Die Xindi

Originaltitel: The Xindi
 
Staffel: 3
 
Note: 3-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Nach sechs Wochen in der Delphic-Ausdehnung, sind die Menschen der Lösung um die Xindi noch keinen einzigen Schritt näher gekommen. Auch der neu eingerichtete Kommandoraum, der dazu dienen soll, alle Informationen zusammenzutragen, ist keine große Hilfe.

Die Enterprise ist inzwischen auf dem Weg zu einer Bergbaukolonie, wo sich angeblich ein Xindi aufhalten soll. Während des Fluges versucht Dr. Phlox Trip davon zu überzeugen, sich einer vulkanischen Entspannungstechnik zu unterziehen, da er noch immer Alpträume von seiner Schwester hat, die beim Angriff der Xindi ums Leben kam. Doch Tucker weigert sich und will mit seinen Problemen alleine fertig werden.

In der Kolonie angekommen, begeben sich Archer und Trip auf die Oberfläche, um mit dem Vorarbeiter zu reden, der weiß, wo der Xindi ist, doch verlangt er als Gegenleistung einen halben Liter flüssiges Platin. Da es eine Weile dauert, dieses Metall vom Schiff zu besorgen, vergeht noch ein ganzer Tag, bis das Außenteam zu dem Xindi vorgelassen wird.
Während des Gesprächs stellt sich heraus, dass die Arbeiter in dieser Kolonie Gefangene sind, die dazu gezwungen werden Trellium abzubauen. Der Xindi verlangt, dass Archer ihm bei der Flucht hilft, wenn er die Koordinaten seines Heimatplaneten preisgeben soll. Da wird der Captain von T'Pol kontaktiert, die ihm mitteilt, dass sich drei Kriegsschiffe auf dem Weg zur Kolonie befinden. Kurz darauf bricht der Funkkontakt ab. Archer und Trip können nicht mehr hinaus. Schnell steht fest, dass der abscheuliche Vorarbeiter Archer und seine Crew gefangen nehmen und zur Arbeit in den Minen zwingen will.
Da stimmt Archer zu, dem Xindi bei seiner Flucht zu helfen und das Trio macht sich durch alte Plasmaleitungen auf den beschwerlichen Weg nach draußen.

Die Enterprise trifft inzwischen Vorbereitungen zur Rettung des Außenteams. Malcolm soll Major Hayes, den Anführer der Militärtruppe an Bord des Schiffes, in die Planung der Rettung einbinden. Dabei geraten die beiden aneinander, da Reed lieber seine Leute auf den Planeten schicken würde, aber der Major besteht darauf, seine Truppe zu senden.
Letztendlich macht sich das Elite-Team auf den Weg, um den Captain zu retten.

Der Vorarbeiter hat inzwischen mitbekommen, wo sich Archer und Co. befinden und er beginnt damit Plasma in die Schächte zu leiten. Mit letzter Kraft gelingt es den beiden Menschen und dem Xindi sich in einen rettenden Schacht zu begeben. Doch dort warten bereits die Minenaufseher.
Gerade als die Flüchtlinge zur Exekution abtransportiert werden sollten, lässt sich das Eliteteam von der Decke herunter und rettet Archer, Trip und den Xindi. Doch der Alien wird dabei schwer verwundet und stirbt kurz darauf. Jedoch nicht, ohne dem Captain vorher die Koordinaten seines Planeten gegeben zu haben.

Die Enterprise begibt sich nun auf den Weg zu diesem Planeten, nachdem sie die drei Kriegsschiffe abgehängt hat.
Doch als sie bei den Koordinaten ankommen, stellen sie fest, dass es keinen Planeten in diesem System gibt - es gab aber einmal einen. Dieser wurde jedoch vor 120 Jahren zerstört. Langsam beginnt die Crew zu verstehen, dass die Xindi sehr mächtig sind.

