Schiff der Geister

Originaltitel: Oasis
 
Staffel: 1
 
Note: 3
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise trifft auf den Händler D'Marr, der der Crew neben einigen anderen Dingen auch eine Information verkauft. Danach soll es in der Nähe der Enterprise einen Planeten mit einem Schiffswrack geben. D'Marr hat es bisher nicht geborgen, da es dort angeblich spuken soll.
Doch Archer ist Forscher und so macht sich die Enterprise auf den Weg zu diesem Planeten. Nachdem sich ein Außenteam Zugang zu dem Schiff verschafft hat, glaubt T'Pol plötzlich einen Schatten gesehen zu haben. Da die Scanner aber keine Lebenszeichen anzeigen, glaubt Tucker, dass sich die Vulkanierin geirrt hat. Nachdem sie sich ein wenig umgesehen haben, entdecken T'Pol und Trip einen hydroponischen Garten, der offenbar durch ein Dämpfungsfeld vor den Sensoren abgeschirmt ist. Da entdeckt Tucker eine junge Frau, die in erstaunt, aber auch ängstlich ansieht. Als er ihr folgt, findet er sich zusammen mit T'Pol plötzlich von bewaffneten Aliens umringt wieder.

Doch glücklicherweise legen sich die feindlichen Gefühle bald und die Fremden, die der Spezies der Kantaren angehören, erklären dem Außenteam, dass sie vor drei Jahren angegriffen wurden und auf den Planeten stürzten. Damit sie ihre Angreifer nicht entdeckten, aktivierten sie das Dämpfungsfeld.
Da Commander Tucker glaubt, er könne das Schiff reparieren, macht er sich sofort an die Arbeit. Dabei lernt er Liana kennen - die Tochter des Chefingenieurs Ezral und die junge Frau, die kurz zuvor noch vor ihm geflüchtet war. Trip und Liana kommen sich näher, doch ihre Mutter versucht sie von Trip fernzuhalten.
Als Tucker zurück auf die Enterprise muss, um Ersatzteile zu besorgen, fragt er Liana, ob sie Lust hätte, ihn zu begleiten. Zwar ist Ezral davon nicht begeistert, doch erlaubt er seiner Tochter den Ausflug auf die Enterprise.
In der Zwischenzeit stellen Archer und Co. fest, dass die Geschichte der Kantaren nicht wahr sein kann. Der hydroponische Garten ist viel zu klein, um so viele Personen zu ernähren und auch die Beschädigung des Schiffes sieht nicht so aus, als wäre sie durch Waffenfeuer ausgelöst worden. Das Rätsel wird perfekt, als man eine Rettungskapsel im Orbit entdeckt und diese an Bord holt. Dort finden Archer und Reed die Leiche von Shilat, einem Kantaren, den Archer kurz zuvor noch auf dem Schiff gesehen hat - lebend.

Zurück auf dem Schiffswrack stellen Archer und Tucker Ezral zur Rede. Doch anstatt Antworten zu erhalten, werden die Waffen auf sie gerichtet. Commander Tucker wird als Geisel genommen und dazu gezwungen die Arbeit am Schiff fortzusetzen. Als Archer versucht Tucker zu befreien, wird er ständig von Kantaren überrascht, die plötzlich auftauschen und im nächsten Moment wieder verschwinden. Trip kann Liana davon überzeugen, die ganze Sache zu beenden. Daraufhin entfernt sie die optischen Relais aus dem Computer und alle Kantaren verschwinden. Bis auf sie selber und Ezral.

Ezral erzählt nun die ganze Geschichte. Das Schiff kam vor 22 Jahren in einen Ionensturm. Doch anstatt auf seinem Posten zu bleiben, rettete er seine kleine Tochter, die sich auf einem der unteren Decks befand und einen Aufprall nie überlebt hätte. Da er sich selbst die Schuld am Tod der anderen gab, hat er holographische Nachbildungen von ihnen erschaffen, um seiner Tochter ein Zuhause zu geben.
Der Captain der Enterprise kann Ezral aber letztendlich davon überzeugen, das Schiff zum Wohle seiner Tochter zu verlassen. Dieser willigt schließlich ein, die Reparaturen zu vollenden und den Planeten zusammen mit Liana zu verlassen.
 
Kritik:
Diese Folge erinnert sehr stark an "Die Illusion" aus der zweiten Staffel von Deep Space Nine. Dort errichtete sich ein Mann eine holographische Welt, nachdem seine Heimat vom Dominion zerstört worden war.
Da die Story nichts Neues bietet, kann man nach kurzer Zeit vermuten, was an Bord dieses "Geisterschiffes" vorgeht und so ist für einige Langeweile leider vorprogrammiert. Sehr gut umgesetzt waren die ersten Szenen an Bord des Schiffes. Die düsteren Gänge und das blendende Licht der Taschenlampen ergeben von Zeit zu Zeit ein Gefühl, wie in einem der "Alien"-Filme. Schade, dass es, nachdem das Außenteam die Kantaren entdeckt hat, keine weiteren dieser Szenen gab.

Der Zuschauer kann sich nach kurzer Eingewöhnungsphase recht gut in Ezral hineinversetzen und verstehen, warum er diese "Oase" für sich und seine Tochter geschaffen hat. Zum Schluss stellt man sich die Frage: "Wie hätte ich gehandelt?" Und obwohl die Thematik der Folge, wie gesagt, schon etwas abgegriffen ist, verdeutlicht sie den Zwiespalt, mit dem Ezral zu kämpfen hat. Er kann sich nicht vergeben, dass er seinen Posten verließ und doch hat er es tun müssen, um seine Tochter zu retten. Auf sehr subtile Art und Weise, kommt hier auch wieder eine Frage zur Geltung, die zuletzt von Kirk und Co. besprochen wurde: Was wiegt mehr? Das Schicksal eines Einzelnen, oder das Schicksal von Vielen?

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 2/5