Eine Nacht mit Phlox

Originaltitel: A Night in Sickbay
 
Staffel: 2
 
Note: 2+
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Da die Enterprise einen fünften Plasmainjektor benötigt, versucht Archer mit einem Außenteam, bestehend aus T'Pol, Hoshi und Porthos, einen auf der Kreetassen Heimatwelt zu erwerben. Wie beim letzten Mal reagieren Vertreter dieser Spezies plötzlich sehr beleidigt und schicken das Außenteam zurück zum Schiff. Noch in der Dekontaminationskammer, beginnt sich Archer über die Gastgeber maßlos aufzuregen, was sie sich dabei gedacht haben, ihn 12 Stunden warten zu lassen und ihn dann ohne Plasmainjektor wieder weg zu schicken. Da meldet sich Phlox zu Wort und entlässt die Menschen aus der Kammer, doch Porthos muss bleiben. Dieser hat sich irgendeinen Krankheitserreger zugezogen und so muss der Doktor den Beagle mit anderen Methoden, als der Dekontamination behandeln.

Kurz darauf erfährt Archer, warum die Kreetassen beleidigt waren. Offensichtlich hat Porthos an einen der 300 Jahre Bäume, vor der Halle der Diplomatie gepinkelt. Nun erwarten die Kreetassen, das Archer eine Reihe von rituellen Entschuldigungen durchläuft. Welche das genau sein werden, erfährt der Captain noch nicht.
Archer geht auf die Krankenstation, um nach seinem Hund zu sehen. Unglücklicherweise, geht es dem überhaupt nicht gut und Phlox hat Mühe sein Immunsystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren.
Der Captain versucht in seinem Quartier etwas zu schlafen, doch kommt er vor Sorgen um seinen treuen Freund, nicht zur Ruhe. Daher beschließt er, die Nacht auf der Krankenstation zu verbringen. Doch auch hier, ist es schwer, ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Probleme bereiten Archer besonders die seltsamen "Hobbies" des Doktors.
Archer ergreift die Flucht und versucht sich im Gymnastikraum etwas abzulenken. Dort trifft er auf T'Pol und beginnt mit ihr eine Unterhaltung, über den Sinn oder Unsinn, einen Hund mit auf eine diplomatische Mission zu nehmen. Da trifft auch schon eine Nachricht der Kreetassen ein, die eine Liste mit Entschuldigungen erstellt haben. Diese sind jedoch, nach Archers Meinung derart lächerlich, dass er erstmal auf die Krankenstation zurückkehrt.

Phlox bemerkt, dass der Captain äußerst unruhig ist und fragt ihn, woran das liegt. Archer meint natürlich, er mache sich Sorgen um seinen Hund und sei wütend auf die Kreetassen, da sie hätten wissen müssen, dass es einen Krankheitserreger gibt, der für den Hund schädlich ist. Schließlich hätten sie die genetischen Profile des Außenteams gehabt. Doch Phlox ist der Meinung, dass zweischen dem Captain und dem Subcommander eine sexuelle Spannung herrscht - daher seine Wut. Wie man sich denken kann, reagiert Archer nicht gerade sehr ruhig, als er das hört.
Er flüchtet ins Bett. Doch auch dort findet er - mal wieder - nur für kurze Zeit Ruhe, denn eine entflogene Fledermaus lässt den Doktor lauthals fluchen. Als dieses Problem gelöst ist, versucht Phlox erneut das Gespräch um T'Pol zu beginnen, doch der Captain will schlafen.

Archer träumt von der Beerdigung Porthos' und wie er mit der Vulkanierin einige intime Momente verlebt.
Durch Alarmgeräusche wird er geweckt. Die Behandlung hat offensichtlich angeschlagen, aber die Hirnanhangdrüse des Hundes ist schwer geschädigt worden. Phlox muss versuchen, sie mit der eines calrissianischen Chamäleons zu ersetzen. Die Art und Weise, wie er das tun will, ist jedoch ungewöhnlich und so reagiert Archer fast panisch, als der Doktor seinen Hund in einen riesigen Wassertank legen will.
Letztendlich sieht er jedoch ein, dass es nötig ist und assistiert dem Doktor bei der Operation. Dabei unterhalten sich die beiden über T'Pol und die Kultur der Denobulaner. Archer scheint nun ein größeres Verständnis für andere Kulturen zu besitzen und versteht auch, warum er sich bei den Kreetassen entschuldigen muss.

Nach der Operation begibt er sich auf die Oberfläche und führt das Entschuldigungsritual durch. Die Kreetassen sind so davon begeistert, dass sie der Enterprise nicht nur einen, sondern gleich drei Plasmainjektoren zur Verfügung stellen. Und noch eine gute Nachricht erreicht den Captain: Porthos zeigt keinerlei Abstoßungserscheinungen der neuen Hirnanhangdrüse und so darf Archer seinen Freund nach einer langen Nacht endlich wieder mit nach Hause nehmen.
 
Kritik:
Dies ist eine Folge, die ich als Hundebesitzer gut nachvollziehen konnte. Die Sorge um seinen treuen Freund, hätte wohl jedem eine unruhige Nacht beschert.
Was man Archer während der gesamten Episode ansieht ist, dass er, im Vergleich zu Picard oder Sisko, noch sehr wenig Erfahrung mit anderen Kulturen hat und von keiner Institution speziell dafür geschult wurde. Ich gehe sogar soweit, um zu behaupten, Archer benimmt sich wie ein Elefant im Porzellanladen - das beweist schon seine Bereitschaft, selber an einen der alten Bäume zu pinkeln, falls Porthos sterben sollte. Letztendlich ist es Phlox, selber ein Außerirdischer, der dem Captain ein wenig Nachhilfe in dieser Beziehung geben kann. Es ist einfach schön, Scott Bakula (Archer) und John Billingsley (Phlox) zuzuhören, wenn sie ihre Gespräche führen. Erwähnenswert sind hier vor allem Phlox' Kommentare, nachdem Archer gegenüber T'Pol zwei, mehr oder weniger peinliche, Versprecher zum Besten gab.

Der Nicht-Hunde-Besitzer wird vielleicht Schwierigkeiten mit der einen oder anderen Reaktion des Captains haben, doch kann derjenige versichert sein, dass sie absolut authentisch ist.
Obwohl die Folge immer mehr oder weniger zwischen "Archer versucht zu Schlafen" und "Archer regt sich über die Kreetassen auf" hin und her wechselt entsteht nie das Gefühl der Langeweile.
"Eine Nacht mit Phlox" ist definitiv ein "must-see" für denjenigen, der schon immer mal davon geträumt hat einen Captain zu sehen, der manchmal überhaupt nichts mit Diplomatie zu tun haben möchte.

Spannung: 1/5 | Erotik: 3/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 3/5 | Inhalt: 3/5