Todesstation

Originaltitel: Dead Stop
 
Staffel: 2
 
Note: 2
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Das Loch, das eine romulanische Mine vor vier Tagen in die Hülle der Enterprise riss, hat großen Einfluss auf das Leben an Bord. Die Reparaturmannschaften arbeiten rund um die Uhr, doch geht ihnen schon bald das Material aus. Da das Schiff mit diesem Schaden maximal Warp 2,1 fliegen kann, ist eine Rückkehr zur Erde ausgeschlossen - das würde 10 Jahre dauern.
Da auch die Langstreckenkommunikation nicht funktioniert, instruiert Archer Hoshi, sie solle mit der noch intakten Kurzstreckenkommunikation einen allgemeinen Hilferuf aussenden.

Auch Malcolm hat noch unter dem Vorfall im Minenfeld zu leiden. Für mindestens zwei Wochen kann er noch nicht zum Dienst antreten und das ist für den pflichtbewussten Engländer eine Katastrophe.

Kurze Zeit später reagiert ein tellaritischer Frachter auf den Notruf. Zwar ist die Verbindung schlecht, doch kann er Koordinaten für eine Reparaturstation übermitteln, die sich in der Nähe befindet.
Die Enterprise setzt Kurs und triff wenig später am Zielort ein. Doch die Crew wird enttäuscht. Die Docks dieser Station sind für die Enterprise zu klein und die Atmosphäre im Inneren ist für jedes Lebewesen tödlich. Da durchzuckt ein greller Lichtblitz das Schiff und mit einem Mal beginnt sich einer der Docks zu vergrößern. Auch die Atmosphäre an Bord wurde so verändert, dass sie Menschen atmen können.
Noch verblüfft über diese Vorgänge, befielt Archer, auf den Rat von T'Pol hin, anzudocken.

Archer, Trip und T'Pol begeben sich auf die Station und stellen fest, dass niemand anderes an Bord ist. Das Trio folgt einer Reihe von Lichtern und gelangt in einen Raum, in dem jeder Schaden auf dem Schiff gekennzeichnet ist. Selbst das verletzte Bein von Malcolm ist mit in der Datenbank.
Da ertönt eine Computerstimme und verkündet, dass die Analyse der Enterprise komplett ist. Archer soll nun die "Bezahlung" wählen. Er soll im Austausch für die Reparatur entweder drei Warpspulen, fünf Deuteriuminjektoren oder 200 Liter Warpplasma hergeben. Der Captain entscheidet sich für das Warpplasma und die Reparaturen beginnen.
Die Computerstimme verkündet nun, dass alle Bereiche, die repariert werden, von der Crew zu meiden sind und das nun ein weiterer Bereich der Station zugänglich ist. In diesem befinden sich mehrere Tische mit einer kleinen Transporterplattform in der Mitte. Wie sich bald herausstellt, handelt es sich dabei um Nahrungsreplikatoren.

Die Reparaturen schreiten voran. Sogar das Bein von Malcolm wird binnen weniger Minuten geheilt. Eigentlich könnte alles wunderbar sein, doch Archer kommt nicht zur Ruhe. Irgendetwas kommt ihm an dieser Station seltsam vor. Da wird Travis von Archer zur Landebucht eins bestellt. Zwar ist diese, soweit Mayweather weiß, noch nicht zugänglich, aber der Captain meint, das hätte sich erledigt. Und auch Trip beginnt misstrauisch zu werden. Diese Greifarme, die die beschädigten Systeme reparieren, sind gleichzeitig riesige Replikatoren, die jedes Ersatzteil eigenständig herstellen. Für eine derart gewaltige Rechenleistung, so meint der Chefingenieur, müsste ein riesiger Computer erforderlich sein, doch fast alle Bereiche der Station sind für die Mannschaft zugänglich und keiner hat einen Computer entdeckt.
Trip beschließt zusammen mit Malcolm, in die Ventilationsschächte der Station zu kriechen, denn dort gibt es Zugang zu einem Raum, den keiner kennt. Doch als die beiden Offiziere eine Sicherheitsschranke passieren, werden sie von einem Transporterstrahl erfasst und auf die Brücke der Enterprise gebeamt. Im Anschluss daran, folgt die obligatorische Standpauke des Captains, der ihnen vorhält, sie hätten dem Rest der Crew gegenüber Vorbildfunktion und dürften sich nicht zu solchen "Streichen" verleiteten lassen. Bis auf weiteres, dürfen Malcolm und Trip ihre Quartiere nicht verlassen. Doch bevor Archer die beiden wegtreten lässt, fragt er noch, ob ihnen in diesem Luftschacht etwas seltsam vorkam. Bevor Tucker auf die Frage richtig antworten kann, wird Archer von T'Pol zur Landebucht eins bestellt. Dort wurde Mayweather tot aufgefunden.

