Durch die Wüste

Originaltitel: Desert Crossing
 
Staffel: 1
 
Note: 2
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Auf ihrem Weg nach Risa, erhält die Enterprise einen Notruf eines kleinen Schiffes. Wie sich herausstellt, gehört es einem Mann namens Zobral. Da die Reparatur seines Schiffes nicht lange dauert und Zobral sich für die Hilfe bedanken möchte, lädt er Trip und Archer auf seine Heimatwelt ein - einen Wüstenplaneten.
Dort nehmen die beiden an einem Ballspiel teil und werden von Zobral mit mehr oder weniger wohlschmeckender Hausmannskost versorgt. Auf der Enterprise trifft inzwischen ein Funkspruch von Kanzler Trellit ein. Dieser fragt nach dem Grund, den die Fähre hatte, auf dem Planeten zu landen. T'Pol erklärt ihm, dass Archer und Tucker auf Einladung von Zobral dort sein. Der Kanzler macht der Vulkanierin klar, dass Zobral und seine Leute Terroristen seien.

Daraufhin kontaktiert sie Archer und erklärt ihm die Lage. Archer möchte nun testen, ob das der Wahrheit entspricht und versucht unter einem Vorwand mit Trip zusammen den Planeten zu verlassen. Doch das gestattet Zobral den beiden nicht. Er erklärt ihnen, dass er von der Befreiungsaktion im Lager der Tandaraner gehört habe. Dass Archer tausende Suliban befreit und ganze Armeen geschlagen habe. Nun braucht er die Hilfe Archers, denn er und seine Verbündeten seien keine Terroristen, sondern würden von der Regierung unterdrückt, da sie einer anderen Kaste angehören. Zwar gibt es dieses Kastensystem nicht mehr, aber haben sie noch immer keine Rechte. Nun versuchen sie, gegen dieses System zu kämpfen und das einzufordern, was ihnen zusteht.

Plötzlich wird das Dorf angegriffen und Zobral zeigt Archer und Trip einen Bunker, in dem die beiden das Ende des Bombardements abwarten können, während Zobral den Truppen entgegenstürmt.
Doch dieser Bunker ist alles andere als sicher und so schaffen es die beiden gerade noch rechtzeitig in die Wüste zu fliehen, bevor er zerstört wird. Der Kanzler beschuldigt die Enterprise in der Zwischenzeit, mit den Terroristen zusammenzuarbeiten und errichtet eine Art Schild um den Planeten. Nun ist keine Kommunikation mit dem Boden mehr möglich. Auch kann kein Schiff mehr auf den Planeten fliegen, ohne abgeschossen zu werden.
Derweilen schleppen sich Archer und Tucker durch die Wüste, in der Hoffnung irgendwo Wasser und Schatten zu finden. Tatsächlich finden die beiden eine alte Ruine, die zwar ein wenig Schatten spenden kann, doch beginnt Trip langsam aber sicher, an Austrocknung zu leiden. Sein Zustand verschlechtert sich zusehends und das einzige Wasser, das Archer findet, ist ungenießbar.

Plötzlich wird die Enterprise von einem Schiff gerufen. Es ist Zobral, der einen Weg durch das Schild kennt. Es gibt ein Fenster, das sich alle 46 Minuten öffnet, aber für weniger als eine Minute offen bleibt. Nachdem er angedockt hat, wird er von Reed darüber aufgeklärt, dass Archer nicht der Held ist, für den er gehalten wird.
Danach brechen Reed, T'Pol und Zobral in einer Fähre auf, um Archer und Trip zu retten. Nach einer etwas längeren Suche, können sie die beiden auch finden und retten, bevor die Ruine, in der sie sich versteckten, durch Artilleriefeuer zerstört wird. Zobral entschuldigt sich bei Archer für die Unannehmlichkeiten und verlässt das Schiff.
 
Kritik:
Terroristen in der Wüste...kommt mir bekannt vor. Es ist interessant zu sehen, dass sich die Autoren eines so heiklen Themas (zumindest ist es das für die Amerikaner) annehmen. Was mich positiv überrascht hat, ist, dass Zobral und seine Absichten nicht als schlecht abgetan werden. Davon zeugt auch Archers Schlusswort, als er meint "Ich habe das Gefühl, dass es Wert ist, für die Sache zu kämpfen."

Zobrals Kaste wird als das Opfer im ewigen politischen Machtkampf dargestellt, nicht als die bösen Terroristen, die der vermeidlich zivilisierten Welt schaden wollen. Sie sind im Grunde normale Leute, die auch Spaß haben können (siehe das Ballspiel). Sie wollen nur als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft akzeptiert werden. Über die Methoden, die sie in diesem Kampf anwenden, lässt sich natürlich streiten, aber die Frage, die man sich hier stellen muss lautet "Wie würde ich handeln?" Laut Zobral hat man vor Gericht alles versucht um Gleichberechtigung zu erzielen - nichts ist passiert. Da bleibt einem doch nur noch der Griff zur Waffe. Oder nicht?
Der Zuschauer ist die dieser Diskussion hin und her gerissen. Die charismatische Ausstrahlung Zobrals tut ihr übriges dafür, dass ein jeder seine Ziele verstehen kann.

Ich hätte mir gewünscht, dass der Konflikt zwischen den "Terroristen" und der Regierung noch ein wenig vertieft wird. Vielleicht hätte man sogar einen Zweiteiler aus dieser Folge machen können. Da dies aber nicht geschehen ist, kann ich nur hoffen, dass Zobral in Zukunft noch einmal auftauchen wird und wir erfahren, was aus ihm und seinem Kampf geworden ist.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 1/5 | Inhalt: 3/5