Cogenitor

Originaltitel: Cogenitor
 
Staffel: 2
 
Note: 2+
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Als die Enterprise einen Stern untersucht, der sich bald zur Supernova verwandeln wird, trifft sie auf ein Schiff der Vissianer. Diese befinden sich ebenfalls auf Forschungsmission und nehmen die Einladung Archers zum kulturellen Austausch gerne an.

Die Vissianer kommen an Bord und verstehen sich prächtig mit der Besatzung der Enterprise. In der Kantine trifft Tucker auf den Chefingenieur des anderen Schiffes, auf dessen Frau und auf eine dritte Person - den so genannten Cogenitor.
Der Chefingenieur erzählt Trip, dass es bei den Vissianern drei Geschlechter gibt und der Cogenitor nur als "Brutstation" für die Kinder da ist. Tucker ist fasziniert davon und möchte mehr über den Cogenitor erfahren. Er bringt in Erfahrung, dass dieses dritte Geschlecht nicht lesen lernen darf, keine Interessen verfolgen darf, ja nicht mal einen eigenen Namen hat er/sie - es.

Archer wird vom Captain der Vissianer inzwischen zu einer Außenmission der ganz besonderen Art eingeladen - der Flug durch die Corona des Sterns mit einem kleinen Schiff.
Da die Technologie der Menschen noch lange nicht so weit ist, wie die der Vissianer und Archer so etwas wahrscheinlich nie wieder tun wird, nimmt er an.

Trip ist inzwischen heimlich in das Quartier des Cogenitors geschlichen und will ihm lesen beibringen. Schon nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass er nicht minder intelligent ist, als andere Vissianer.
Am nächsten Tag nimmt ihn Trip verbotener Weise mit auf die Enterprise und zeigt ihm dort allerlei Dinge. Doch das bleibt nicht unbemerkt. Die "Besitzer" des Cogenitors sind wütend und unterrichten T'Pol von diesem Vorfall. Diese hält Tucker dann einen Vortrag über die Nichteinmischung in andere Kulturen.

Trip muss diese Regeln wohl oder übel akzeptieren und geht wieder seiner Arbeit nach, als plötzlich der Cogenitor vor ihm steht - er möchte Asyl auf der Enterprise beantragen und nicht mehr zurück zu den Vissianern, da sie ihm bei der Förderung seiner Fähigkeiten nicht helfen wollen.
Archer - inzwischen von seinem Ausflug zurückgekehrt - prüft den Antrag und redet mit Trip über Situation. Verständlicherweise ist der Captain nicht gerade glücklich, als er erfährt, dass Trip einfach so in die Kultur der Vissianer eingemischt hat.
Es folgt ein Gespräch mit den Betroffenen - dem Chefingenieur und seiner Frau, die den Cogenitor für ihre Babypläne benötigen.
Archer kommt zu dem Schluss, dass er den Asylantrag ablehnen muss und der Cogenitor wird zurück auf das vissianische Schiff gebracht.

Die beiden Schiffe trennen sich und gehen wieder ihre eigenen Wege, als nach ein paar Tagen eine Nachricht der Vissianer eintrifft. Der Cogenitor hat Selbstmord begangen.
 
Kritik:
Es ist geschafft. Mit "Cogenitor" ist eine der Star Trek-Episoden entstanden, die man auf jeden Fall gesehen haben sollte. Eine Geschichte um Ausgrenzung, Mitleid und Emanzipation. Themen, die in der heutigen Welt genauso aktuell sind, wie in der Zukunft.
Diese Geschichte um Trip Tucker ist zur Abwechslung mal keine Folge, in der es nur um triviale Themen geht, sondern eine wirklich sehr tiefsinnige Episode mit einer gehörigen Portion Anspruch.

Wie schon bei "Lieber Doktor" zeigt "Cogenitor" wie nötig die Oberste Direktive ist. Nicht nur hat Tucker durch seine Einmischung in die Kultur der Vissianer ein Leben auf dem Gewissen, sondern hat er auch das Familienglück eines Ehepaares zerstört und die Beziehungen der Vissianer zu den Menschen auf eine harte Probe gestellt.
All das wäre nicht passiert, wenn Trip nach Vorschrift und nicht nach Gefühl gehandelt hätte. Aber ich will den Chefingenieur hier nicht anklagen - hat er doch das getan, was er für richtig gehalten hat. Selbst Archer gibt ihm gegenüber zu, dass er möglicherweise ähnlich gehandelt hätte - aber eben nur vielleicht.

Was mich ein wenig verwundert hat, ist Archers äußerst harte Reaktion Trip gegenüber, als er von dem Selbstmord erfahren hat. Ich habe den Captain bisher noch nie enttäuscht gesehen - dass es einer seiner besten Freunde ist, den er hier bestrafen muss, kommt zusätzlich noch hinzu.
Aber ich will Archer nicht absprechen, das er nicht auch ein wenig egoistisch handelt. Die Technologie der Vissianer ist der menschlichen weit überlegen und vielleicht hat der Captain ja gehofft, man könne einen kleinen Informationsaustausch zu gunsten der Erde organisieren - aber das sind Mutmaßungen.

Für den Hard-Core-Fan, zu denen ich mich übrigens nicht zähle - gibt es nur ein einziges Problem in der ganzen Folge: Die Technologie der Vissianer.
Warum? Nun, es wurde eine Spezies in relativer Erdnähe eingeführt, die den Warpantrieb schon seit 1000 Jahren kennt und offensichtlich auch sonst sehr weit entwickelte Technologie besitzt. Hinzu kommt, dass sie, ebenso wie die Menschen, auf der Suche nach neuen Zivilisationen sind. Und doch hört man von ihnen in den anderen Star Trek-Serien nie wieder von ihnen. Ein wenig seltsam ist das schon, aber für die Handlung irrelevant.

"Cogenitor" regt zum Nachdenken an und vermittelt mal wieder auf sehr anschauliche Weise, wie sehr die Oberste Direktive benötigt wird - Ansehen!

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 5/5 | Humor: 1/5 | Inhalt: 4/5