Trip wurde inzwischen durch eine List in das Quartier von T'Pol "gelockt", um sich den Vorschlag mit der vulkanischen Entspannungstechnik noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen - und tatsächlich gelingt es T'Pol den Commander davon zu überzeugen, es zu versuchen.
Derweilen gibt Archer den Befehl noch tiefer in die Ausdehnung zu fliegen, in der Hoffnung dort Antworten auf seine Fragen zu finden.
 
Kritik:
Die dritte Staffel bringt wohl die größten Veränderungen in der Geschichte von Star Trek mit sich. Das geht schon bei der Titelmelodie los. Das gewohnte Lied von Russel Watson ist zwar noch präsent, aber die bekannte Begleitmusik wurde "peppiger" gestaltet - es wird eine Zeit dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe (anhören).
Auch das Kommandoteam an Bord der Enterprise bekommt nun durch Major Hayes und Corporal Chang ein Gesicht - und nicht zuletzt wird T'Pols neues Outfit vorgestellt, welches sich durch einen tief geschnittenen Einteiler in rot oder blau auszeichnet. Außerdem sind die Haare der Vulkanierin um mindestens drei Zentimeter gewachsen.

Doch kommen wir zum Staffelauftakt an sich:
Ich muss zugeben, dass ich ein wenig enttäuscht bin. Ich hätte mehr erwartet, denn die Story verläuft so, dass sie auch irgendwo in der Mitte einer Staffel auftauchen könnte. Die Suche nach den Xindi an sich, ist damit nichts weiter als eine "Wir fliegen von Planet zu Planet-Mission".
Die Spezies der Xindi selber ist jedoch fantastisch gelungen. Wie der Zuschauer am Anfang und Ende sieht, besteht diese Spezies eigentlich aus fünf verschiedenen Arten: Insektoiden (übrigens, eine sehr gute Arbeit der SFX-Abteilung), walartige Wesen, sowie drei verschiedene Formen von Humanoiden.

Auch wenn die Xindi vielleicht ab und zu stark den Eindruck erwecken, ein neues Dominion zu sein, so unterscheiden sie sich doch durch die Andersartigkeit der verschiedenen Wesen.
Sicher, beim Dominion gab es auch drei verschiedene Spezies - und jede davon hatte ihre Aufgabe (Jem'Hadar = Krieger, Vorta = Vermittler, Gründer = Kommandanten), doch bei den Xindi scheint jede Partei gleichberechtigt zu sein - damit wird ein völlig neues Licht auf diese Ansammlung von Spezies geworfen, die besonders durch ihren brutalen Angriff auf die Erde bisher eher als kaltblütige Killer charakterisiert wurden.

Apropos Ansammlung: Das Eliteteam von Major Hayes ist meiner Meinung nach völlig fehl am Platz.
Auch, wenn ich eigentlich ein Fan der "Elite-Force-Spiele" bin und weiß, dass ein Elite-Team im Star Trek-Universum sicherlich genauso seine Daseins-Berichtigung hat, wie in der realen Welt, so denke ich, dass in einer TV-Serie, die sich eigentlich um Toleranz und Verständnis dreht, ein solches Team nichts zu suchen hat.
Gerade diese Rettungsaktion war ja wohl mehr als katastrophal. Da seilen sich die Marines mal eben von der Decke ab und machen alles mit Karate, Schnellfeuer- und Scharfschützengewehren platt - AUTSCH!
Überhaupt muss ich sagen, dass ich mich in dieser Folge nicht wirklich im Star Trek-Universum gefühlt habe. Eher wie bei Space 2063.

Was war gut an der Episode? Die Darstellung der Xindi, sowie der persönliche Konflikt Tuckers, der den Tod seiner Schwester noch nicht richtig verarbeitet hat - auch wenn die Trauer auf mich eher unglaubwürdig wirkt.
Was war schlecht? Der Aufbau der Folge war zu gewöhnlich, um die Geschichte wirklich weiter zu bringen. Von einem Staffelauftakt hätte ich mehr erwartet.
Schlussfolgerung: Wer wissen will, wie es mit Enterprise weitergeht, sollte sich die Folge auf jedenfall ansehen - jemand der nur mal reinzappt, kann getrost weiterschalten.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 1/5 | Inhalt: 3/5