Allein

Originaltitel: Shuttlepod One
 
Staffel: 1
 
Note: 1-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Tucker und Reed befinden sich auf dem Rückweg von einer Außenmission und wollen sich mit der Enterprise in einem Asteroidenfeld treffen, das von Archers Schiff gerade kartographiert wird. Dummerweise sind die Sensoren und die Kommunikation der Fähre ausgefallen, so dass Reed meint, man würde die Enterprise nicht sehen, bis sie direkt vor ihnen auftaucht. Zwar versucht Trip die Systeme zu reparieren, aber das kann dauern. Die ganze Sache wird noch dadurch erschwert, dass Tucker und Reed drei Tage früher als erwartet zurückkehren.
Plötzlich entdeckt Malcolm auf einem der Asteroiden ein Trümmerfeld. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei den Trümmern um Teile der Enterprise handelt. Wegen dieser Trümmer glauben die beiden nun, dass die Enterprise zerstört wurde.

In Wirklichkeit hatte die Enterprise jedoch nur einen Unfall mit einem Schiff der Tesnianer und verlor dabei eine der Hangartüren. Nun müssen sie die Tesnianer zurück auf ihre Heimatwelt bringen und dann zurück zum Treffpunkt mit Malcolm und Trip, die sie eigentlich erst in drei Tagen erwarten.
In der Fähre überlegt das Außenteam in der Zwischenzeit, was sie tun können. Tucker meint, man könne Kurs auf Boje Echo 3 setzen, die die Enterprise vor einigen Wochen ausgesetzt hat. Aber mit Impuls würde es Monate dauern, bis man dort ist und die Luft reicht nur für zehn Tage. Hinzu kommt, dass die Navigation ausgefallen ist und weder Reed noch Tucker 100%ig sagen können, in welcher Richtung sich Echo 3 befindet. Trotzdem beschließen sie los zufliegen.
Verzweiflung macht sich breit. Während Malcolm beginnt Logbucheinträge zu führen und sich schon auf den Tod vorbereitet, versucht Trip weiterhin die ausgefallenen Systeme zu reparieren. Ein erster Konflikt zwischen dem Ingenieur und dem Waffenoffizier baut sich auf, als Trip den Pessimismus von Reed nicht mehr ertragen kann.
Nach einem kleinen Wortgefecht beruhigt sich die Lage wieder und die beiden beschließen etwas zu essen. Zwar gibt es nur Feldrationen, aber die sind immer noch besser, als zu verhungern.
Nach dem Essen beginnt Malcolm Abschiedsbriefe in Form von Audiomitteilungen zu hinterlassen, während Trip versucht ein wenig zu schlafen. Wieder beginnt der Pessimismus von Reed Tucker auf die Nerven zu gehen. Er beginnt ärgerlich zu werden und befielt Malcolm auch ein wenig zu schlafen.

Tatsächlich schafft es der Waffenoffizier zu schlafen und träumt er sei zusammen mit T'Pol auf der Krankenstation, nachdem er alleine die Fähre gerettet hat. Die Vulkanierin ist durch seine heroische Tat so beeindruckt ist, dass sie sich in ihn verliebt. Dummerweise wird Reed an der entscheidenden Stelle des Traumes von einem Rauschen aufgeweckt. Trip hat es nämlich in der Zwischenzeit geschafft das Kommsystem wieder zum Laufen zu bringen. Plötzlich wird die Fähre von einer Turbulenz erschüttert. Dabei werden zwei Mikrolöcher in die Hülle geschlagen - die Atmosphäre der Fähre beginnt zu entweichen. Zwar schaffen es die Insassen die Löcher mit einer Trick zu versiegeln, doch ist soviel Luft entwichen, dass sie nun nur noch für weniger als zwei Tage.
Den beiden Offizieren ist es zwar möglich, den Vorrat der Luft ein wenig zu strecken, doch müssen sie dafür die Heizung in der Fähre ausschalten. Und was tun zwei Männer, die frieren? Richtig, sie besaufen sich. Glücklicherweise befindet sich eine Flasche Burbon an Bord.
Nun sitzen die beiden da und unterhalten sich. Nachdem der Alkoholspiegel im Blut von Reed und Trip ausreichend hoch ist, fangen sie sogar an über Frauen, im Speziellen über T'Pol, zu diskutieren. Zwar ist Trip der Meinung, dass sie eine Vulkanierin ist, und damit wohl für Reed unerreichbar, doch meint der Waffenoffizier, dass sie trotzdem einen netten Hintern hat.

