Stigma

Originaltitel: Stigma
 
Staffel: 2
 
Note: 1-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
T'Pol leidet an einer tödlichen Krankheit, von der niemand erfahren darf, außer dem Doktor. Zwar behandelt er sie schon eine Weile, doch zeigt die Medizin keine Wirkung mehr. Da bietet es sich gerade an, dass die Enterprise einen Planeten umrundet, auf dem eine medizinische Konferenz stattfindet. Phlox möchte von den vulkanischen Ärzten etwas über das Pa'Nar-Syndrom, an dem die Vulkanierin leidet, in Erfahrung bringen. Dabei muss er jedoch äußerst vorsichtig sein, da, falls die Ärzte merken, dass T'Pol daran erkrankt ist, sie von ihrem Volk verstoßen wird.

Gleichzeitig trifft eine Phlox' drei Ehefrauen an Bord ein, die zusammen mit Commander Tucker ein neues Neutronenmikroskop installieren soll.
Der Doktor trifft sich mit drei Ärzten von Vulkan und fragt sie, ob sie ihm Daten über das Syndrom zukommen lassen können, da auf Denobula angeblich eine ähnliche Krankheit ausgebrochen sei. Die Ärzte wollen sich zunächst beraten, ob sie die Daten zur Verfügung stellen wollen, da sie nur äußerst ungern etwas mit dieser Krankheit zu tun haben wollen - gelten doch alle Vulkanier, die davon befallen sind, als Aussätzige.

Kurze Zeit später nähert sich ein Shuttle, mit den drei Ärzten an Bord, der Enterprise. Diese wollen mit Phlox und T'Pol über das Pa'Nar-Syndrom reden. Sie fangen an, den Subcommander Fragen über diese Krankheit zu stellen. Sie gibt an, dass sie nur durch die Gedankenverschmelzung übertragen werden kann und dass die Gruppe, die diese durchführen, von der Gesellschaft verstoßen werden. T'Pol wird ein Padd mit Namen von Vulkaniern gegeben und befragt, ob sie diese kennt. Doch die Vulkanierin verneint.
Die Ärzte entscheiden sich letztendlich Phlox keine Daten über das Syndrom zur Verfügung zu stellen und verlassen das Schiff.

Doch das Padd war nur ein Trick, um eine Probe der DNS von T'Pol zu bekommen. Schon bald wissen die Vulkanier, dass sie erkrankt ist. Ihre Position beim vulkanischen Oberkommando steht auf dem Spiel. Die Ärzte kontaktieren Archer und unterrichten ihn von diesem Vorfall.
Dieser stellt Phlox zur Rede, wird jedoch vom Doktor auf die Dringlichkeit dieser Angelegenheit hingewiesen. Der Captain geht daraufhin selbst zu dem Ärzteteam und verlangte die Herausgabe der Daten - doch er hat keine Chance. Angeblich hat T'Pol keinen Anspruch auf Hilfe, da sie nun den Ausgestoßenen angehört.
Da trifft eine Nachricht von Yuris, einem der Ärzte, ein. Er möchte sich mit T'Pol treffen - allein.
Bei diesem Treffen offenbart der Arzt, dass er selbst der Minderheit angehört und an dem Syndrom erkrankt ist. Er übergibt ihr Daten, die die bisherige Forschungsarbeit an dieser Krankheit enthalten. Danach erzählt ihm T'Pol, dass sie der Minderheit nicht angehört, sondern vor fast einem Jahr gewaltsam zu einer Verschmelzung gezwungen wurde. Gleichzeitig weist sie Yuris darauf hin, dass er diese Information für sich behalten solle.

Nun ist es Phlox unter Umständen möglich, eine Heilung zu entwickeln. Einer der Ärzte, Oratt, will T'Pol inzwischen von ihrem Posten entheben.
Zwar empfiehlt Archer T'Pol, sie möge die Wahrheit über den Ursprung der Krankheit offenbaren, doch weigert sie sich, da das offenbar nichts an dem Umstand ändern würde, dass sie als Aussätzige behandelt werde. Archer macht sich in vulkanischem Recht schlau und entdeckt, dass die Vulkanierin eine Anhörung verdient hat.
Während dieser Anhörung offenbart Yuris, dass er auch zu der Minderheit gehört und erzählt den anderen beiden Ärzten, dass T'Pol zur Verschmelzung gezwungen wurde. Daraufhin, wird ihm sein Posten aberkannt, doch darf T'Pol ihren vorerst behalten.

