Rajiin

Originaltitel: Rajiin
 
Staffel: 3
 
Note: 2-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise ist auf dem Weg zu einem Händler, der eine Methode kennt, wie man sich vor den seltsamen Anomalien innerhalb der Delphic-Ausdehnung schützen kann.
Auf dem Handelsaußenposten angekommen, müssen sich Reed, Tucker und Archer ihren Weg durchfragen, bis sie tatsächlich auf Zjod treffen. Während des Gesprächs gibt der Händler preis, dass er jemanden kennt, der neulich mit den Xindi gehandelt hat.

Während Tucker die Details des Tauschgeschäfts mit Zjod durchgeht, macht sich Archer auf den Weg zu dem Sklavenhändler, der die Informationen über die Xindi hat. Dieser ist aber nicht sehr interessiert daran, dem Captain irgendwelche Informationen zu geben. Gerade als Archer den Planeten verlassen will, kommt Rajiin, eine der Sklavinnen angerannt, und bittet den Captain darum sie zu mitzunehmen.
Obwohl der Sklavenhändler etwas dagegen zu haben scheint und sich mit Archer eine handfeste Prügelei liefert, schafft es Jonathan Rajiin aus den Händen des Händlers zu befreien.
Mit der Ex-Sklavin und der Formel für flüssiges Trellium, dass vor den Anomalien schützen kann, macht sich das Außenteam auf den Rückweg zum Schiff.

An Bord wird die Befreite mit offenen Armen empfangen und von allen sehr freundlich behandelt. Nach einem gemeinsamem Mahl mit dem Captain begibt sie sich in ihr zugewiesenes Quartier - doch dort hält sie es nicht lange aus.
Kurzer Hand begibt sie sich zum Quartier des Captains. Obwohl Archer ein wenig überrascht von diesem Besuch ist, bittet er Rajiin hinein. Dort überkommt ihn plötzlich eine Vision, wie er mit Rajiin intim wird - da wird der Captain aus dem Traum gerissen und sieht die Frau 2 Meter von sich entfernt stehen. Sie sagt dem Captain, dass sie sich noch einmal für die Rettung bedanken möchte und verlässt anschließend den Raum wieder.
Zurück bleibt ein leicht verwirrter Archer.

Nun spaziert Rajiin ein wenig durch das Schiff und stößt dabei auf Hoshi. Auch die Kommunikationsoffizierin kann dem Charm der Frau nicht widerstehen.
Währenddessen arbeiten T'Pol und Trip an der Synthetisierung des flüssigen Trelliums, dass allerdings sehr instabil ist - so geht auch der Versuchsaufbau in Flammen auf. Obwohl nichts ernsthaftes passiert ist, rät T'Pol zu einer Pause und bittet den Ingenieur in einer halben Stunde in ihr Quartier, damit Trip sich wieder mit den vulkanischen Entspannungspraktiken auseinandersetzen kann.
Als die Vulkanierin alles dafür vorbereitet, steht plötzlich Rajiin in ihrem Quartier. Diese versucht ebenfalls mit dem Subcommander intim zu werden, was ihr auch fast gelingt.
Da steht Tucker vor der Tür, um zu dem vereinbarten Termin zu erscheinen. Dummerweise stört er dabei Rajiin. Als der Subcommander nicht auf die Türklingel reagiert, überbrückt der Ingenieur den Schließmechanismus und findet eine am Boden liegende T'Pol vor. Da wird er von hinten von Rajiin niedergeschlagen, die anschließend flüchtet.

Ein Sicherheitsteam kann die Frau jedoch aufhalten und in eine Arrestzelle sperren. Archer will nun erfahren, was sie mit T'Pol gemacht hat und was ihre Mission sei - denn der Captain glaubt die Geschichte über das arme Sklavenmädchen nicht mehr. Nach einigen Versuchen, gibt Rajiin preis, dass sie von den Xindi geschickt wurde, damit sie Daten über die Menschen sammeln kann. Diese würden dann für eine biologische Waffe verwendet werden, die die Xindi gerade bauen.
Da tauchen zwei Schiffe auf und nehmen die Enterprise unter Beschuss. Kurz darauf betritt ein Enterkommando, bestehend aus Xindi-Reptilien und Xindi-Insektoiden das Schiff und schießt sich seinen Weg bis zu den Arrestzellen frei. Dort nehmen sie Rajiin mit, besteigen erneut ihre Schiffe und verschwinden in einer Art Vortex - unerreichbar für die Enterprise.

Nun sind die Xindi im Besitz wertvoller Daten über die Menschen und deren Physiologie. Archer und seine Crew stehen jedoch mit genauso viel da, wie bisher - bis auf die tote Xindi-Reptilie auf der Krankenstation und einer seltsamen Waffe, die nun von Malcolm analysiert wird.
 
Kritik:
Und wieder wandelt Enterprise auf den Spuren der klassischen Serie. Der außerirdische Markt und die Sklaven erinnern an die frühen Abenteuer Kirks und dessen Begegnungen mit den grünhäutigen Sklavenmädchen von Orion.
Was diese Folge wohl besonders auszeichnet ist die gehörige Portion Erotik, die Rajiin auf dem ganzen Schiff verbreitet - Männer als auch Frauen liegen ihr zu Füßen und ach, wer hätte das gedacht, etwas stimmt mit dem Mädchen nicht.
Ich will jetzt nicht unbedingt sagen, dass die Geschichte damit ein wenig vorhersehbar wird, aber schon nach wenigen Minuten, in denen man Rajiin kennen gelernt hat, kann man sich das denken.
Vielleicht wäre es hier gut gewesen, einen Schleier des Geheimnisvollen um die Frau zu legen, der nie wirklich gelüftet wird. Die Story um eine Agentin der Xindi wirkt auf mich ein wenig zu simpel und farblos. Möglich wäre das zum Beispiel gewesen, wenn man sich die mysteriöse Fremde als Vorbild nimmt, die Archer während seines Urlaub auf Risa getroffen hat. Das wäre auf jedenfall interessant gewesen.

Was mich gefreut hat ist, dass in dieser Episode endlich mal die Xindi-Insektoiden in Action gezeigt werden - bisher sah man immer nur einen ihrer Vertreter am Tisch des Xindi-Rates stehen - nun wissen wir auch um ihre Feuerkraft.
Die Gefechtsszenen an Bord der Enterprise haben mich stark an DS9 erinnert, als die Jem'Hadar die Defiant geentert haben - auch wenn die Schlacht dort hauptsächlich im Nahkampf geführt wurde.

"Rajiin" gehört ganz klar mit zu den Episoden, die man in das obere Mittelfeld einordnen kann - nicht herausragend, aber nicht schlecht.
Trotzdem hat mich ein wenig gestört, dass die Xindi neben ihrer "Planeten-Killer-Waffe" jetzt auch noch eine Biowaffe bauen, die auch sogleich als "Weapon of Mass Destruction" betitelt wird - ganz ehrlich: Ich kann das Wort nicht mehr hören und das nun auch noch in Enterprise die Helden der Serie einer - für sie realen Gefahr - einer Biowaffe ausgesetzt werden und somit Bezug auf die - in der Realität nicht vorhandenen - Massenvernichtungswaffen genommen wird, grenzt schon fast an eine Frecheit.

Nichtsdestotrotz hat Enterprise mit dem Storyverlauf langsam seinen Stil gefunden und betritt nun wahrlich neues Territorium. Überrascht bin ich deshalb davon, weil der Start dieser Staffel wohl eher dürftig war.

Spannung: 3/5 | Erotik: 3/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5