Erstflug

Originaltitel: First Flight
 
Staffel: 2
 
Note: 2
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Offensichtlich hat die Enterprise einen Dunkle-Materie-Nebel entdeckt. Doch die Sensoren können das nicht genau bestätigen. Archer beschließt herauszufinden, ob da nun ein Nebel ist, oder nicht. Er beauftragt Trip Metrionbojen zu bauen, die den Nebel zum leuchten bringen sollen.
Da trifft eine Nachricht von Admiral Forrest ein. Er teilt dem Captain mit, dass A.G. Robinson - ein alter Freund Archers - bei einem Unfall auf Mount McKinley ums Leben gekommen ist.

Trotz dieser schlimmen Nachricht, beschließt der Captain wie geplant den Nebel zu untersuchen. Einzig und allein T'Pol begleitet ihn in der Fähre.
Während die beiden immer tiefer in die dunkle Materie hinein fliegen, beginnt Archer der Vulkanierin zu erzählen, wie A.G. und er sich kennen gelernt haben.

Beide waren damals Testpiloten für das NX-Projekt. Das Ziel war, die Warp 2-Marke zu durchbrechen. Robinson war, neben Archer, einer der Kandidaten, der den NX-Alpha fliegen sollte.
Zum Leidwesen Archers wurde A.G. damals ausgewählt, den Vogel zu fliegen. Doch bei dem Testflug geht Robinson zu weit und missachtet einen direkten Abbruchbefehl von Kommodore Forrest - der NX-Alpha explodiert aufgrund einer Antriebsüberlastung - Robinson konnte sich dabei jedoch retten.
Die Ingenieure sind nicht sehr glücklich darüber, dass einer der Prototypen zerstört wurde. Die Vulkanier gehen sogar soweit und behaupten, dass das Warp-Programm der Menschen zu schnell voranschreitet und man noch mal von vorne anfangen sollte.

Als A.G. berichten soll, was schief gelaufen ist, schiebt er es auf den Antrieb. Das gefällt Archer natürlich nicht, denn immerhin wurde der Antrieb von seinem Vater entwickelt - es entbrennt ein handfester Faustkampf zwischen dem jetzigen Captain der Enterprise und Robinson. Aus diesem Kampf heraus entwickelt sich jedoch kurze Zeit später die Freundschaft zwischen den beiden.

In einem Gespräch mit Robinson gibt Archer zu, dass ein paar Details an dem Warpantrieb noch geändert werden müssten, damit alles glatt geht. Nach einigen Test kann das sogar einer der Ingenieure, Lt. Tucker, bestätigen.
Doch die Sternenflotte hört lieber auf den Rat der Vulkanier und untersagt jeden weiteren Testflug in der NX-Beta.
A.G. schlägt vor, man solle den Testflug einfach ohne Erlaubnis durchführen. Und obwohl Archer anfänglich seine Bedenken über dieses Vorgehen äußerst, stimmt er letztendlich zu.

Während Lt. Tucker die Bodenkontrollen übernimmt, stehlen Archer und Robinson die NX-Beta. Zunächst unbemerkt beginnen sie ihren Testflug.
Natürlich bemerkt die Sternenflotte den Diebstahl und will einschreiten - doch die beiden Testpiloten sind schon auf Warp. Das Unmögliche scheint wahr zu werden, als es die NX-Beta tatsächlich schafft, die Geschwindigkeit konstant bei Warp 2,5 zu halten. Der Testflug war erfolgreich - auch wenn Archer und Robinson deshalb für drei Monate von Dienst suspendiert werden.

Trotz allem ist Archer überzeugt davon, dass sie das richtige Taten - denn schon ein paar Jahre später, wurde der Grundstein für den Warp-5-Antrieb gelegt.

Inzwischen ist die Fähre mit Archer und T'Pol an Bord immer tiefer in die dunkle Materie vorgedrungen. Die letzten beiden Metrionbojen werden abgefeuert - und es klappt. Der Nebel beginnt zu leuchten und auch die Sensoren beginnen endlich Daten zu registrieren.
T'Pol weist Archer auf den alten Brauch der Menschen hin, etwas zu benennen, wenn man es entdeckt hat. Da Archer nur bedeutungslose Namen einfallen, schlägt T'Pol vor, man solle diese, nun leuchtende, dunkle Materie Robinson-Nebel nennen.
 
Kritik:
Es ist wohl offensichtlich, dass man der NASA mit dieser Episode eine Nachricht zukommen lassen möchte. Das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Weltraumbehöre ist nach dem Columbia-Unglück stark gesunken und viele fragen sich noch, warum man das Leben von Menschen - mal abgesehen von den enormen Kosten - aufs Spiel setzt.

"Erstflug" zeigt warum - um "da draußen" zu sein. Um dorthin zu gehen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.
Diese Episode stellt das Bindeglied zwischen dem Star Trek dar, wie wir es kennen und unserer heutigen Welt. Oft haben wir uns gefragt (zumindest ich tat das) wie das Universum von Kirk und Co. sich aus dem unseren entwickelt hat.
Bisher hatte man das Gefühl, dass alles (Ideale, Schiffe, Technologie) ganz plötzlich, einfach da war. Die, teilweise jahrelange, Entwicklung dieser Dinge hat man bisher nie wirklich mitbekommen - "Erstflug" setzt dem ein Ende.

Diese Episde vermittelt uns sehr eindeutig, warum ein Raumfahrtprogramm nötig ist. Nicht nur, um Daten von irgenwelchen Nebeln zu sammeln, sondern auch, um die Schönheit des Alls zu bewundern und damit ein Stück mehr über uns selbst zu erfahren.

Die besondere Aufmerksamkeit gilt hier Robinson, der so etwas wie einen frühen Captain Kirk darstellt. Seine Bereitschaft ein Risko einzugehen, liegt deutlich über dem, des jungen Archers und so glaubt man mehr als einmal, James T. höchstpersönlich vor sich zu haben.

"Erstflug" ist eine schöne Episode die man gesehen haben sollte - nicht nur um zu verstehen, dass ein (auf den ersten Blick) so langweiliges Objekt wie ein Nebel, seine eigene Schönheit hat, sondern auch, um die Welt von morgen durch die Augen von heute zu sehen.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5