Böses Blut

Originaltitel: The Breach
 
Staffel: 2
 
Note: 1-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise erhält den Auftrag eine Gruppe von denobulanischen Geologen von einem Planeten zu evakuieren, auf dem eine Gruppe die Führung hat, die keine Außenweltler duldet.

Travis, Trip und Malcolm müssen sich nun tief in ein verzweigtes Höhlensystem begeben, um die Geologen zu holen, da die keine Ahnung von den Vorgängen auf der Oberfläche haben.
Da erreicht ein Notruf die Enterprise. Auf einem kleinen Raumschiff gab es eine Panne und viele der Besatzungsmitglieder sind schwer verletzt.
Einer dieser Verletzten ist ein Antaraner. Sein Volk und die Denobulaner haben einen Jahrhunderte dauernden Konflikt hinter sich und beide Rassen hassen einander noch immer wie die Pest. Da ist es auch klar, dass der Verletzte, Hudak, die Behandlung durch den Denobulaner Phlox ablehnt. Auch der Versuch Archers, den Antarener zu überzeugen, dass ihm Phlox helfen will, stimmt ihn nicht um.

In einem Gespräch zwischen dem Doktor und dem Captain zeigt sich, dass auch Phlox seinen Patienten nicht behandeln wird, da dieser es ablehnt - und die denobulanische Ethik verbietet es, einen Patienten gegen seinen Willen zu behandeln. Als Archer Phlox befiehlt, Hudak zu behandeln, verweigert dieser die Anweisung.

Das Außenteam klettert inzwischen immer tiefer in das Höhlensystem hinein, als Travis plötzlich abrutscht und sich ein Bein bricht. Malcolm und Trip müssen ihn, obwohl er von allen die meiste Ahnung vom Klettern hat, zurücklassen, denn die Zeit drängt. Das Ultimatum der neuen Regierung des Planeten läuft bald ab und dann müssen alle Außenweltler verschwunden sein.

Nach einem ausführlichen Gespräch mit Archer versucht der Doktor inzwischen Hudak zu behandeln. Doch der ist dafür überhaupt nicht dankbar und glaubt, der Denobulaner würde nur zu gerne sehen wollen, wie er stirbt. Auch der Versuch von Phlox ein lockeres Gespräch mit seinem Patienten zu führen, scheitert. Phlox verlässt daraufhin wütend die Krankenstation.
In der Kantine versucht sich der Arzt abzulenken, als T'Pol den Raum betritt. Nach einer Weile erzählt er ihr, wie seine Großmutter ihm immer wieder gesagt hat, dass Antaraner das Böse verkörpern würden. Mit diesen Worten hatte sie ihm damals einen Ausflug zu einem Planeten verdorben.

Tucker und Reed haben inzwischen das denobulanische Geologenteam gefunden und wollen sie evakuieren - doch diese weigern sich. Ihre Arbeit sei zu wertvoll, um einfach abgebrochen zu werden. Nur unter den Drohungen Tuckers, die Wissenschaftler notfalls raus zu tragen, erklären sie sich bereit mitzukommen - natürlich nur, wenn sie ihre Gesteinsproben mitnehmen können.

Phlox hat sich inzwischen dazu durchgerungen Hudak zu behandeln - auch ohne dessen Zustimmung. Während dieser Behandlung kommt es zur Aussprache zwischen den beiden. Phlox erzählt ihm von den Geschichten, die seine Großmutter erzählt hat und wie er versucht hat, seine Kinder so zu erziehen, dass sie anderen Kulturen gegenüber offen sind. Bis auf einen Sohn, hat das sogar geklappt - und mit diesem hat Phlox seit Jahren kein Wort mehr gewechselt.
Das Unmögliche scheint geschafft: Hudak akzeptiert die Behandlung des Denobulaners und ist ihm gegenüber nicht mehr so abweisend.

Auf dem Planeten wird die Situation inzwischen gefährlich. Das Ultimatum ist abgelaufen und das Außenteam ist noch nicht wieder an Bord. Die neue Regierung lässt darauf die Höhlen unter Beschuss nehmen. Nur durch einen geschickten Schachzug Archers, ist es möglich, dass Außenteam und die Geologen zu retten.
Nachdem die Situation entschärft worden ist, kehrt Hudak auf das Schiff zurück, auf dem es den Unfall gab - zusammen mit dem denobulanischen Wissenschaftlern.

Nachdem die Enterprise wieder auf Warp gegangen ist, nimmt sich Phlox die Zeit und schreibt einen Brief an den Sohn, mit dem er seit Jahren nicht mehr gesprochen hat, in der Hoffnung, sich wieder zu versöhnen.
 
Kritik:
Mal wieder eine Charakterepisode für Phlox - und mal wieder ist sie gelungen.
Viele Leute haben ja befürchtet, Phlox könnte zu einer Art Neelix auf der Enterprise werden - aber wenn uns diese Episode etwas gezeigt hat, dann, dass der Charakter Phlox ungeahntes Potenzial besitzt.
Der rundliche Denobulaner mit dem breiten Lächeln, war bisher eher der Ruhepol des Schiffes. Eine Person, die den anderen immer mit Rat und Tat zur Seite stand, aber selbst nie Probleme zu haben schien. Umso besser war es, einen familiären Konflikt einzubauen, der dem Doktor ein realistischeres Image verlieh.

Durch den alten Konflikt zwischen Antaranern und Denobulaner sind nicht nur die persönlichen Beziehungen Phlox' zu seiner Familie ausgebaut worden, sondern auch die Geschichte der Denobulaner, einer Spezies die die Star Trek-Bühne erst vor zwei Jahren betreten hat.

"Böses Blut" lebt besonders durch die Dialoge zwischen Hudak und Phlox. Zu Anfang merkt man sofort, dass eine Art unsichtbare Mauer zwischen den beiden besteht. Auch, wenn es hauptsächlich Hudak ist, der den Doktor angreift, so möchte ich Phlox nicht absprechen, dass auch er seinen Teil zu dem Konflikt beiträgt.
Und doch ist es den beiden möglich, trotz ihrer Vorurteile, miteinander auszukommen.
Vielleicht ist "auskommen" nicht das richtige Wort, denn die beiden Männer akzeptieren nicht nur die Gegenwart des anderen, sondern beginnen auch sich gegenseitig zu respektieren.

Die Nebenhandlung um das Geologenteam dient eher dem Zweck, die Zeit zwischen den Szenen, in denen es um Phlox geht, zu füllen. Einen wirklichen Beitrag zur Geschichte leistet sie nicht - auch wenn durch das Ende versucht wird, etwas anderes zu suggerieren.
Dennoch wirkt dieser Plot nicht aufgesetzt und die Handlung nicht erzwungen - eben typische Star Trek-Hausmannskost.

"Böses Blut" ist wieder mal eine wunderbar gelungene Charakterfolge für den Doktor der Enterprise und ich hoffe, dass noch viele folgen werden.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 4/5 | Humor: 1/5 | Inhalt: 4/5