Plötzlich empfängt das Kommsystem einen Funkspruch - er kommt von der Enterprise. Die beiden können ihr Glück kaum fassen. Zwar können sie nicht antworten, aber immerhin wissen sie nun, dass ihre Freunde noch am Leben sind. Hoshi teilt den beiden neue Rendevouskoordinaten mit.
Die Freude wird bald getrübt, als Trip bemerkt, dass die neuen Koordinaten immer noch zwei Tage entfernt sind und sie nur noch für etwas mehr als einen Tag Sauerstoff übrig haben. Erneut macht sich Verzweiflung breit. Dise geht soweit, dass Trip beschließt, die Fähre zu verlassen und Malcolm so genug Sauerstoff zur Verfügung stellt, damit wenigstens er das Schiff lebend erreicht.
Da der Chefingenieur darauf besteht auszusteigen, muss ihn Reed, mit einer Phaserpistole auf Betäubungsmodus, dazu zwingen nicht auszusteigen. Plötzlich haben sie eine neue Idee. Man könnte den Antrieb der Fähre abwerfen und explodieren lassen. So könnten die Sensoren der Enterprise die Explosion bemerken. Die Crew würde daraufhin hinfliegen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Gesagt, getan - und tatsächlich: Es funktioniert. Die Enterprise findet die beiden Offiziere und kann sie rechtzeitig vor dem Tod bewahren.

Als Malcolm auf der Krankenstation aufwacht, wird ihm mitgeteilt, dass sowohl er, als auch Tucker die Sache den Umständen entsprechend gut überstanden haben. Auch T'Pol ist anwesend - und gerade als Reed sie darauf ansprechen will, ob er heroische Taten vollbracht hat, reagiert sie wie eine Vulkanierin: Gar nicht.
 
Kritik:
Anfangs war ich skeptisch, ob eine Folge, die fast ausschließlich auf einer winzigen Fähre spielt, auch genug Unterhaltung bietet. Doch das Konzept ging auf. "Allein" ist ein gutes Beispiel für die noch nicht ganz ausgereifte Technik der Pioniere im All und zeigt uns, wie hilflos man ohne Sensoren im All sein kann. Hinzu kommt der Konflikt, der sich zwischen Malcolm und Tucker immer weiter zuspitzt, bis es letztendlich zum großen Showdown kommt, als Tucker die Fähre verlassen will. Diese Szene gewinnt besonders dadurch an Wert, dass die Rollen vertauscht wurden. War zuerst Malcolm derjenige, der der Pessimist war, ist es zuletzt Trip, der wahrlich verzweifelt. Ich muss auch sagen, dass die Autoren hier einen mutigen Schritt gemacht haben, denn noch nie zuvor in einer Star Trek-Serie habe ich einen Offizier zum Anderen "Go to hell!" sagen hören.

"Allein" glänzt natürlich besonders durch die Leistung von Connor Trinneer (Trip) und Dominic Keating (Reed). Wenn man sich die beiden in ihren Rollen so ansieht, könnte man fast meinen, dass sich in Zukunft vielleicht eine ähnliche Freundschaft entwickelt, wie zwischen Bashir und O'Brien auf DS9.
Diese Folge ist eine derjenigen Episoden, die man sich ansehen muss, da sie etwas bietet, das man in dieser Form noch nie vorher bei Star Trek sah.

Spannung: 3/5 | Erotik: 2/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 2/5 | Inhalt: 4/5