Die Saat

Originaltitel: Civilization
 
Staffel: 1
 
Note: 5
 
Kritik von: Christian Scholz
 
 
 
 
 

Inhalt:
31. Juli 2151: An Bord der Enterprise beginnt das tägliche Treffen der Führungsoffiziere, die Captain Archer über die stellaren Phänomene informieren, die in den letzten 24 Stunden entdeckt wurden. Eine Supernova und ein Cluster aus drei Neutronensternen stoßen nicht gerade auf das Interesse des Captains, die dritte Entdeckung, ein Planet der Minshara Klasse, weckt dagegen den Forscher in ihm. Die Sensoren zeigen eine Zivilisation bestehend aus etwa 500 Millionen Männern, Frauen und Kindern, die auf diverse Städte auf dem gesamten Planeten verstreut sind. Es gibt keine Anzeichen für Raumschiffe oder orbitale Satelliten, daher schwenkt die Enterprise in einen Orbit von 500 Kilometern Höhe ein, um die Spezies näher zu erkunden.
Erste Bilder von der Oberfläche lassen auf eine vorindustrialisierte Kultur schließen, die jedoch physisch kaum Unterschiede zu den Menschen aufweist. Lediglich kleine Knochenwülste auf der Stirn erlauben eine Differenzierung zwischen beiden Rassen. Auch wenn T'Pol darauf verweist, dass es vulkanischem Protokoll entspricht, mit dem ersten Kontakt zu warten bis eine Zivilisation Warpantrieb entwickelt hat, stimmt Archer einem Landeteam zu.
Während die Vorbereitungen laufen hört Hoshi die verschiedenen Bevölkerungsgruppen ab, welche alle ihre eigene Sprache haben, und erfährt so den Namen des Volkes: Akaali.
Aufgrund ihrer Fähigkeiten als Dolmetscher wird sie auch als erste von Dr. Phlox als eine Akaali getarnt. Die Implantate auf der Stirn können die Illusion zwar nur aufrechterhalten, solange niemand allzu genau hinschaut und reagieren empfindlich auf Berührung, dennoch scheint die Gefahr einer Entdeckung so minimiert zu sein. Hoshi's geplante Einzelmission wird jedoch sehr bald aufgehoben.

Die Sensoren der Enterprise registrieren Neutrinostrahlung auf dem Planeten der Akaali, welche noch lange nicht auf dem technologischen Niveau sind, welches zu der Erzeugung dieser Strahlung nötig wäre. T'Pol vermutet einen Antimateriereaktor als Ursache, was den Schluss zuläßt, dass die Menschen nicht die ersten Besucher des Planeten sind. Auch wenn es keine fremden Biowerte auf dem Planeten zu geben scheint, erweitert Archer das Aussenteam um Trip, T'Pol und sich selbst.
Nach weiteren chirurgischen Veränderungen an ihnen landet eine Fähre der Enterprise in einer ländlichen Gegend in der Nähe eines Dorfes.

Es werden zwei Teams gebildet: Hoshi und T'Pol bilden das erste, Archer und Trip das Zweite. Als erstes fällt T'Pol auf, dass mehrere Bewohner von merkwürdigen Wunden gezeichnet sind, die an Strahlenverbrennungen erinnern. Währenddessen gelingt es Archer und Trip den Reaktor unter einem Antiquitätengeschäft zu lokalisieren. Archer schlägt vor, bis zum nächsten Morgen zu warten, um den Laden zu untersuchen, doch Trip wirft ein, dass man sich dann auch mehr Bewohnern gegenübersehen würde und obwohl es ihm nicht sonderlich gefällt läßt Archer seinen Chefingenieur die Tür aufbrechen. Beide wissen nicht, dass sie beobachtet werden.

