Der kalte Krieg

Originaltitel: Cold Front
 
Staffel: 1
 
Note: 2+
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Nach einem mehr oder weniger interessanten Filmabend an Bord der Enterprise entdeckt die Crew einen Nebel, in dem sich mehrere Schiffe aufhalten. Angetrieben von ihrem Drang neue Lebensformen zu entdecken, befiehlt Archer den Kurs zu ändern und der Besatzung der fremden Schiffe Hallo zu sagen. Nach kurzer Zeit entdecken sie einen Frachter und rufen ihn. Der Captain dieses Frachters erzählt Archer, dass er eine Gruppe von religiösen Pilgern zu einem Protostern fliegt, der alle 11 Jahre einen Neutronenstoß von sich gibt. Diese Pilger glauben, dass es sich dabei um ein heiliges Ereignis handelt.
Archer lädt sie zu einem Besuch auf der Enterprise ein. Während dieses Besuches, werden die Pilger durch das ganze Schiff geführt. Als Tucker ihnen gerade den Warpreaktor zeigt, entfernt sich einer der Besucher unbemerkt und reißt ein Kabel, das direkt zum Reaktor führt, heraus.
Später nimmt die Enterprise Kurs auf das Zentrum des Nebels, um den Neutronenstoß zu betrachten. Während des Fluges dorthin durchfliegt das Schiff einen Plasmasturm, in dem mehrere starke Entladungen umherzucken. Eine davon trifft die Enterprise und löst eine Antimateriekaskade aus, die sich durch alle Leitungen ihren Weg zum Reaktor bahnt. Kurz davor gibt es jedoch einen Kurzschluss, der die Kaskade aufhält und den Reaktor abschirmt. Als Trip die Ursache für diesen Kurzschluss analysiert, bemerkt er das herausgerissene Kabel nahe dem Reaktor. Wäre es nicht gelöst worden, hätte die Kaskade den Reaktor erreicht und die Enterprise vernichtet. Da keiner im Maschinenraum weiß, wer das Kabel herausgerissen hat, verbleibt ein Geheimnis um diesen "Zufall".

Kurze Zeit später wird Archer von Crewman Daniels angesprochen, der behauptet zu wissen, wer für die Rettung des Schiffes verantwortlich war. Seiner Meinung nach, ist einer der Pilger an Bord ein Soldat der Suliban. Archer reagiert verdutzt und will wissen woher Daniels diese Informationen hat. Als Daniels dann auch noch auf Details des Kampfes zwischen Archer und Silik auf der Helix zu sprechen kommt, wird Archer stutzig. Woher kann er das alles wissen?
Daniels möchte Archer unbedingt in seinem eigenen Quartier sprechen, also begeben sie sich dorthin. Daniels eröffnet Archer, dass er 900 Jahre aus der Zukunft kommt und für eine Organisation arbeitet, die sicherstellt, dass Leute wie Silik nicht mit historischen Ereignissen in Konflikt geraten. Seine Mission ist es Silik zu fangen. Dazu benötigt er jedoch die Hilfe Archers, da die Suliban sehr schwer zu entdecken sind. Obwohl sich der Captain der Enterprise nicht sicher ist, ob er Daniels helfen soll (immerhin hat Silik sein Schiff gerettet), stimmt er zu.

Kurz darauf weiht Archer T'Pol und Trip in den Sachverhalt ein. Während Trip äußerst erstaunt über den Fakt zu seinen einen Zeitreisenden an Bord zu haben, begegnet T'Pol der Sache mit Skepsis, da sie nicht glaubt, dass Zeitreisen überhaupt möglich sind.
Dann wird Archer in seinem Quartier plötzlich von Silik überrascht. Dieser will wissen wer versucht ihn zu finden. Außerdem behauptet er, wer auch immer ihm erzählt hätte, dass er die Zeitlinie schützen will, würde lügen. In Wirklichkeit würde diese Person für eine andere Fraktion in diesem kalten Krieg arbeiten und versuchen die Zeitlinie zu verändern. Diese Fraktion wäre auch für die Antimateriekaskade verantwortlich, die die Enterprise beinahe zerstört hätte. Sichtlich verwirrt fragt Archer, warum Silik das Schiff gerettet hat. Dieser Antwortet nur, dass er es tat, weil es ihm aufgetragen wurde. Gleichzeitig wiederholt er seine Forderung der Namen der Person herauszurücken, die ihn sucht. Dummerweise ruft in diesem Augenblick T'Pol über die Intercom Archer und teilt ihm mit, dass Daniels die Modifikationen an den internen Sensoren vollendet hat und nun nach Silik suchen möchte.
Silik schießt daraufhin Archer nieder und verlässt sein Quartier.

