Horizon

Originaltitel: Horizon
 
Staffel: 2
 
Note: 3
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Auf dem Weg zu einem seltenen stellaren Phänomen kreuzt die Enterprise den Kurs der ECS Horizon - dem Schiff auf dem Travis aufwuchs. Mit Erlaubnis des Captains macht der Fähnrich ein paar Tage Urlaub, um seinen kranken Vater zu besuchen. Doch kurz darauf erfährt Mayweather, dass dieser inzwischen gestorben ist.

Der Empfang auf der Horizon ist trotz des Todesfalles herzlich. Alle freuen sich, Travis wieder zu sehen. Nur von seinem Bruder Paul wird er geschnitten. Es dauert nicht lange, da geraten die beiden aneinander.
Travis hat ein paar Verbesserungen an den Systemen des Frachters vorgenommen, ohne den derzeitigen Captain - seinen Bruder - zu fragen.
Da wird die Horizon plötzlich von einem unbekannten Schiff angegriffen. Zwar dauert der Angriff nicht lange, doch haben die Aliens einen Peilsender an der Außenhülle angebracht, der explodiert, wenn man ihn versucht zu entfernen.
Nun ist guter Rat teuer. Während Paul so schnell wie möglich zu einer gut bewaffneten Sternenbasis fliegen will, schlägt Travis vor, sich den Piraten zu stellen. Natürlich stößt das bei einigen nicht auf Zustimmung, da der Frachter so gut wie nicht bewaffnet ist.
Der Fähnrich bietet sich an, die Waffen zu verbessern, da er ein bisschen was von Commander Tucker gelernt habe, doch Paul lehnt energisch ab.

So langsam glaub Travis, dass mit Paul etwas nicht stimmt. Schon bald erfährt er von anderen Crewmitgliedern, dass einige nicht zufrieden mit ihrem derzeitigen Captain sind. Viele glauben, er sei noch nicht bereit für diesen Job.

Obwohl sein Bruder dagegen ist, beginnt Travis insgeheim mit der Verbesserung der Waffen. Das bleibt natürlich nicht unbemerkt und Paul stellt ihn zur Rede. Während dieser hitzigen Debatte stellt sich heraus, dass Paul sauer auf Travis ist, da er zur Sternenflotte gegangen ist, anstatt bei seinen Freunden zu bleiben.
Da greift erneut das Piratenschiff an. In seiner Not erklärt sich Paul schließlich bereit die Verbesserungen von Travis auszuprobieren - und tatsächlich, es klappt. Die Horizon kann mit ihrer Plasmakanone den Antrieb des Gegners ausschalten.

Währenddessen auf der Enterprise: Tucker lädt T'Pol zum Filmabend ein. Diesmal wird "Frankenstein" gezeigt. Obwohl die Vulkanierin anfangs dagegen ist, kann sie von Archer überredet werden, doch zu kommen.
Nach einer Weile findet sich sogar gefallen an dem Film und bemerkt die Parallelen zwischen dem Verhalten den Menschen gegenüber Frankenstein und den ersten Vulkaniern. Letztendlich hat sie der Film so gefesselt, dass sie ihn dem vulkanischen Botschafter empfehlen möchte, damit dieser es leichter hat, die Menschen zu verstehen.

Nachdem Mayweather sich mit seinem Bruder versöhnt hat, geht die Horizon auf Rendevouzkurs mit der Enterprise, wo der Fähnrich wieder seinen gewohnten Aufgaben nachgehen wird.
 
Kritik:
Unglaublich aber wahr - Travis hat endlich mal wieder eine Charakterepisode. Wird ja auch Zeit.
Jedoch hätte ich mir vom Inhalt ein wenig mehr erhofft. Gut, Travis' Familienhintergrund wird sehr genau unter die Lupe genommen und wir erfahren in den 45 Minuten mehr über seine Kindheit als von Archer in der ganzen ersten Staffel. Das Problem ist nur, dass diese "Piraten-Überfallen-Frachter-Story" nicht neu ist. Erinnern wir uns an die erste Staffel. Dort gab es auch einen Frachter, der immer angegriffen wurde - damals von Nausicaanern.
Durch diesen aufgewärmten Plot sinkt das Spannungspotenzial auf fast 0.

Meiner Meinung nach, hätte man es ruhig bei den zwischenmenschlichen Problemen auf der Horizon lassen können - ganz ohne Action. Damit wäre man viel weiter gekommen, als irgendeine Pseudo-Bedrohung zu schaffen.
Wenn Paul wirklich derart sauer auf seinen Bruder war, dann hat er das sicher schon seit Monaten, wenn nicht Jahren angestaut - immerhin ist Travis nicht erst vor ein paar Tagen zur Sternenflotte gegangen.
Wie gesagt, er muss richtig sauer auf ihn gewesen sein - und versöhnt sich mit ihm, wegen eines einzigen Vorfalls, bei dem Travis hilfreich wahr?
Die Lösung des Konfliktes hätte sich ruhig über mehrere Folgen hinziehen können - so wäre A ein neuer Handlungsstrang hinzugekommen und B hätte es gutes Material für weitere Travis-Episoden gegeben.

Aber ich will ja nicht ganz so negativ sein. Denn obwohl die Geschichten um Travis auf der Horizon und "Frankenstein" auf der Enterprise parallel ablaufen, fühlt man sich als Zuschauer nie so, als würde man irgendetwas auf einem der Schiffe verpassen, wenn die Erzählung wieder zur jeweils anderen Seite schwenkt. Die Sequenzen sind somit in sich abgeschlossen und tragen ihren Teil zum Gesamtausgang bei.

Fazit: Trotz einiger Schwächen ist "Horizon" eine nette Episode, die man sich ansehen kann, ohne befürchten zu müssen, dass man seine Zeit verschwendet hat.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 1/5 | Inhalt: 3/5