft elektrisiert. Man kann den Phaser, der auf T'Pol gerichtet ist, förmlich spüren. Hut ab - das ist Enterprise, wie es sein muss!

Spannung: 5/5 | Erotik: 1/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 2/5 | Inhalt: 4/5