Das auserwählte Reich

Originaltitel: Chosen Realm
 
Staffel: 3
 
Note: 3
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise untersucht gerade eine der vielen gigantischen Metallsphären, die in der Delphic-Ausdehnung zu finden sind, als sie ein Notsignal eines kleinen Schiffes erreicht.
Archer reagiert auf darauf und lässt einen Kurs setzen. Kurze Zeit später dockt die Enterprise an das hilfsbedürftige Schiff an und schafft es, die 23 Crewmitglieder zu retten.

Wie der Captain kurz darauf von D'Jamat, dem Anführer der Geretteten erfährt, glaubt seine Spezies (die Triannon), dass die Metallsphären von Göttern erschaffen wurden, die die Delphic-Ausdehnung in ein Paradies verwandeln wollen.
Weiterhin berichtet er, dass sich er und seine Crew auf einer Pilgerfahrt zu einer dieser Sphären befanden, als das Schiff von einer der Anomalien getroffen wurde, die typisch für die Ausdehnung sind.
Archer bietet D'Jamat und dem Rest der Triannon an, an Bord der Enterprise zu bleiben, bis die Reparaturen an seinem Schiff abgeschlossen sind.
Dr. Phlox ist derweilen mit der Versorgung der Verwundeten der Triannon beschäftigt - jedenfalls so gut es geht, denn die Religion dieser Spezies verbietet jegliche Art von medizinischen Eingriffen.

Wenige Stunden später: D'Jamat betritt den Bereitschaftsraum Archers und offenbart ihm, dass er mehrere Pilger auf dem ganzen Schiff verteilt hat und sie eine Art biologischen Sprengstoff besitzen, der in der Lage ist, die Enterprise in wenigen Augenblicken zu zerstören, wenn Archer ihm nicht das Schiff übergibt. Um zu beweisen, dass er nicht scherzt, befiehlt D'Jamat einem seiner Anhänger, den Sprengstoff zu aktivieren.
Ein paar Decks weiter unten sticht sich der Pilger ein kleines spitzes, offenbar religiöses, Abzeichen in den Unterarm. Kurze Zeit später explodiert er und reißt ein Loch in die Außenwand der Enterprise. Bei der Explosion wird ein Crewmitglied des Sternenflottenschiffs getötet.

Archer - völlig überrascht von den plötzlichen Feindseeligkeiten - glaubt seinen Augen nicht zu trauen. Doch ihm bleibt keine Wahl und so übergibt er das Schiff an D'Jamat.
Die Crew wird in ihre Quartiere gesperrt und die Enterprise nimmt Kurs auf die Heimatwelt der Triannon. Wenig später wird Archer von D'Jamat in den Kommandoraum gerufen. Da er weiß, dass Archer viele Fragen zu seinen Motiven hat, beginnt er zu erzählen.
In seiner Religion glaubt man nicht an den Fortschritt durch Wissenschaft. Raumfahrt wird lediglich betrieben, um den "Schöpfern" näher zu sein. D'Jamat und seine Anhänger kämpfen gegen andere Triannon, die eine andere Glaubensauffassung haben. Er möchte nun den Krieg zwischen diesen beiden Parteien beenden, indem er die andere Seite ein für alle mal auslöscht. Da die Enterprise das am weitesten entwickelte Schiff ist, das die Triannon kennen, hat er sich entschieden, sie für dieses Ziel zu missbrauchen.
D'Jamat möchte Archer nebenbei noch eine Lektion in Sachen Religion lehren. Er löscht die gesamten Daten, die die Enterprise bisher über die Delphic-Ausdehnung gesammelt hat, da er diese als Ketzerei gegenüber den "Schöpfern" ansieht. Gleichzeitig verlangt er von Archer, dass er ein Crewmitglied auswählen soll, dass als Strafe für diese Sünde sterben soll.

Der Captain wird in sein Quartier geschickt, um die Wahl zu treffen.
Während er darüber nachdenkt, kommt einer der Triannon - Yarrik - herein, um Archer den Fortschritt der Reparaturen an seinem Schiff mitzuteilen.
Der Captain hatte einige Stunden zuvor von Phlox erfahren, dass Yarriks Frau zu ihm gekommen sei, da sie schwanger ist, sich aber das Baby nun entfernen lassen möchte. Archer spricht Yarrik darauf an und kann über viele Umwege erfahren, dass er überhaupt nicht mit den Zielen von D'Jamat einverstanden ist.

