Der Laufsteg

Originaltitel: The Catwalk
 
Staffel: 2
 
Note: 2-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise befindet sich im Orbit eines Planeten und bereitet gerade eine Untersuchung desselben vor, als sich ein Schiff der Takrit nähern und das Sternenflottenschiff ruft.
Die Crew dieses Schiffes erbittet Zuflucht vor einem sich nähernden Neutronensturm, da ihr Schiff zu langsam ist. Doch auch die Enterprise ist schnell genug, um dem Sturm zu entkommen. Damit die Crew vor der gefährlichen Strahlung dieses Phänomens geschützt ist, sucht sie Schutz auf dem so genannten Laufsteg - eine etwas größere Wartungsröhre, die sich in jeder Warpgondel befindet. Zwar ist es dort mehr als eng, doch ist es der einzige Platz an Bord, der mehr als 80 Personen schützen kann.

In aller Eile, sucht jeder das Nötigste zusammen und begibt sich dorthin. Trip richtet mit Travis derweilen eine provisorische Brücke ein.
Auf diesem Laufsteg muss die Crew nun die nächsten sieben Tage ausharren - ohne die Möglichkeit zu haben, sich zu waschen. Wenigstens, gibt es eine Toilette.
Nun sitzt die Mannschaft da und versucht sich die Zeit zu vertreiben. Das versucht sie mit Kartenspielen oder anderen Dingen. Ab und zu kommt sogar der Koch und bringt etwas zu essen vorbei. Auch Archer und T'Pol müssen sich auf engstem Raum zurecht finden. Doch die Vulkanierin ist nicht davon begeistert, dass sie kaum Platz hat, um sich einmal zurück zuziehen. Der Captain empfiehlt ihr, sich ein wenig unter die Crew zu mischen und jeden ein bisschen besser kennen zu lernen.

Da fährt plötzlich der Warpreaktor wieder hoch. Nun wird es gefährlich, denn wenn die Energie wieder zu 100% hergestellt ist, wird es in den Warpgondeln so heiß, dass die Crew verbrennen würde.
Trip macht sich in einem Raumanzug, der ihn für 22 Minuten vor der Strahlung des Sturms schützen kann, auf den Weg in den Maschinenraum, um herauszufinden, was da los ist.
Dort angekommen entdeckt er Ausrüstungsgegenstände, die nicht zum Inventar des Schiffes gehören. Da bemerkt Tucker auch einige Außerirdische an Bord, die versuchen den Reaktor wieder zum laufen zu bringen. Zur Überraschung des Commanders tragen sie keine Schutzanzüge - wie sich herausstellt, handelt es sich um Takrit.

Als der Chefingenieur Bericht erstattet hat, stellt Archer die Takrit zur Rede, die angeblich Zuflucht auf der Enterprise gesucht haben.
Sie geben zu, dass der Sturm nur ein Vorwand war, um sich vor der so genannten Takrit-Miliz zu schützen. Sie erzählen Archer, dass sie früher selbst einmal zu dieser Gruppe gehörten, doch als sie feststellten, dass die Miliz korrupt ist und Schiffe einfach überfällt und plündert, entschlossen sie sich dazu, wieder auszutreten. Doch da das nicht so einfach ging, sind sie nun auf der Flucht.

Der Captain beschließt, sein Schiff nicht einfach so kampflos aufzugeben. Während T'Pol und Malcolm versuchen sollen, den Reaktor wieder herunter zufahren, macht sich Archer auf den Weg, um die Takrit aufzuhalten.
Über Intercom nimmt er Kontakt zum Anführer der Miliz auf und droht die Enterprise zu zerstören. Travis steuert mittlerweile auf eine besonders heftige Turbulenz zu, die das Schiff auseinander reißen könnte.
Archer gelingt es tatsächlich die Takrit vom Schiff zu jagen, während T'Pol und Reed es geschafft haben, den Reaktor zu deaktivieren.

Nun muss die Crew noch ein paar Tage auf dem Laufsteg ausharren. Doch zum Glück wurde ein Teil des Laufstegs in ein provisorisches Kino umgebaut. Selbst T'Pol nimmt sich die Zeit und sieht sich einen Western mit an. Da verkündet Archer, dass man, aufgrund der hervorragenden Fähigkeiten von Mayweather, den Sturm eher verlassen wird, als vorgesehen.
Nach einer Woche auf engstem Raum freut sich nun jeder auf eine ausgiebige Dusche und eine neue Uniform.
 
Kritik:
Die Crew auf engstem Raum unterzubringen ist eine gute Idee gewesen. So besteht die Möglichkeit, einmal mehr von der Mannschaft zu sehen, als immer nur die Führungsoffiziere. Ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass auch schon bekannte Crewmitglieder wie Crewman Cutler und Novakovich mit in die Handlung einfließen. Das hätte die Geschichte ein wenig mit den anderen Episoden zusammengeschweist.

Selbst der Runnig-Gag mit dem Koch kommt in dieser Folge wieder zum Einsatz. Diesmal kann man den oft erwähnten, aber die gezeigten Mann endlich mal sehen - oder besser gesagt, seine Beine.
Erstaunlicherweise wird die Episode, obwohl sie fast ausschließlich auf dem Laufsteg spielt, nie langweilig. Durch die Enge wird ein Gefühl wie auf einem U-Boot hervorgerufen und man kann die stickige Luft fast riechen.

Was die Geschichte ein wenig verdirbt, ist diese Kaperung durch die Takrit-Miliz. Darauf hätte man auch locker verzichten können - aber nein, es musste ja unbedingt noch ein wenig Action mit in die Folge. Warum? Wenn es sich nur um die Crew gedreht hätte, wäre es auch nie langweilig geworden.
Auch mal wieder typisch, dass der Captain bei einer Bedrohung sein Schiff sofort zerstören will. Zwar gibt es sicher Momente, in denen ein Kommandant nur diese Option bleibt, aber muss das denn immer sein? Die Story hätte viel authentischer gewirkt, wenn Archer die Lösung nur kurz in Betracht gezogen hätte, dann aber andere Möglichkeiten gefunden hätte. Aber so wirkt das Verschwinden der Miliz sehr aufgesetzt und nicht glaubhaft.

"Der Laufsteg" hätte noch besser werden können, wenn man den Fokus ganz auf die Menschen an Bord gelenkt hätte. Die erzwungene Action ruiniert so das Gesamtbild ein Stückchen und zieht die Wertung damit auch von einer 2 auf eine 2- herunter.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 1/5 | Inhalt: 3/5