Die Anomalie

Originaltitel: Anomaly
 
Staffel: 3
 
Note: 2-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Auf der Suche nach den Xindi dringt die Enterprise immer tiefer in die Delphic-Ausdehnung vor. Plötzlich beginnen sich die Tiere an Bord seltsam zu verhalten. Porthos winselt ohne ersichtlichen Grund und auch auf der Krankenstation spielt allerlei Getier verrückt.
Da bewegt sich plötzlich eine gewaltige Verzerrungswelle durch das Schiff. In der Kantine werden die Teller durch die Luft gewirbelt und bleiben an der Decke kleben, Menschen werden durch die Gänge geworfen und eine umgestoßene Kaffeetasse in Archers Bereitschaftsraum schwebt samt Inhalt in Zeitlupe durch die Luft.

Doch auch der Warpreaktor ist betroffen und die Enterprise muss ihre Reise unterbrechen. Ohne Hauptenergie treibt das Schiff nun im Raum, während Trip versucht, die Systeme wieder zum Laufen zu bringen.
Da entdecken die, nur auf Reserveenergie laufenden, Sensoren ein Schiff. Alle Kommunikationsversuche schlagen fehl und so begibt sich Archer mit einem Außenteam auf Erkundungsmission.
An Bord finden sie nur Leichen. Einige sind durch Partikelwaffen gestorben, andere beim Ausfall der Lebenserhaltung. Das Team lädt die Datenbank des Schiffes herunter und begibt sich zurück zur Enterprise.

Da taucht plötzlich ein weiteres Schiff auf und nähert sich dem Sternenflottenschiff unaufhörlich. Archer gibt Befehl die Hüllenpanzerung zu polarisieren, aber die ist noch nicht funktionsbereit.
Plötzlich beamen sich mehrere Teams eines außerirdischen Enterkommandos an Bord und beginnen die Enterprise zu plündern. Nahrung, Waffen und Maschinenteile fallen ihnen in die Hände. Sogar fast die gesamte Antimaterie wird entwendet. Die Crew, die von diesem Überfall total überrascht wurde, kann sich kaum verteidigen, doch gelingt es Tucker, einen der Fremden KO zu schlagen und ihn gefangen zu nehmen.
So schnell wie er begann, ist der Spuck auch schon wieder vorbei. Zurück bleibt eine völlig verwirrte Crew und ein toter Crewman.

Als Dr. Phlox den Gefangenen behandelt, merkt er an, dass er die Spezies der Fremden kennt. Es sind Osaarianer. Eine Spezies, die normalerweise nicht in der Delphic-Ausdehnung lebt und die eigentlich nicht für Piraterie bekannt ist.
Der Captain entschließt sich, dem Gefangenen einige Fragen zu stellen und begibt sich zu den Arrestzellen. Doch der Gefangene will Archer nicht helfen und die Position seines Schiffes verraten.
Mit Hilfe der Daten von dem im All treibenden Schiff macht T'Pol sich daran, die maskierte Ionenspur des Piratenschiffes zu verfolgen. Tatsächlich gelingt es ihr, einen Hinweis auf den Kurs zu finden. Nachdem die Enterprise dieser Spur eine Weile folgt, stößt sich auf ein riesiges Tarnfeld. Als die Enterprise in dieses Feld einfliegt, stößt sie auf eine riesige Kugel aus Metall, die einen Durchmesser von 19 Kilometern hat. Bald ist auch ein Eingang gefunden, doch ist dieser für die Enterprise zu klein.
In einem Shuttle macht sich Archer erneut mit einem Team auf den Weg, um einen Blick in das Innere dieser Kugel zu werfen. Kurz darauf dockt die Fähre an einem kleinen Modul an, dass eine atembare Atmosphäre enthält. Dort findet Archer fast alles, was von der Enterprise gestohlen wurde. Sofort macht sich die Crew daran, ihr Eigentum zurück zuholen. Im Computer dieser Station findet Archer Hinweise darauf, dass die Osaarianer vor einiger Zeit ein Xindi-Schiff geplündert haben.
Selbstverständlich will Archer alles wissen, was er über die Xindi in Erfahrung bringen kann. In der Hoffnung, dass das Schiff, das die Enterprise überfiel, Daten über die Xindi hat, begibt sich der Captain erneut zu dem Gefangenen, um ihn zu fragen, was er über die Xindi weiß. Doch der ist alles andere als kooperativ. Archer fackelt nicht lange und schleift den Osaarianer zu einer Luftschleuse, verriegelt sie und lässt langsam die Luft ab. Diese Methode hat Erfolg und der Gefangene verrät dem Captain alles, was er weiß.

