Raumpiraten

Originaltitel: Acquisition
 
Staffel: 1
 
Note: 2+
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise treibt führerlos im All. Die ganze Crew liegt bewusstlos auf den Gängen, als plötzlich ein Ferengi-Quartett an Bord kommt und beginnt, das Schiff nach Wertgegenständen zu durchsuchen. Nichts ist vor ihnen sicher, nicht einmal das Essen in der Kantine. Währenddessen wacht Tucker in der Dekontaminationskammer auf und stellt fest, dass Phlox nicht auf seine Rufe antwortet. Er bricht die Tür der Kammer auf und bemerkt die bewusstlosen Besatzungsmitglieder. Die Ferengie haben in der Zwischenzeit damit begonnen ihre gesammelten Wertgegenstände zum späteren Abtransport in einer Frachtrampe zu lagern. Auch alle weiblichen Crewmitglieder werden dorthin gebracht, um sie später als Sklavinnen zu verkaufen.
Tucker, der sich nun der Anwesenheit der Ferengie bewusst ist, beobachtet das Treiben der Eindringlinge mit Hilfe der Bordkameras und beginnt einen Plan zu entwickeln, wie er die Piraten aufhalten kann.

Die Ferengie haben Archer wieder zu Bewusstsein gebracht, um von ihm die Lage der geheimen Schätze an Bord zu erfahren. Zwar sagt ihnen Archer, dass die Enterprise kein Frachter sei, doch die Eindringlinge glauben ihm kein Wort. Als sich die Ferengie anfangen zu streiten, was sie mit Archer machen sollen, entdeckt dieser Commander Tucker, der das Treiben von einem sichern Platz aus beobachtet. Krem, einer der Ferengie, schlägt vor, die Frauen mitzunehmen, die sich am besten verkaufen lassen und das Schiff zu verlassen. Der Anführer der Piraten, ein Cousin Krems, scheint darauf einzugehen. Nun muss sich Archer etwas einfallen lassen, damit die Eindringlinge nicht mit Teilen seiner Mannschaft verschwinden. Der Captain gibt an, er würde den Piraten das Gold an Bord geben, solange er die Hälfte behalten könne. Was ein guter Ferengie ist, geht natürlich nicht auf solch einen Vorschlag ein und drei der Eindringlinge fangen an, selber nach dem Gold zu suchen, während Archer unter der Aufsicht von Krem helfen muss, die Beute ins Schiff zu transportieren. Er versucht sich mit Krem anzufreunden, um ihn kurze Zeit später unter einem Vorwand wegzuschicken. So kann Tucker nun endlich zu seinem Captain gelangen.
Zwar gelingt es Tucker nicht, die Handschellen zu lösen, mit denen Archer gefesselt ist, doch gibt ihm der Captain einen Tipp, wo er das Hypospray finden kann, mit dem er aufgeweckt wurde. Trip soll nun weitere Besatzungsmitglieder zu Bewusstsein bringen.

Dummerweise reicht das Spray aber nur für eine weitere Person und so weckt Trip T'Pol auf, die zunächst äußerst verwundert darüber ist, warum der Commander in Unterwäsche vor ihr steht. Nachdem er aber schnell erklärt hat, was geschehen ist, verschwindet dieser verwunderte Gesichtsausdruck wieder. T'Pol ist der Meinung, dass die Crew durch einen Gegenstand betäubt werden konnte, den Trip kurz zuvor von einem Mond mitbrachte. Plötzlich öffnen sich die Türen der Frachtrampe und Archer und Krem betreten den Raum, um weitere Materialien abzuholen. Tucker versteckt sich, während T'Pol sich wieder bewusstlos stellt.
Krem meint, dass er T'Pol am liebsten für sich behalten würde, da ihm ihre Ohren so sehr gefallen. Archer meint bloß, dass Vulkanier gar nicht so interessant sind, wenn man sie erst mal kennt. Der Sinn für Humor würden ihr auch komplett fehlen und außerdem würde sie sich immer beschweren. Nachdem die beiden den Raum wieder verlassen haben, machen sich Trip und T'Pol auf den Weg, um eine Möglichkeit zu finden die Eindringlinge unschädlich zu machen.

In der Zwischenzeit versuchen die anderen Ferengie weiterhin den Goldschatz zu finden. Dazu befragen sie auch Porthos, den Hund des Captains. Doch auch dieser kann ihnen keine Antwort auf die Frage geben.
Trip schafft es kurz darauf, einen der Ferengies auszuschalten, doch wird er von Ulis, einem Cousin Krems, geschnappt und zum Frachtraum gebracht. Dort angekommen beginnt er scheinbar mit Archer einen Streit. Er wolle den Piraten verraten, wo das Gold ist, denn er will nicht seine Frau Hoshi verlieren. Während der darauf folgenden Schlägerei mit Archer, versuchen die Piraten die beiden auseinander zutreiben und Trip erklärt sich bereit, den Eindringlingen das Versteckt des Goldes zu verraten - eine Odyssee durch die Gänge der Enterprise beginnt.

Derweilen hat sich T'Pol auf das Schiff der Ferengie geschmuggelt, um an Waffen zu kommen, wird jedoch von Krem überrascht. Doch bevor er irgendetwas tun kann, wird er auch schon mit Hilfe des vulkanischen Nackengriffes außer Gefecht gesetzt. Nun macht sich T'Pol mit einem Phaser bewaffnet auf den Weg, um den drei verbliebenen Eindringlingen einen Hinterhalt zu stellen. Das Vorhaben klappt und nun müssen die vermeintlichen Piraten alles, was sie stehlen wollten zurück auf die Enterprise schaffen - unter bewaffneter Aufsicht versteht sich.
Jetzt muss nur noch Archer von seinen Fesseln befreit werden - und die Einzige, die den Schlüssel hat, ist T'Pol. Doch wie war das doch gleich? "Nicht so interessant. Keinen Sinn für Humor. Ist nur am Meckern."
 
Kritik:
"Raumpiraten" gilt unter den Hardcore-Fans als sehr umstrittene Episode, da hier die Ferengie Jahrhunderte vor Picard eingeführt werden. Zwar wird der Name der Spezies während der gesamten Folge nicht genannt, aber viele haben sich über das bloße Auftauchen der Ferengie sehr beschwert! Zu Recht?
Meiner Meinung nach nein. Die Folge ist eine der lustigsten der ganzen Staffel und die Kontinuität bleibt auch erhalten. Wer meint, die Ferengie hätten hier keinen Platz, soll diese Episode einfach übersehen.

Der Erzählstil ist äußerst flüssig und die Geschichte schreitet schnell voran, ohne jedoch so zu wirken, als wollen man alles schnell hinter sich bringen. Es bleibt immer wieder genügend Zeit, um zu verweilen und die eine oder andere humoristische Einlage - sei es nun durch die Ferengie, Trip oder Archer - zu bringen. Wer hätte gedacht, dass selbst die kühle Vulkanierin den Zuschauer zum lachen zu bringen kann. Besonders wird das zum Schluss in der "Schlüssel-Szene" deutlich.
"Raumpiraten" ist eine reine Comedy-Folge und bietet solide Unterhaltung für einen Abend. Wer etwas Anspruchsvolles möchte, wird hier enttäuscht - der Rest jedoch, wird zufrieden sein.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 1/5 | Humor: 5/5 | Inhalt: 3/5