Verschwunden

Originaltitel: Vanishing Point
 
Staffel: 2
 
Note: 3
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Hoshi befindet sich zusammen mit Commander Tucker auf einer Außenmission. Sie untersuchen und fotografieren alte Ruinen einer Spezies, die komplett von dem Planeten verschwunden zu sein scheint.
Da zieht ein gewaltiger elektrischer Sturm auf - zu gefährlich für eine Fähre. Archer beschließt Trip und Fähnrich Sato hochzubeamen. Da Hoshi dem Transporter nicht vertraut, soll Tucker zuerst beamen. Wenn er sicher angekommen ist, kommt sie nach. Tatsächlich schafft es Trip sicher an Bord. Hoshi macht sich zum beamen bereit. Kurz darauf löst sie sich in einem blauen Strahl auf. Auch sie schafft es zurück zur Enterprise.

Doch in den kommenden Stunden, fühlt sich die Kommunikationsoffizierin nicht wohl. Zwar wollte Archer, dass sie am nächsten Tag mit Trip zurück auf den Planeten fliegt, um die zurückgelassene Fähre zu bergen, doch entschließt er sich letztendlich dazu, ihr frei zu geben.
Da ihr seltsames Gefühl nicht verschwindet, sucht Hoshi den Doktor auf und erzählt ihm, dass sie befürchtet, von Transporter nicht mehr richtig zusammengesetzt worden zu sein.
Phlox kann sie jedoch beruhigen und rät ihr, sich mal richtig auszuschlafen.

Gesagt, getan. Sie schläft sogar so gut, dass sie ihre Schicht auf der Brücke fast verpennt. Doch da meldet sich T'Pol. Sie wird dringend auf ihrem Posten benötigt. Offensichtlich wurden Trip und Mayweather von Aliens als Geiseln genommen. Sie soll nun deren Sprache entschlüsseln. Seltsamerweise, bringt es Hoshi aber nicht fertig, die Wörter zu verstehen. Archer beauftragt einen Crewman mit dieser Aufgabe und rät Hoshi, sich in ihrem Quartier auszuruhen. Obwohl der Fähnrich nicht sehr begeistert von dieser Idee ist, leistet sie dem Befehl Archers folge und geht zurück in ihr Quartier.
Dort gibt sie sich erstmal einer ausgiebigen Dusche hin, doch plötzlich beginnen die Wassertropfen durch ihre Hand hindurch zu fallen. Obwohl sie darüber sehr geschockt ist, redet sie sich ein, es sei nur eine Sinnestäuschung. Doch auch beim Essen, hat sie das Gefühl, dass sie niemand wahrnimmt - selbst die Turboliftkontrollen reagieren nicht auf ihre Kommandos.

Erneut sucht Hoshi den Doktor auf - der kann sie sehen. Er scannt sie erneut und kann wieder nichts besonderes feststellen.
Langsam beginnt sie an sich selbst zu zweifeln und sucht den Fitnessraum auf. Dort trifft sie Commander Tucker, der von den Aliens frei gelassen worden ist. Offenbar wollten sie die Photos und Gesteinsproben zurück haben, die er zusammen mit Hoshi am Tag zuvor gesammelt hatte. Sie entschuldigt sich bei Tucker, dass sie ihm nicht helfen konnte, doch sieht er die Sache locker und versucht den Fähnrich etwas aufzumuntern. Anschließend verlässt er den Raum und Hoshi beginnt zu trainieren.
Doch plötzlich verschwimmt ihr Spiegelbild. Ihre Hände gehen durch Objekte hindurch, als seien sie gar nicht vorhanden und auch die Türkontrollen reagieren nicht. Da Hoshi, so glaubt sie zumindest, im Fitnessraum eingeschlossen ist, haart sie dort aus, bis die Tür erneut geöffnet wird. Da treten T'Pol und Tucker herein, die auf der Suche nach Hoshi sind. Keiner von beiden kann Sato wahrnehmen und auch die internen Sensoren sind machtlos.

Da erinnert sich Phlox an die Befürchtungen des Fähnrichs, nicht richtig zusammengesetzt worden zu sein. Als er sich die Untersuchungsergebnisse noch einmal ansieht, stellt er fest, dass sich ihre Moleküle tatsächlich auflösen.
Als sich nach Stunden noch immer kein Lebenszeichen von ihr Orten lässt und Tucker zusammen mit Phlox sogar Biorückstände entdeckt hat, die Hoshis DNA aufweisen, kontaktet Archer ihre Eltern, um ihnen vom Tod ihrer Tochter zu berichtet.
Da bemerkt Hoshi, dass sie kleine elektrische Entladungen verursachen kann und versucht so dem Captain eine Nachricht per Morsecode zukommen zu lassen. Dieser bemerkt diesen Code auch, wird aber von T'Pol darauf hingewiesen, dass er sich das ganze wahrscheinlich nur einbildet, da er hofft, Hoshi doch noch zu finden.