Von dieser ganzen Aufregung bekommt Trip recht wenig mit. Schon beim Zusammenbau des Neutronenmikroskops bemerkt er, dass sich Feezal, Phlox' Frau, sehr zu ihm hingezogen fühlt. Bei den verschiedensten Gelegenheiten, macht sie dem Commander eindeutige Angebote. Doch der wehrt sich dagegen, da es nicht seinen Moralvorstellungen entspricht, sich mit der Frau eines anderen Mannes zu flirten.
Tucker hält es schließlich nicht mehr aus und berichtet Phlox davon. Doch der ist ganz begeistert davon, dass sich Feezal für den Chefingenieur interessiert. Zwar rät er dem Commander dazu, es doch einmal mit ihr zu versuchen, doch Trip lehnt höflich ab.

Als die Denobulanerin das Schiff wieder verlässt, verabschiedet sie sich von Trip und amüsiert sich anschließend mit ihrem Mann über das seltsame Verhalten der Menschen.
 
Kritik:
"Stigma" ist ein Teil der Anti-Aids-Kampagne von UPN (dem Star Trek-Sender) in den Vereinigten Staaten. Die offensichtlichen Zusammenhänge zwischen dem Pa'Nar-Syndrom und dieser furchtbaren Krankheit sollten wohl jedem sofort aufgefallen sein.
Nach den letzten Folgen, die mehr oder weniger durchschnittlich waren, ist diese mal wieder einer der Höhepunkte.

Endlich mal wieder eine Episode, die sich mit den Umständen in unserer Gesellschaft auseinandersetzt und aufzeigt, wo Fehler gemacht werden.
In "Verschmelzung" wurde klar, dass T'Pol von den Vorurteilen befangen ist, die sie ihr Leben lang eingetrichtert bekam. Nun ist es interessant mit anzusehen, dass eine Geistesverschmelzung sie unfreiwillig selbst zu jemandem macht, den sie ihr Leben lang verachtet hat (auch wenn das ein wenig hart klingt). Am Anfang der Episode kann man T'Pol richtig mit ansehen, dass sie sich für diese Krankheit schämt. Während der 45 Minuten kann man regelrecht beobachten, wie T'Pol sich verändert. Erst fast zum Schluss scheint die Vulkanierin zu lernen, mit der Situation umzugehen und das Beste daraus zu machen.
In der Gesellschaft der Vulkanier wird die Gedankenverschmelzung noch immer als etwas schlechtes angesehen. Ich hoffe weiterhin, dass während der Zeit von Enterprise geklärt wird, wie und vor allem warum es letztendlich zu einer Integrierung dieser Fähigkeit in den Alltag kommt.

Aber nicht nur auf Aids soll aufmerksam gemacht werden, sondern auch auf den Umgang der Gesellschaft mit Homosexuellen. Ähnlich wie die Vulkanier, die ihre Gedanken durch eine Verschmelzung austauschen, werden diese oft von allen Seiten diskriminiert. Wer hat nicht schon mal von Schlagzeilen gehört, in denen die Presse über Politiker oder Stars herzieht, die sich "geoutet" haben.
Ich denke Dr. Yuris fasst diese Aussage am Ende der Episode gut zusammen, als er sagt: "Diejenigen, die die Fähigkeit zur Gedankenverschmelzung haben, sind nicht anders als ihr."

Die Art und Weise wie jemand sein Leben lebt, sollte von anderen toleriert werden, auch wenn dieser Weg nicht mit den Vorstellungen einer Person oder gar einer Gesellschaft übereinstimmt. "Stigma" hat wohl seinen Teil zur Aufklärung der Massen beigetragen und erhält damit sogar das Prädikat "besonders wertvoll".

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 5/5 | Humor: 1/5 | Inhalt: 4/5