Die Ausdehnung

Originaltitel: The Expanse
 
Staffel: 2
 
Note: 3+
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Völlig unvermittelt taucht eine seltsame Sonde im Orbit der Erde auf und beginnt einen gewaltigen Energiestrahl auf deren Oberfläche zu schießen. Das Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten. Eine riesige Schneise der Verwüstung zieht sich von Florida bis runter nach Venezuela. Anschließend vernichtet sich die Sonde selbst.

Archer unterrichtet die Mannschaft von dem Vorfall und setzt Kurs zurück zum blauen Planeten.
Auf dem Flug dorthin, wird die Enterprise plötzlich von Sulibanschiffen umzingelt. Doch diesmal hegen sie keine feindlichen Absichten. Silik bringt Archer zu einer Helix, wo der Captain mit dem mysteriösen "Future Guy" spricht. Dieser erzählt ihm, dass die so genannten Xindi die Erde angegriffen haben. Angeblich hat ihnen jemand aus der Zukunft erzählt, dass ihre Welt in 400 Jahren von Menschen zerstört wird - damit ist ihr Angriff eine Art Präventivschlag.

Mit diesen Informationen kehrt Archer auf die Enterprise zurück. Wie erwartet ist T'Pol äußerst skeptisch, was diese Informationen angeht, doch ermahnt Archer sie, dass er jetzt ihre Unterstützung und nicht ihre Skepsis braucht.
Kurz bevor die Enterprise in das irdische Sonnensystem einfliegt, wird sie von einem klingonischen Bird of Prey angegriffen. Dieses, unter dem Kommando von Captain Duras stehende, Schlachtschiff verlangt die Herausgabe Archers, da er sich schon zweimal dem klingonischen Justizsystem entziehen konnte ("Das Urteil" / "Kopfgeld"). Nur durch die Hilfe von drei weiteren Erdschiffen, kann der Angreifer in die Flucht geschlagen werden.

Im Erdorbit kann sich die Crew der Enterprise erstmals ein Bild von der Zerstörung machen. Inzwischen sind auch genaue Opferzahlen bekannt geworden. Über sieben Millionen Menschen sind bei dem Angriff ums Leben gekommen.
Im Hauptquartier der Sternenflotte unterrichtet Archer Admiral Forrest und Botschafter Soval über sein Zusammentreffen mit dem "Future Guy". Dieser hat nämlich auch die Koordinaten der Heimatwelt der Xindi preisgegeben. Doch da wird Soval stutzig. Dieser Planet liegt offenbar in der so genannten "Delphic-Ausdehnung". Ein mysteriöses, nicht kartographiertes Gebiet, mit einem Durchmesser von über 2000 Lichtjahren. Archer will mit der Enterprise in dieses Gebiet fliegen und versuchen Kontakt mit den Xindi aufzunehmen.
Natürlich rät Soval davon ab, da Archer seine Crew einem nicht kalkulierbaren Risiko aussetzt.

Danach werden dem Captain die Trümmer der Sonde gezeigt, die inzwischen geborgen wurden. Nach einer Weile entdeckt Archer ein Bauteil, dass seine Theorie untermauert, dass dieses Ereignis mit Zeitreisen zu tun hat.
Und natürlich glaubt ihm Soval nicht. Daraufhin wird Archer von einem Vulkanier über dessen bisherige Erlebnisse mit angeblichen Zeitreisen befragt. Als sich herausstellt, dass dieser Arzt ein Psychologe ist, schmeißt ihn Archer von der Enterprise.

Inzwischen haben alle Crewmitglieder die Wahl, ob die lieber auf der Enterprise bleiben, oder einem neuen Schiff zugeteilt werden wollen. Auch Phlox und T'Pol stehen vor dieser Wahl. Während der Doktor ohne zu zögern sich für die Enterprise entscheidet, hat T'Pol so ihre Schwierigkeiten, da das vulkanische Oberkommando sie auf Zwang versetzen will.
Trip hat inzwischen mit ganz anderen Sorgen zu kämpfen. Seine Schwester wurde bei dem Angriff getötet und nun fühlt er sich innerlich leer. Nicht mal der Trost Reeds kann ihm da helfen.

Die Enterprise wird inzwischen umgerüstet. Teil dieses Umbaus ist auch eine Ladung Photonentorpedos, für die die Abschussvorrichtungen aber erst modifiziert werden müssen. Trotz dem riesigen Aufwand glaubt Malcolm, dass die Ingenieurteams fertig sind, bevor das Schiff das Dock verlässt.
Außerdem geht ein militärisches Team an Bord, welches Archer bei seiner Suche nach den Xindi helfen soll.