Wenig später tritt Archer D'Jamat erneut gegenüber. Dieser möchte nun wissen, wer für die "Sünden" der Enterprise-Crew sterben soll.
Archer entschied sich für sich selbst - er bittet jedoch um eine schmerzfreie Hinrichtung: Den "Molekül-Auflöser" (auch bekannt als Transporter). D'Jamat stimmt zu und so werden Archers Moleküle von der Maschine auseinander genommen - und an anderer Stelle wieder zusammen gesetzt, aber das ist D'Jamat natürlich nicht bekannt.

Archer beginnt an einem Plan zur Befreiung des Schiffes zu arbeiten. Zunächst möchte er den biologischen Sprengstoff der Triannon außer Gefecht setzen. Dazu benötigt er die Hilfe Phlox', der zwar unter ständiger Beobachtung steht, jedoch unbemerkt mit Archer in Kontakt treten kann.
Dem Doktor gelingt es tatsächlich, ein Mittel zu synthetisieren - nur kann er es nicht in die Umweltkontrollen einspeisen, da der Zugang zu diesen nur von der Brücke aus möglich ist.
Da Archer weiß, dass er Yarrik dazu bringen könnte, ihm zu helfen, sucht er ihn auf und kann ihn tatsächlich davon überzeugen, sich von D'Jamat loszusagen. Er zeigt dem Triannon, wie man die Brückenkontrollen umleitet und die Umweltsysteme unter das Kommando von Phlox stellt.

Die Enterprise trifft inzwischen auf einige Schiffe derer, die D'Jamat bekämpfen möchte. Selbstverständlich ist die Enterprise den kleinen Schiffe überlegen und so dauert es nicht lange, bis ein heißes Feuergefecht entbrennt.
Yarrik hat es in den Wirren des Kampfes geschafft, die Brückenkontrollen umzuleiten. Phlox entlässt das Mittel nun in die Luft. Archer macht sich derweilen auf den Weg, die eingesperrten Crewmitglieder zu befreien.
Es gibt zahlreiche Gefechte im Maschinenraum, auf den Gängen und bald auch auf der Brücke.
Nachdem die Crew der Enterprise das Schiff zurückerobert, sowie einen Waffenstillstand mit den anderen Triannon vereinbart hat, machen sie sich auf den Weg zur Heimatwelt dieser Spezies.

Sie landen mit einem Shuttle und D'Jamat muss entsetzt feststellen, dass seine Welt in Trümmern liegt. Archer berichtet ihm, dass dies vor etwa 8 Monaten geschehen sein muss und nur wegen diesem Glaubenskrieg.
 
Kritik:
So unspektakulär, wie sich "Enterprise" in die Winterpause verabschiedet hat, so kommt es auch wieder.
Die Grundidee dieser Episode ist nicht schlecht und bietet enormes Potential. Der Konflikt der beiden Religionen, spiegelt in einer schockierenden Weise die derzeitigen Zustände auf unserer Welt wieder, in der fast täglich Menschen sterben, weil sich ihr Glauben vom jeweils anderen unterscheidet.
Das beste Beispiel für einen solchen Konflikt ist zweifelsfrei Israel, auch wenn ich nicht umhin komme, gewisse Parallelen zum 11. September zu ziehen.

Nun ja, wie gesagt, die Grundidee ist gut, aber leider wurde sie recht schwach umgesetzt, da letztendlich alles wieder darauf hinausläuft, dass eine fremde Macht die Enterprise übernommen hat und der Captain sein Schiff nun zurückerobern möchte.
Schon als D'Jamat Archer den Befehl gegeben hat, jemanden auszusuchen, der im Namen aller sterben soll, war ja wohl klar, dass der Captain sich selbst auswählen wird - aber gut, dass ist nicht unbedingt ein großer Minuspunkt, da ich mir gut vorstellen kann, dass jeder Captain so reagiert hätte. Letztendlich diente dieser Handlungsstrang aber nur dazu, Archer eine Möglichkeit zu geben, einen Gegenangriff zu planen.

Der Charakter des D'Jamat ist - so erging es mir jedenfalls - so dargestellt worden, dass man ihn einfach hassen muss! Schon als er an Bord kam, spürte ich eine gewisse ablehnende Haltung ihm gegenüber, auch wenn ich das Gefühl bis dahin nicht erklären konnte. Doch den Vogel abgeschossen hat dieser Mann, als er die gesamten Daten über die Delphic-Ausdehnung gelöscht hat. Ich habe wirklich Archers Selbstkontrolle bewundert. Wäre ich an seiner Stelle gewesen, ich wäre auf ihn losgegangen.

"Das auserwählte Reich" gehört leider mit zu den Episoden, aus denen man mehr hätte machen können, aber die Chance verstreichen ließ - schade eigentlich. Sollten D'Jamat und seine Ansichten irgendwann noch einmal auftauchen - was ich jedoch für zweifelhaft halte - so hoffe ich, dass mehr daraus gemacht wird.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5