In guter Hoffung

Originaltitel: Unexpected
 
Staffel: 1
 
Note: 2-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise leidet an diversen Systemausfällen, die nicht zu erklären sind. Aller fünf Minuten ist etwas anderes kaputt. Die Crew entdeckt nach einiger Zeit, dass ein kleines getarntes Schiff im "Windschatten" der Enterprise mitfliegt.
Archer ruft die Fremden und bringt in Erfahrung, dass deren Warpantrieb ausgefallen ist und sie nun das Warpfeld der Enterprise nutzen um schneller Richtung Heimat fliegen zu können. Trip bietet sich an auf das fremde Schiff zu gehen und bei den Reparaturen zu helfen. Die Freude auf diese Außenmission wird ein wenig getrübt als er erfährt, dass er drei Stunden in einer speziellen Kammer sitzen muss, um sich den Umweltbedingungen der Fremden anzupassen. Nachdem diese drei Stunden vorbei sind, die ihm wie Tage vorkamen, trifft Tucker das erste Mal auf die Fremden, die sich Xyrillianer nennen. Sie bieten ihm etwas zu essen an, doch besteht er darauf, sich sofort den Antrieb anzusehen.

Nach wenigen Minuten zeigt sich aber, dass Trip sich noch nicht so ganz auf die Umweltbedingungen eingestellt hat. Er hat Probleme sich zu konzentrieren und ihm wird ständig schwindlig. Letztendlich kann ihn Archer per Funk doch noch überreden eine Pause zu machen.
Nachdem sich Tucker ein wenig ausgeruht hat, kann er endlich damit beginnen einen genaueren Blick auf den Antrieb zu werfen. Nachdem er ihn nach bestem Wissen und Gewissen repariert hat, zeigt ihm die Ingenieurin einen Raum, der am besten mit den späteres Holodecks zu vergleichen ist. Auf einem holographischen Boot zeigt sie ihm ein Spiel, bei dem man die Gedanken des Anderen lesen kann. Wenig später stellt sich heraus, dass Tuckers Reparatur erfolgreich war. Er kehrt auf die Enterprise zurück und die Xyrillianer fliegen davon.

Plötzlich entwickelt Trip einen starken Appetit und während er isst, entdeckt er ein seltsames Gebilde an seinem Handgelenk. Reed rät Tucker dazu, Dr. Phlox einen Blick darauf werfen zu lassen.
Gesagt, getan. Auf der Krankenstation wird Trip untersucht und kurze Zeit später stellt sich heraus, dass das Gebilde an seinem Handgelenk eine weitere Brustwarze ist. Nun hat Phlox Gelegenheit Tucker zu gratulieren - denn der ist schwanger. Schnell ist klar, dass es nur eine Gelegenheit gab, bei der das genetische Material hätte transferiert werden können - das "Spiel" bei dem man die Gedanken liest. Während die Crew der Enterprise versucht das Schiff der Fremden zu finden, um den Embryo entfernen zu können, entwickelt Tucker erste Muttergefühle. Seine Sorge um die Sicherheit des Kindes geht sogar soweit, dass er es sich über die Sicherheit an Bord beschwert, denn die Umgebung ist "lebensgefährlich".

Nach einer Woche zähen Suchens, konnte das Schiff endlich lokalisiert werden. Sie fliegen wieder getarnt im "Windschatten" eines Schiffes, da ihr Antrieb wieder ausgefallen ist. Das wäre an sich kein Problem, doch ist das Schiff, in dessen Schatten sie sich aufhalten, ein klingonisches Schlachtschiff.
Archer ruft die Klingonen, doch die greifen die Enterprise erstmal an. Nachdem sie doch auf Rufe reagieren, erklärt er ihnen die Situation. Die Klingonen machen das Schiff der Xyrillianer sichtbar und halten es mit einem Traktorstrahl fest. Bevor die Klingonen jedoch die Möglichkeit haben, die Crew zu töten, möchte Archer den klingonischen Captain dazu überreden, keine Gewalt anzuwenden, weil man unbedingt mit den Xyrillianern reden müsse. Als Trip den Klingonen gezeigt haben, warum es so dringend ist und diese vor Lachen fast vom Stuhl gefallen wären, berichtet er von dem "Holodeck" und hofft, die Klingonen würden die Crew am Leben lassen, wenn sie diese Technologie erhalten würden.
Die Klingonen gehen auf das Geschäft ein und der Embryo kann von Trip zu einer anderen "Mutter" transferiert werden.

Nachdem alles gut ausgegangen ist, möchte sich Archer von den Klingonen verabschieden und hofft, dass es beim nächsten Zusammentreffen etwas friedlicher zugeht, doch der klingonische Captain entgegnet nur, dass Archer hoffen sollte, dass es kein nächstes Mal gäbe.
 
Kritik:
"In guter Hoffnung" ist eine Episode, sie sich vor allem mit dem Erstkontakt zu neuen Spezies auseinandersetzt.
Sehr ansprechend ist hier besonders das Design des Inneres des Schiffes der Xyrillianer. Während wir bisher nur fremde Schiffe sahen, die zwar durch andere Farb- und Formgebungen der Eindruck erweckten, außerirdsch zu sein, haben sie die Produzenten hier was ganz Neues einfallen lassen. Gras auf dem Fußboden, Nahrung, die an den Schiffswänden wächst und Wesen, die einem Aal ähneln und in riesigen Tanks umher schwimmen. Etwas derartiges hat es bisher noch nicht gegeben und ist deshalb sehr innovativ.

Der Fakt, dass ein Mann schwanger wird ist sicherlich sehr interessant, doch nur unzureichend beleuchtet worden. Ich hätte gerne noch mehr von Tuckers Muttergefühlen gesehen, die sich anfangen zu entwickeln und auch Reaktionen der Crew auf diese Tatsache. Die wurde jedoch nur mit einem kurzen Lächeln erwähnt - schade.

Beste Szene in der Folge ist ganz klar, das Gespräch zwischen T'Pol, Tucker und Archer auf der Krankenstation, kurz nachdem man entdeckt hat, dass Trip schwanger ist. Während T'Pol ihm ständig Vorwürfe macht, wie falsch er sich verhalten hätte, versucht Tucker die ganze Sache aufzuklären - gut gemacht.

Die Tatsache, dass die Klingonen nun die Holotechnologie besitzen, finde ich sehr deplatziert. Hat es denn wirklich fast 200 Jahre gedauert, bis die Menschen diese Technologie entwickeln? Gerade, weil zu Zeiten von TNG bereits seit knapp 60 Jahren Friede zwischen den Klingonen und der Föderation herrscht, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass perfekte holographische Projektionen erst erfunden werden müssen.

Apropos Krieg und Frieden:
Das abschließende Gespräch zwischen Archer und dem klingonischen Captain macht deutlich, dass es irgendwann zum Konflikt zwischen Menschen und Klingonen kommen muss. Eine feine Nuance, die die Wertung der Episode vor der 3+ rettet.

Spannung: 1/5 | Erotik: 2/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 3/5 | Inhalt: 2/5