Im Inneren stoßen beide auf eine Art Kraftfeld, die den Zugang zum Reaktor versperrt. Gerade, als sie es näher untersuchen wollen, richtet sich eine Armbrust auf die zwei Männer. Eine Akaalifrau beschuldigt Trip und Archer, an einer kursierenden Krankheit Schuld zu sein und will wissen, wer sie sind. Dabei erwähnt sie abendliche Lieferungen, die der Laden seit Wochen erhält. Bevor die Situation eskalieren kann, wird die Frau von T'Pol durch einen Schuss mit dem Phaser betäubt. Da die Zeit bis zum Morgen drängt wird die Frau, welche anhand ihrer Papiere als die Apothekerin Riaan identifiziert wird, zusammen mit Captain Archer zurückgelassen, während die drei anderen zur Fähre aufbrechen. Als Riaan erwacht, behauptet Archer ein Ermittler aus einer anderen Stadt zu sein, der sich ebenfalls für die nächtlichen Vorgänge in dem Antiquitätenladen interessiert.
Am nächsten Tag suchen Archer und Trip den Laden erneut auf und treffen auf den Besitzer, einen Mann namens Garos. Trip wird als Antiquitätensammler ausgegeben, als er jedoch mit einigen Stücken aus Garos' Sammlung konfrontiert wird, zeigt sich dem Ladenbesitzer schnell, dass die Besucher mehr sind als sie vorgeben zu sein. Auch Archer erkennt die Situation und spricht Garos auf seine von den Akaali abweichende DNS an, die er mit seinem Tricorder gescannt hat. Er gibt vor, ebenfalls nur Forscher zu sein, der vor Jahren eine Erkundungsmission angeführt hat, sich dann aber in der akaalischen Kultur eingelebt hat und geblieben ist. Dass er etwas mit der sich ausbreitenden Krankheit der Akaali zu tun habe, leugnet der Malurianer Garos und gibt die Schuld einem tödlichen Virus, der sich unter der Bevölkerung verbreiten soll. Eine Besichtigung des Antimateriereaktors lehnt er ab und komplimentiert Archer und Trip hinaus.

Um mehr über die Krankheit der Akaali zu erfahren, besuchen Archer und T'Pol Riaan in ihrer Apotheke. Sie erfahren, dass die Seuche vor 18 Monaten begann, um sich zu greifen und Riaans Bruder eines der ersten Opfer wurde. Da sich jedoch niemals Symptome außerhalb der Stadt zeigten, wurde Riaan mißtrauisch und kam nach einigen eigenständigen Ermittlungen auf den Garos' Laden als Epizentrum der Seuche.
Nachdem T'Pol einige Proben genommen und Scans durchgeführt hat, kehrt sie auf die Enterprise zurück, während Archer auf dem Planeten bleibt. An Bord des Schiffes kann Dr.Phlox die Ursache der Krankheit verstellen: Das Grundwasser der Stadt ist mit Tetrazyanid 622 kontaminiert, welches als Schmiermittel in der Industrie Verwendung findet. In der folgenden Nacht beobachten Archer und Riaan den Laden, um eine der nächtlichen Lieferungen zu beobachten. Als sein Universalübersetzer ausfällt, "muss" er Riaan küssen, um die notwendigen Justierungen vorzunehmen. Kurz darauf beginnt tatsächlich ein Abtransport von Waren von dem Laden aus, dem die beiden folgen. In einem Waldstück werden die Kisten von einer fremden Fähre aufgenommen, bevor Archer und Riaan einen Blick hinein werfen können und die beiden werden von dem Mann, der die Kisten transportiert hatte, entdeckt. Archer erringt für einen Moment die Oberhand und zieht seinem Gegner eine Maske vom Kopf, die ihn als Akaali tarnte. Zum Vorschein kommt eine reptilienartige Haut.
Da Riaan alles mitangesehen hatte und nun über Fähren, Traktorstrahlen, Aliens und Strahlenwaffen Bescheid weiß, erzählt ihr Archer die ganze Geschichte über sich und sein Schiff. Wieder im Antiquitätenladen gelingt es Archer, das Kraftfeld mit einem Kontrollgerät seines Gegners aus dem Wald aufzuheben. Beide betreten den Keller und gelangen in eine massive Abbauanlage, die von denselben Aliens betrieben wird, auf die sie schon im Wald getroffen waren. Schnell erkennt Archer, dass in der Anlage ein Veridiumisotop abgebaut wird, welches zur Sprengstoffherstellung verwendet werden kann und dass die Bohrer mit Tetrazyanid 622 geschmiert werden. Um die Operation aufzuhalten, will Archer den Reaktor zerstören, der offensichtlich die Energie für die Bohrer bereitstellt und da er mit seinem Phaser die halbe Stadt in die Luft jagen könnte, soll der Reaktor fortgebeamt werden. Dazu muss allerdings das Dämpfungsfeld ausgeschaltet werden. Da Archer Probleme mit den malurianischen Konsolen hat, löst er beim Versuch, das Dämpfungsfeld auszuschalten, versehentlich den Alarm aus.
Gleichzeitig nähert sich ein schwer bewaffnetes malurianisches Schiff der Enterprise. Von Bord des fremden Schiffes verlangt Garos, dass die Enterprise das System sofort verläßt.

