In sicherem Gewahrsam

Originaltitel: Detained
 
Staffel: 1
 
Note: 2+
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Mayweather und Archer wachen desorientiert in einer Gefängniszelle auf. Zu ihrer beider Überraschung, ist die Tür der Zelle jedoch nicht verschlossen. Auf den Gängen begegnen den beiden mehrere Suliban, die ihnen gegenüber zwar keine feindlichen Absichten hegen, aber äußerst misstrauisch reagieren. Interessanterweise stellen Mayweather und Archer fest, dass diese Suliban keine genetischen Verbesserungen besitzen.
Kurze Zeit später werden die beiden zu Colonel Grat gebracht, der das Kommando in dieser Einrichtung besitzt. Dieser ist scheinbar äußerst freundlich und entschuldigt sich für die schlechte Unterbringung. Er erklärt Archer, dass seine Fähre in militärisches Sperrgebiet der Tandaraner eingedrungen ist und deshalb abgeschossen wurde. Die Suliban, so Grat, seinen "echte" Gefangene. Aber die Menschen, werden wieder frei kommen, sobald eine Anhörung stattfand. Da das aber erst in drei Tagen geschieht, müssen sich Mayweather und der Captain noch ein wenig gedulden. Die beiden stellen schon bald fest, dass Grat in diesem Lager mit Terror und Angst regiert. Ständig werden Appelle und Kontrollen durchgeführt. Wer aus der Reihe tanzt, wird zur Strafe mit Elektroschocks "behandelt".

Nachdem das anfängliche Misstrauen überwunden ist, freunden sich die beiden Menschen mit einigen Insassen dieses Lagers an. Sie erfahren von ihnen, dass die Heimatwelt der Suliban vor 300 Jahren unbewohnbar wurde und nun die meisten von ihnen als Nomaden leben. Einige hätten es geschafft, sich in andere Kulturen zu integrieren. Als dann aber die Cabal, eine paramilitärische Organisation der Suliban, anfing Angriffe auf die Welten der Tandaraner zu verüben, begannen diese, die sulibanischen Zivilisten in Lager zu sperren - angeblich zu ihrer eigenen Sicherheit.
Kurze Zeit später wird Archer von Grat in dessen Büro bestellt. Dieser hat die Systeme seiner Fähre analysiert und ist dabei auf Daten gestoßen, die belegen, dass die Enterprise schon Kontakt mit den Suliban und der Cabal hatte. Da Archer nicht auf Grats Fragen antworten möchte, beginnt dieser wütend zu werden und droht dem Captain mit einem längeren Aufenthalt im Lager.
Während Archer in der Nacht über einem Fluchtplan für sich und die Suliban nachdenkt, wird ein Kommunikator in seine Zelle gebeamt. Im darauf folgendem Gespräch mit T'Pol erklärt der Captain die Situation.

Die Vorbereitungen zur Flucht laufen auf Hochtouren, als Grats Männer den Kommunikator bei Mayweather entdecken. Zur Strafe wird Archer in eine Isolationszelle gesperrt. In der Zwischenzeit läuft Phase Eins der Flucht an. Die Enterprise stört die Frequenzen der Tandaraner, um zu verbergen, dass Malcolm, durch den Doktor zum Suliban gemacht, gerade in das Lager gebeamt ist. Dann startet Trip mit einer Fähre, um die Verteidigungsanlagen auszuschalten.
Nach einem kurzen Feuergefecht mit den tandaranischen Sicherheitskräften, gelingt den Suliban zusammen mit Archer, Mayweather und Reed die Flucht. Zurück bleibt ein geschockter Grat, der nie damit gerechnet hätte, dass sich jemand für die Suliban einsetzt.
 
Kritik:
Bisher kannten wir die Suliban als genetisch verbesserte Soldaten, die nichts Besseres zu tun haben, als Schiffe anzugreifen und ihre Interessen durchzusetzen. Diese Folge wirft ein ganz neues Licht auf dieses Volk und macht deutlich, dass man nicht eine ganze Rasse unter einen Hut stecken kann. Viele Menschen neigen zu Schwarz-Weiß-Malerei. Diese Spezies ist durch und durch böse, und die andere Spezies ist die Gute. Dasselbe gilt auch für heutige Auseinandersetzungen zwischen zwei Völkern.
Wir lernen hier Suliban kennen, die nichts mit der Cabal und dem Temporalen Kalten Krieg zu tun haben. Sie wollen einfach nur ihr Leben leben. Archer vergleicht das Lager, in dem sie sich befinden mit einem der Lager in den USA, in die während des zweiten Weltkrieges Japaner gesteckt wurden, die zufällig in den Staaten lebten, aber nichts mit dem Krieg zu tun hatten. Ich bin froh, dass die Autoren hier ein Beispiel aus der amerikanischen Geschichte nahmen und nicht immer nur mit dem Finger auf die bösen, bösen Deutschen zeigen. Diese Selbstkritik rechne ich ihnen hoch an.

"In sicherem Gewahrsam" gehört, mit zu den Folgen, die sich einem Problem annehmen und der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. So deutlich wie hier, kam das selten zu Geltung.
Die Faszination der Episode liegt sicher auch in den Leistungen von Dean Stockwell (Grat) und Scott Bakula (Archer) begründet. Die beiden Schauspieler sind privat gute Freunde und kennen sich noch aus den Tagen, in denen sie zusammen in der Serie "Zurück in die Vergangenheit" (ot. "Quantum Leap") mitspielten.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 4/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 4/5