T'Pol sieht sich nun ihrer Versetzung gegenüber. Zwar versucht sie Soval zu überreden, sie auf der Enterprise zu lassen, doch ist dieser davon überzeugt, dass die Vulkanierin woanders besser aufgehoben ist.
Doch T'Pol will Archer in dieser schweren Zeit nicht alleine lassen und quittiert ihren Dienst beim vulkanischen Oberkommando.

Nachdem alle Veränderungen abgeschlossen worden sind, begibt sich die Enterprise auf die drei Monate dauernde Reise zur Delphic-Ausdehnung.
Was Archer nicht weiß ist, dass ihm drei Bird of Prey der Klingonen auf den Fersen sind.
Nach einer langen Reise tritt das Sternenflottenschiff in die äußeren Randbezirke dieser Ausdehnung ein. Da eröffnen die Klingonen das Feuer. Die Enterprise kann sich zwar für den Moment behaupten, aber gegen drei Schiffe hat sie keine Chance. Da ziehen sich zwei der Schiffe zurück, da selbst die Klingonen große Angst vor der Delphic-Ausdehnung haben. Nur Duras verfolgt weiterhin sein Ziel.
Mit einem geschickten Manöver gelingt es Travis schließlich, sich hinter die Angreifer zu setzen und eine Ladung Photonentorpedos erledigt dann den Rest.

Ohne einer weiteren Gefahr durch die Klingonen ausgesetzt zu sein, setzt die Enterprise nun ihren Weg fort, um die Verantwortlichen für den verheerenden Angriff auf die Erde ausfindig zu machen ...
 
Kritik:
"Enterprise goes September 11th" So könnte wohl ein Untertitel der Folge lauten, denn ich bin sicher, dass die Ähnlichkeiten zwischen diesem Ereignis und dem Angriff der Xindi nicht zufällig so offensichtlich sind.

Hmm... ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. Die Folge lässt einige Fragen im Bezug auf die Kontinuität des Star Trek-Universums aufkommen. Konnte man bisher solche Fehler leicht ignorieren, da sie nicht sehr ins Gewicht fielen, verhält es sich hier anders.
Dieser Angriff auf die Erde wurde nie in irgendeinem Zusammenhang erwähnt - und ich denke doch, dass sich sieben Millionen Tote sehr stark auf die Zeitlinie auswirken.
Auch, dass es plötzlich doch Photonentorpedos für die Enterprise gibt, hat mich ein wenig verwundert. Noch vor kurzem hat Malcolm erwähnt, dass er noch nie etwas von solchen Waffen gehört hätte und wenige Monate später werden sie auf der Enterprise eingebaut. Da fällt auch die Erklärung flach, dass sie inzwischen entwickelt worden sein könnten, denn ein so pflichtbewusster Offizier wie Reed bleibt sicher up-to-date, was neue Erfindungen angeht.

In "Die Ausdehnung" werden sehr viele Ereignisse in 45 Minuten gepresst und genau da liegt auch das Hauptproblem dieser Episode. Die Handlung rast nur so dahin und man hat keine Zeit, sich mit einer Information auseinander zu setzen, da schon die nächste folgt.
Das beste Beispiel dafür sollte wohl Archers Entführung durch die Suliban sein. Innerhalb von nur fünf Minuten (Laufzeit der Episode) wird der Captain entführt, trifft auf den "Future Guy", wird zurückgebracht, fliegt weiter zur Erde und wird von Klingonen angegriffen. Eindeutig zu viel Handlung in zu wenig Zeit. Alleine mit der Entführung und dem Angriff durch die Klingonen hätte man 45 Minuten füllen können.

In dieser Episode werden einige grundlegenden Veränderungen im Serienkonzept gestartet, die mit den sinkenden Zuschauerzahlen in den USA zusammenhängen. Ob diese Änderungen aber wirklich die gewünschte Wirkung zeigen, bleibt abzuwarten. Ich bin mir nicht sicher, ob jeder Fan zum Beispiel mit dem militärischen Einsatzkommando an Bord zufrieden sein wird - denn irgendwie erinnert das nicht mehr an Star Trek.

Aber gut, ich will nicht zu skeptisch sein und abwarten, was die Zukunft bringt. Vielleicht waren diese Änderungen wirklich von Nöten und "Enterprise" wird ein Synonym für gute Stories - aber vielleicht geht der Schuss auch nach hinten los.
Das alles bleibt abzuwarten.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5