Archer plant, die Datenbank des Piratenschiffes herunterzuladen, da die Osaarianer bei dem Überfall auf das Xindi-Schiff auch deren Datenbank überspielten.
Es dauert nicht lange, da taucht das gewünschte Schiff auch schon auf. Die Enterprise muss sich mindestens bis auf einen Kilometer nähern, um mit Hilfe der Codes, die sie von dem Gefangenen erhalten hat, in den Computer eindringen zu können und die Datenbank herunterzuladen. Nach einigen schwierigen Anläufen, schafft es Hoshi 90% der Daten herunterzuladen. Während des, nebenbei ablaufenden, Feuergefechts wird das Piratenschiff manövrierunfähig geschossen. Nachdem sich die Piraten ergeben haben, wird der Gefangene seinen Leuten übergeben und die Enterprise zieht von dannen.
Nun hat Archer Zeit, die heruntergeladenen Daten zu sichten und sein weiteres Vorgehen in der Ausdehnung zu planen.
 
Kritik:
Definitiv besser als der Staffelauftakt präsentiert sich "Die Anomalie". Gleich die Anfangsszene ist es wert gesehen zu werden. Die an die Decke fliegenden Teller erinnern für einen Augenblick an einen ziemlich schlecht gelaunten Poltergeist. Besonders muss ich noch die Kaffeetasse hervorheben, die in Zeitlupe durch die Luft schwebt - ein sehr netter Effekt.

Man bemerkt sofort den neuen Kurs, den die Produzenten nun gehen. Nicht nur wirkt das Schiff viel düsterer, als es noch in den ersten beiden Staffeln der Fall war, sondern ist auch eine Veränderung in Archer selbst vorgegangen.
Noch bis vor wenigen Folgen, hätte ich nie im Leben erwartet, dass der Captain den Tod eines Gefangenen in Kauf nimmt, nur um Informationen zu bekommen. Irgendwie kann da auch nicht die Wut über den Tod des Crewman als Entschuldigung dienen.
Die Story um die Xindi scheint jetzt richtig in Fahrt zu kommen, wenn mal einmal davon ausgeht, dass Archer in den erbeuteten Daten etwas findet, das seine Suche zum Erfolg führen könnte. Meiner Meinung stellt "Die Anomalie" damit eine der Schlüsselepisoden für die dritte Staffel von Enterprise dar, auf die in Zukunft sicher noch einmal Bezug genommen wird.

Doch kommen wir zur Story:
Im Hauptsächlichen beschränkt sich die Episode in ihren ersten 30 Minuten auf die Suche der Crew nach dem Schiff der Osaarianer. Erst zum Schluss werden die Daten über die Xindi überhaupt erwähnt, was natürlich den Handlungsbogen für die nächsten Folgen spannen soll.
Ich bin ehrlich gesagt ein wenig erstaunt, dass die Folge trotz dieser "Wir-suchen-das-Schiff-Phase" nicht langweilig wird. Das liegt nicht zuletzt an der gekonnten Abwechslung der Handlungsstränge, die sich mit Archers Informationssuche, sowie dem Erkunden der riesigen Metallkugel auseinandersetzen.

"Die Anomalie" bietet besonders dem Actionfreund einige gute Szenen. Das geht beim einem Feuergefecht im Maschinenraum los und endet mit einem spektakulären Beinahe-Absturtz der Osaarianer.
Mit gutem Gewissen kann man sagen, dass es sich hier um eine der besseren Episoden handelt, wenn man als Referenz "The Xindi" heranzieht. Zwar keine herausragende Folge, aber auf jedenfall sehenswert.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5