Archer begibt sich zu dem Computerinterface, bei dem er auch die "Bezahlung" ausgesucht hat. Er fordert den Computer auf, ihm eine Antwort zu geben, was mit dem Fähnrich passiert ist. Doch der Rechner gibt nur immer wieder das selbe von sich. "Ihre Eingabe wurde nicht erkannt."
Phlox beginnt inzwischen mit der Autopsie Mayweathers. Da kommt Hoshi herein, um ihn noch ein letztes Mal zu sehen. Sie erzählt von einem Scherz, den Travis vor einigen Wochen auf ihre Kosten gemacht hatte. Da bemerkt der Doktor etwas im Bioscan von Mayweather und ruft den Captain zu sich. Wie sich herausstellt, ist die Person auf dem Tisch nicht der Fähnrich, sondern eine Kopie. Das ist der Beweis, den Archer gesucht hatte, um sich in seinem Misstrauen bestätigt zu fühlen. Er entwickelt zusammen mit Trip und Malcolm einen Plan, um hinter die Sicherheitssperre sehen zu können.

Während Trip das verlangte Warpplasma auf die Station schafft, versuchen Archer, T'Pol und Reed in den Ventilationsschächten weiter zukommen. Tatsächlich schaffen sie es, die Sperre zu überwinden und finden sich in einem Raum wieder, in dem viele Körper, der verschiedensten Rassen mit allen möglichen Kabeln verbunden sind. Auch Travis befindet sich unter ihnen. T'Pol und Archer befreien ihn und kehren auf die Enterprise zurück. Mittlerweile beginnen die mechanischen Arme der Station, an der Enterprise herum zuziehen, da laut Stationscomputer, jeder Schaden, der der Station zugefügt wird, auf die Enterprise übertragen wird.
Tucker, inzwischen wieder auf dem Schiff, lässt das Warpplasma in der Station explodieren und schafft es, zusammen mit der Unterstützung zweier Torpedos, die Enterprise von den Armen zu befreien.
Da das Schiff, dank den Reparaturen nun wieder voll einsatzfähig ist, kann die Mission der Enterprise fortgesetzt werden. Und so verlässt das Sternenflottenschiff den Trümmerhaufen, der einmal eine Station war - doch in diesen Trümmern steckt noch mehr Leben, als wir für möglich gehalten hätten.
 
Kritik:
Nach den letzten beiden Folgen, die eher solala waren, startet "Todesstation" voll durch. Schon das Design der Station ist wunderbar gelungen. Die Gänge wirken wie aus "2001: Odyssey im Weltraum" und die moderne Technik, die zum Einsatz kommt, erinnert an die eine oder andere TNG-Folge.
Wie Archer, kommt dem Zuschauer die Station von Anfang an seltsam vor, um nicht zu sagen unheimlich. Vielleicht könnte man "Todesstation" sogar nachsagen, dass es sich hier um eine der wenigen Mystery-Episoden im Star Trek-Universum handelt.
Auch wenn es deren Job ist, so muss ich die Leute der SFX-Abteilung besonders loben. So viele digitale Effekte in einer Folge gibt es selten zu sehen.

Kommen wir zur Handlung an sich: Die Geschichte ist flüssig erzählt und mir fällt im Moment keine Szene ein, die unwichtig gewesen wäre. Auch Hoshis Besuch auf der Krankenstation verfehlt ihre Wirkung nicht, soll er doch illustrieren, dass Travis und sie gute Freunde sind.
Als Zuschauer hofft man die ganze Zeit darauf, dass endlich geklärt wird, wer denn nun diese Station gebaut hat. Man beginnt Vermutungen anzustellen. Waren es die Tellariten? Immerhin hatte die Enterprise die Koordinaten von einem ihrer Frachter. Aber offiziell besitzt diese Spezies nicht eine solch ausgereifte Technologie. Steht letzten Endes sogar der Temporale Kalte Krieg damit in Zusammenhang?

An der ganzen Folge gibt es nur ein Problem, dass jedoch äußerst schwer wiegt. Wenn nun schon eine so fortschrittliche Technologie im All treibt und Schiffe repariert - und das auch noch mitten im Alphaquadranten - warum ist sie später niemandem aufgefallen? Schwebt sie zu Zeiten Picards immer noch da draußen rum? Gut, möglicherweise trifft die NX-01 noch mal auf die Station und kann sie endgültig zerstören, oder eine andere Rasse hat das Rätsel gelöst, aber ein wenig stutzig wird man da doch.
"Todesstation" ist eine Folge, die man wirklich gesehen haben sollte. Die Geschichte ist, bis auf die eben angesprochenen Schwächen, sehr gut und die Effekte sind fantastisch.

Spannung: 3/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 4/5