Völlig ratlos, was sie tun soll, wandert der Fähnrich umher. Da bemerkt sie seltsame Aliens an Bord, die offenbar niemand anderes wahrzunehmen scheint. Sie entdeckt, dass die Wesen eine Bombe an Bord platzieren. Mit Hilfe der elektrischen Entladungen, die Hoshi verursachen kann, schafft sie es zwar die Fertigstellung des Sprengsatzes ein wenig zu verzögern, aber aufhalten kann sie es nicht.
Als die Aliens fertig sind, steigen sie auf eine Transporterplattform und verschwinden vom Schiff. Da hört sie plötzlich die Stimmen von Malcolm und Trip die sie dazu ermutigen auf diese Plattform zu steigen.

Da materialisiert Hoshi auf der Transporterplattform der Enterprise. Sie will sofort losstürmen, um die Aliens aufzuhalten. Doch von Tucker wird sie aufgehalten und befragt, was denn los sei.
Malcolm erzählt ihr, dass der Materiestrom aufgrund des Sturms für ca. acht Sekunden instabil war, aber das sonst alles in Ordnung sei.
Immer noch perplex, dass sie die Anderen wieder wahrnehmen, begibt sie sich zur Krankenstation. Dort stellt Phlox fest, dass aufgrund der Instabilität im Materiestrom, Hoshi sich alles nur eingebildet hat. Alles, was sie nach ihrer Rückkehr erlebt hat, ist den acht Sekunden passiert - vielleicht sogar nur ein den letzten zwei bis drei Sekunden.
Glücklich darüber, dass nun alles wieder in Ordnung ist, verlässt sie zusammen mit dem Captain die Krankenstation, um sie erstmal richtig auszuschlafen.
 
Kritik:
Wieder einmal muss ich kritisieren, dass die Idee eines verschwundenen Crewmitgliedes nicht neu ist. Sowohl Doktor Crusher als auch Geordie, ist in der Zeit von TNG genau dasselbe passiert - mit der Ausnahme, dass es sich bei ihnen um keinen Traum handelte. Gehen Berman und Braga langsam die Ideen aus, oder warum wird ein schon behandeltes Thema neu aufgewärmt? Zurzeit vermisse ich ein wenig Innovation bei Enterprise. Aber gut, vielleicht befinden sich die Autoren im Moment auch nur in einem Formtief.

"Verschwunden" ist die schon lange überfällige Charakterepisode für den Kommunikationsoffizier der Enterprise. Es ist sofort zu sehen, dass Hoshi sich im Weltraum noch nicht so ganz zu Hause fühlt, wie es vielleicht bei anderen Crewmitgliedern schon der Fall ist. Ihre Angst vor dem Transporter ist sicher nicht ganz unbegründet und verdeutlicht auf sehr anschauliche Weise, dass einige Dinge, die wir aus den "späteren" Star Trek-Serien für selbstverständlich halten, zu Zeiten ihrer Erfindung und Einführung in die Gesellschaft, erst das Vertrauen der Leute gewinnen mussten. Da ist auch der Satz von Phlox richtungsweisend, der den Transporter mit einem Auto oder Flugzeug vergleicht - Dinge, an die sich der Mensch auch erst gewöhnen musste.
Was Hoshi zu einem interessanten Charakter werden lässt, ist der Fakt, dass sie manchmal nicht zu wissen scheint, was sie tun muss. Sobald sie z.B. eine Sprache nicht versteht, beginnt sie nervös zu werden und macht Fehler. Eine Eigenschaft, die man nicht bei allen Crewmitgliedern vorfindet. Das lässt Fähnrich Sato zu einer besonderen Person werden, in der noch viele Facetten darauf warten entdeckt zu werden.

Ich hoffe, dass "Verschwunden" nicht die einzige Folge bleibt, die sich mit Linda Parks alter Ego auseinandersetzt - jedoch wünsche ich mir für das nächste Mal ein wenig mehr Innovation.
Damit bleibt "Verschwunden" eine durchschnittliche Episode, die zwar an einigen Stellen zu überzeugen vermag, aber letztendlich zu gewöhnlich ist, um lange Zeit in Erinnerung zu bleiben.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5