Derweilen im Maschinenraum. Daniels hat Silik entdeckt, kann dessen Position jedoch nicht genau bestimmen. Er empfiehlt Deck C abzuriegeln und Lt. Reed mit einem Sicherheitsteam runterzuschicken.
Plötzlich steht Silik vor ihm und feuert zwei Schüsse aus seinem Phaser auf Daniels ab. Dieser wird daraufhin aufgelöst.
Als Archer wieder bei Bewusstsein ist nutzt er Daniels Modifikationen, um Silik aufzuspüren. Dieser hat in der Zwischenzeit ein Gerät aus Daniels Quartier gestohlen und versucht die Türen des Hangars zu öffnen und zu fliehen. Zwar kann Archer das Gerät zerstören, doch Silik gelingt die Flucht.
Nachdem die Pilger die Enterprise wieder verlassen haben, nimmt sie wieder ihren alten Kurs auf. Daniels Quartier wird sicherheitshalber versiegelt, denn Archer ist sich nicht sicher, was dort noch alles drin sein mag.
 
Kritik:
Da ich ein großer Fan von Zeitreisen bin, gehört diese Folge natürlich mit zu meinen Lieblingsepisoden. Das erste Mal seit "Aufbruch ins Unbekannte" spielt der temporale kalte Krieg wieder eine Rolle.
Besonders hat mir gefallen, dass nie so richtig klar ist, wer die Wahrheit spricht. Silik hat das Schiff gerettet und behauptet, die andere Fraktion seien die Bösen. Daniels behauptet genau das Gegenteil. Wer von beiden hat nun Recht? Warum spielt die Enterprise eine so große Rolle in diesem Krieg?

Diese "Verwirrungstaktik" ist geschickt eingesetzt, um den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen. Hier wird nicht nur ein Fakt präsentiert, mit man sich abfinden muss - nein. Man muss selber kombinieren und die Motive der Personen hinterfragen. Silik rettet die Enterprise, weil es ihm befohlen wurde, Daniels will Silik fangen. Warum tun sie das alles? Mit einer einfachen Erklärung wie "Ich schütze die Zeitlinie!" ist die Handlung bestimmt noch nicht komplett und wäre viel zu simpel gestrickt. Betrachtet man die Folge aufmerksam erkennt man schon bald, dass da noch mehr dahinter steckt, als im Moment zu sehen ist.

Was mir leider ein wenig negativ aufgestoßen ist, ist die Frage, warum Daniels teilweise so offen ist, was die Zukunft angeht. Zuerst weiht er Archer ein - ok, akzeptiert. Dieser weiht dann wiederum die beiden ranghöchsten Offiziere an Bord ein - ok, das mag auch noch nötig gewesen sein. Aber vor den Augen der Crewmitglieder durch Wände zu gehen, ist sicher etwas, dass der temporalen obersten Direktive widerspricht. Natürlich auch nur dann, wenn Daniels wirklich für eine "legale" Organisation in diesem Krieg arbeitet.
Außerdem bin ich mit Daniels' Erklärung nicht ganz zufrieden, warum der Fremde nur so schemenhaft zu sehen ist. Laut Daniels sollen die Zeitreisen am Anfang nicht so perfekt gewesen sein, weshalb eine Person aus der Zukunft nur teilweise materialisieren konnte, um Informationen weiterzugeben. Aber schon Kirk ist physisch in die Vergangenheit gereist (z.B. Star Trek IV).

Ansonsten habe ich an der Episode nicht viel auszusetzen. Die Effekte sind super und die Handlung spannend. Übrigens - wer während der Szene in Daniels Quartier (nachdem er das "temporale Observatorium" aktiviert hat) auf den Hintergrund achtet, wird klingonische Schriftzeichen und ein Menü im LCARS-Design entdecken - Zufall?

Spannung: 3/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 4/5 | Humor: 1/5 | Inhalt: 3/5