Die Schockwelle, Teil 1

Originaltitel: Shockwave, Part 1
 
Staffel: 1
 
Note: 2+
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Captain Archer ist im Begriff eine Kolonie der Paraaganer zu besuchen. Da in der Atmosphäre des Planeten eine hohe Konzentration des Gases Tetrazin vorhanden ist, müssen spezielle Landeprotokolle beachtet werden, da sich die Atmosphäre sonst entzündet. Doch während des Anfluges kommt es zu einer gewaltigen Explosion und alle 3600 Kolonisten sterben.
Empört über diesen Vorfall, wird die Enterprise von der Sternenflotte zurück zur Erde beordert. T'Pol und Phlox sollen auf dem Rückflug auf ein vulkanisches Schiff wechseln und werden von ihrem Dienst entbunden. Das vulkanische Oberkommando schlägt vor, dass die Menschen für die nächsten 20 Jahre keine Tiefenraum-Mission mehr unternehmen sollten.

Sichtlich zerknirscht steigt Archer Abends in sein Bett - enttäuscht darüber, dass seine Mission schon vorüber ist. Er schaltet das Licht aus und beginnt nachzudenken, doch als Porthos nicht aufs Bett hüpfen möchte, schaltet der Captain das Licht noch einmal an. Zu seiner Verwunderung befindet er sich in seiner Wohnung in San Francisco, einen Tag vor dem Zwischenfall in Broken Bow. Doch damit nicht genug der Überraschungen. Plötzlich steht Crewman Daniels vor ihm, der vor Monaten von Silik erschossen wurde.
Daniels erklärt ihm, dass der Unfall nicht hätte stattfinden dürfen und das irgendeine Fraktion im Temporalen Kalten Krieg versucht, die Mission der Enterprise zu sabotieren.

Zurück auf seinem Schiff beginnt sich Archer mit den Führungsoffizieren zu beraten und erzählt ihnen von seiner Begegnung mit Daniels. Gleichzeitig hat er Lt. Reed damit beauftragt nach einer EM-Signatur an der Fähre zu scannen, das angeblich den Unfall verursachte - und tatsächlich. Malcolm entdeckt ein Stück getarnte Technologie der Suliban. Noch verblüfft darüber, dass der Captain so etwas wissen konnte, wird Tucker damit beauftragt zwei Quantenleuchtfeuer herzustellen, die auf Positronenbasis funktionieren.
Da Trip keine Ahnung hat, wie er das tun soll, gibt ihm Archer die Spezifikationen. Mayweather soll das Schiff wenden und zurück zur Kolonie der Paraaganer fliegen.

Nun lässt der Captain das Quartier von Daniels öffnen und sieht dort eine Datenbank ein, um die Spezifikationen von einem sulibanischen Kreuzer mit Tarnvorrichtung zu bekommen. Obwohl Reed zu gerne einen Blick auf die vielen Daten über klingonische Schiffe werfen würde, verbietet es ihm Archer.
Mit den Daten des Sulibanschiffes im Gepäck, soll Malcolm die Bordwaffen auf kritische Systeme dieses Kreuzers einstellen. In der Zwischenzeit ist die Enterprise bei der Kolonie eingetroffen. Archer lässt einen Kurs zu einem System 2,5 Lichtjahre entfernt setzten. Als sie dort ankommen werden die Quantenleuchtfeuer aktiviert und zur Überraschung aller, ist plötzlich ein getarntes Schiff der Suliban zu sehen. Laut Archer besteht die Mission nun darin drei Datenscheiben von diesem Schiff zu stehlen, um zu beweisen, dass die Menschen nichts mit dem Unfall in der Kolonie zu tun hatten.

Ehe sich die Suliban versehen, wird ihr Schiff außer Gefecht gesetzt und geentert. Nach wenigen Minuten ist Archer mit seinem Außenteam und den drei Datenscheiben auch schon wieder auf dem Rückweg.
Die Analyse ergibt, dass das Gerät der Suliban, dass Reed an der Fähre entdeckte, für die Explosion in der Atmosphäre der Kolonie verantwortlich war. Mit diesen Informationen macht sich die Enterprise auf den Weg zum Treffpunkt mit dem vulkanischen Schiff, als plötzlich das Warpfeld instabil wird. Bald zeigt sich auch warum. Das Sternenflottenschiff ist umringt von kleinen Sulibanschiffen. Kurz darauf meldet sich Silik und verlangt, dass Archer innerhalb von fünf Minuten eines seiner Schiffe betritt, andernfalls hätte er die Erlaubnis, die Enterprise zu zerstören.

Der Captain übergibt T'Pol das Kommando und steigt in den Turbolift, um zur Andockschleuse zu gelangen - doch dort kommt er nie an. Silik wird ungeduldig und glaubt, Archer würde "Spielchen" mit ihm spielen, doch auch T'Pol hat keine Ahnung, wo der Captain ist. Nichtsdestotrotz beginnen alle Sulibanschiffe auf den Warpreaktor der Enterprise zu zielen. Archer findet sich in einem alten, zerstörten Korridor wieder. Plötzlich steht Daniels vor ihm und erklärt, dass er den Auftrag hatte, den Captain in das 31. Jh. zu bringen. Doch dies war offensichtlich ein Fehler, denn bevor Archer in die Zukunft geholt wurde, war alles normal - jetzt ist die Erde eine einzige Ruine und es existieren keine Zeitmaschinen mehr, mit denen der Fehler korrigiert werden könnte...
 
Kritik:
Das ist es also. Das erste Staffelfinale von Enterprise. Im Mittelpunkt steht hier, wie sollte es auch anders sein, der Temporale Kalte Krieg. Viele haben gedacht, dass einige Fragen im Finale der ersten Staffel geklärt würden, doch es ist eine wahre Flut von Neuen hinzugekommen.
Ich war mir eigentlich schon immer sicher, dass Daniels nicht tot sein kann. Um so erfreuter war ich natürlich, als ich in meinem Glauben bestätigt wurde, denn Daniels ist eine wichtige Schlüsselfigur im Rätselraten um die Rolle Archers und der Enterprise in diesem Konflikt.

Die Geschichte ist flüssig erzählt und enthält keine Passagen, in denen man sich langweilen muss. Dieser schnelle Ablauf ist hier auch bitter von Nöten, da man sich sonst in einem Netz aus zweitrangigen Konversationen verfangen könnte, die der Folge nur Schaden würden. Das Beste an dieser Folge ist jedoch ganz klar der Schluss. Die Spannung erreicht hier ihren Höhepunkt und der Zuschauer wird enttäuscht zurück gelassen. Aber er ist nicht etwa enttäuscht über die Episode, sondern eher darüber, dass sie schon vorbei ist.
Als ich das Ende zum ersten Mal sah, habe ich mir während der letzten Kamerafahrt gedacht "Hoffentlich ist es noch nicht zu Ende." Doch da wurden auch schon die Credits eingeblendet. "Die Schockwelle (1)" ist ein wunderbares Finale, dass sämtliche Folgen der ersten Staffel, die mit dem Temporalen Kalten Krieg zu tun hatten, noch einmal betrachtet und eine Art Resümee zieht.
Zwar werden, wie schon gesagt, keine Fragen beantwortet, aber kann man nun die bereits bekannten Fragen unter einem völlig neuen Licht betrachten und sich auf weitere Folgen, mit den Zeitreisenden freuen.

Kleiner Zusatz: Wer sich die Daten von Daniels Computer einmal in Zeitlupe ansieht, wird bald schematische Darstellungen von Schiffen der Akira-, Defiant-, Nova- und Sovereignklasse entdecken.

Spannung: 4/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5