Auf dem Planeten gelingt es Archer, das Dämpfungsfeld auszuschalten und so entkommt er mit Riaan in die Stadt, wo sie sich ein kurzes Phasergefecht mit den Aliens liefern, was dazu führt, dass mehrere Akaali den Gebrauch von Strahlenwaffen mit ansehen.
Währenddessen sieht sich die Enterprise dem malurianischen Schiff gegenüber, welches sowohl über bessere Waffen als auch über Energieschilde verfügt. Trip hat schließlich die Idee, den Reaktor in den Weltraum zu beamen und dann eine Antimaterieexplosion auszulösen. Die Detonation hat den gewünschten Erfolg und legt die Systeme des malurianischen Schiffs lahm. Da auch die Anhänger Galos' auf der Oberfläche besiegt sind, ziehen sich die Malurianer von der Akaali Heimatwelt zurück.

Dr. Phlox stellt ein Gegenmittel gegen die Vergiftung bereit und Archer übergibt es Riaan, die es weitergeben soll. Nach einem letzten Kuss bricht Archer zur Enterprise auf.
 
Kritik:
Die Geschichte in "Civilization" ist einfach nicht neu. Man ersetze Akaali durch Mintakaner, Malcorianer oder Barkonianer und schon erkennt man Folgen aus dem TNG-Universum wieder. Ich finde, der erste Kontakt ist inzwischen einfach einmal zu oft "verbraten" worden, auch wenn es ja die eigentliche Mission der Enterprise ist, neue Rassen ausfindig zu machen. Es ist einfach immer dasselbe. Die neue Rasse wird entdeckt, man will sich nicht einmischen, tut es dann doch, wird entdeckt und zum Schluss wird alles gut. Das nervt wirklich. Auch wie Archer und T'Pol dann zwei der Anhänger von Garos und ihn selbst ausschalten und der daraufhin sofort das Weite sucht, ist in sich nicht schlüssig. Er hatte so viele Männer in der Bohreinrichtung und trotzdem gibt er so einfach auf? Kein Kommentar.
Weiterhin wird wieder mal eine technologisch fortschrittliche Rasse in Erdnähe eingeführt, von der später nichts mehr zu hören ist: die Malurianer. Es ist einfach traurig, wieviel vom Star Trek-Universum durch solche Ungereimtheiten kaputt gemacht wird.

Und dann noch was: Ich dachte wirklich, dass seit der Zeit nach James Kirk damit aufgehört wird, dass sich der Captain gleich in jede Frau, die ihm auf fremden Planeten begegnet, verliebt. Auch wenn Archer noch nicht das Level von Kirk erreicht hat, fand ich das einfach nur albern.
Ich hab lange überlegt, ob ich nicht noch was positives über die Folge schreiben könnte, aber mir ist einfach nichts eingefallen. In meinen Augen ist das eine der schlechtesten Folgen, die ich bisher von Enterprise gesehen habe. Laßt uns alle zusammen hoffen, dass sich sowas nicht allzu oft wiederholt.

Spannung: 1/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 1/5