Testgebiet

Originaltitel: Proving Ground
 
Staffel: 3
 
Note: 2-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Um ihren Planetenkiller zu testen, suchen sich die Xindi ein unbewohntes Sternensystem.
Wie es der Zufall so will, ist dieses System in relativer Nähe zur Enterprise. Die Sensoren spüren das markierte Kemacite auf, dass Archer vor einigen Monaten an Bord eines Xindi-Schiffes versteckt hatte.

Der Captain befiehlt den Kurs zu ändern und auf das Signal zuzufliegen. Mit Hilfe der Xindi-Datenbank, die T'Pol zu ca. 30% wiederherstellen konnte, nachdem sie von D'Jamat gelöscht worden war, gelingt es der Vulkanierin, die gefährlichsten Anomalien auf dem Weg zum Ziel aufzuzeichnen, so dass man ihnen ausweichen kann.
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wird die Enterprise von einer Anomalie schwer getroffen und droht zerstört zu werden - da ergreift plötzlich ein Traktorstrahl das Schiff und zieht es in Sicherheit.

Zur Überraschung Aller, darf Archer die Rettung seines Schiffes niemand Geringerem als Shran verdanken. Der Captain lädt den Andorianer auf sein Schiff ein und Shran erklärt ihm, warum auch er sich in der Delphic-Ausdehnung befindet.
Beim Essen erfährt Jonathan, dass sich Shran auf dieser Mission befindet, da er dem Captain einen Gefallen tun möchte, denn schließlich werden auf diese Weise Allianzen geboren.
Der Andorianer schickt ein Technikerteam auf die Enterprise, damit die Reparaturen der beschädigten Systeme so effizient wie möglich durchgeführt werden kann.

Reed bekommt Lt. Talas zugeteilt. Diese ist nicht gerade auf den Mund gefallen und nutzt jede Minute, um den Briten zu ärgern. Obwohl ihm dass zu Beginn überhaupt nicht passt, beginnt er doch eine Art Bewunderung für diese Frau zu empfinden - was nicht zuletzt an ihren hervorragenden Kenntnissen der Systeme liegt. Dennoch macht Reed sich Sorgen, dass die Andorianer die Enterprise ausspionieren wollen.
Er spricht darüber mit dem Captain, doch dieser möchte davon nichts wissen - ist er doch fest davon überzeugt, dass man von den Blauhäutern nichts zu befürchten braucht. Als jedoch auch noch T'Pol auf Archer zukommt und ihm ihre Sorgen mitteilt, beginnt er nachzudenken.

Archer hat inzwischen einen kühnen Plan entwickelt. Er möchte die Waffe der Xindi nicht zerstören, sondern stehlen und zur Erde schaffen - in der Hoffnung, dass die Menschen eine Verteidigungsmöglichkeit entwickeln können.
Mit der Hilfe von Shran und dessen Schiff wird die Aktion vorbereitet.
Gerade, als die Xindi ihre Waffe zwecks eines Tests aktivieren wollen, fliegt Shran in das Gebiet ein und behauptet, er gehöre zum andorianischen Minenkonsortium, das auf der Suche nach einem seltenen Mineral namens "Archerid" sei. Er beginnt die Gegend zu scannen.
Als die Xindi unruhig werden und die Zerstörung des andorianischen Schiffes androhen, entfernt sich Shran wieder - mit einigen interessanten Daten, die Waffe betreffend.

Die Xindi probieren nun ihren Planetenkiller aus, doch der Test verläuft nicht zufrieden stellend. Kurz bevor die Waffe ihr maximales Zerstörungspotential erreicht, beginnt sich der Kern zu überlasten. Die Xindi haben keinen Ahnung, was schief gelaufen ist und beginnen das Problem zu analysieren.
Auf der Enterprise hat Archer das Spektakel mit Hilfe der besseren andorianischen Langstreckensensoren mit angesehen und hat eine Vermutung, was nicht stimmen könnte. Er erinnert sich an Gralik und dessen Versprechen, alles zu tun, um den Bau der Waffe zu verhindern - scheint, als ob er Erfolg gehabt hätte.
Archer plant nun sein weiteres Vorgehen. Er will sich mit dem Greifer den Planetenkiller schnappen und so schnell wie möglich verschwinden. Doch die Waffe ist noch immer einer tödlichen Dosis Strahlung ausgesetzt - ein Überbleibsel des misslungenen Tests. Um den Planetenkiller an Bord der Enterprise zu bekommen, müssten ganze Sektionen geräumt werden und viel Energie in die Hüllenpanzerung verlegt werden.

Shran bietet seine Hilfe an. Da sein Schiff besser gepanzert ist, schlägt er vor, die Waffe bei sich aufzunehmen, bis die Strahlung nachgelassen hat, dann würde er sie der Enterprise überlassen.
Archer stimmt dem zu, jedoch nur, wenn er an Bord des andorianischen Schiffes gehen kann und das Kommando übernimmt.
Obwohl Shran anfangs dagegen ist, stimmt er zu und so beginnt die Bergungsaktion.
Noch ehe sich die Xindi versehen, wurde ihnen ihr Planetenkiller abgenommen und die Enterprise und Shrans Schiff gehen auf Warp.

Da befiehlt Shran plötzlich einen Kurs auf Andoria zu setzen - Archer wird in eine Rettungskapsel gesteckt und im All zurückgelassen. Offenbar planen die Andorianer die Waffe für sich zu behalten und damit den alten Grenzkonflikt mit den Vulkaniern für sich zu entscheiden. Zwar meint Shran, dass er den Befehl gehabt hätte, so zu handeln, doch Archer ist außer sich vor Wut.
Hilflos muss das Sternenflottenschiff mit ansehen, wie sich die Andorianer entfernen, denn die Waffen des Schiffes wurden während der Reparaturen von Talas sabotiert.
Nachdem man Archer aufgelesen hat, machen sich die Menschen auf die Jagt nach den Andorianern. Tatsächlich gelingt es ihnen, sie zu finden.
Der Captain verlangt nun die Herausgabe der Waffe - doch Shran lehnt ab. Archer erzählt ihm, dass er die Aktivierungscodes für die Waffe in Erfahrung gebracht hat und droht ihm, diese einzusetzen und Shrans Schiff zu zerstören. Der Andorianer glaubt ihm natürlich nicht und so muss Archer handeln.
Plötzlich wird der Planetenkiller im Hangar von Shrans Schiff aktiv und beginnt sich zu überlasten. Im letzten Moment kann er ihn abwerfen, bevor er in einer gewaltigen Explosion vernichtet wird.

Das andorianische Schiff ist schwer beschädigt, doch lehnt Shran die Hilfe der Enterprise ab und so setzt sie ihre Mission fort - da erreicht eine verschlüsselte Botschaft das Sternenflottenschiff. Offenbar ist sie von Shran und enthält präzise Daten zu der Xindi-Waffe, die er sammeln konnte, während sie sich in seinem Hangar befand.
Archer kann sich ein kleines Schmunzeln hier nicht verkneifen - denn letztendlich hat Shran ihm doch geholfen.
 
Kritik:
Die Andorianer sind zurück! Schon lange habe ich mich gefragt, ob wir von Shran etwas zu sehen bekommen, während sich die Enterprise auf Mission in der Delphic-Ausdehnung befindet.
Das Auftauchen dieses recht interessanten Charakters bringt nicht nur die Story um die Xindi ein ganzes Stück voran, sondern stellt auch einen weiteren Wegpunkt auf dem Pfad zur Föderation dar.
Dieser Weg schien für mich zum Ende der Episode gefährdet, als Shran es fertig bringt, Archer und seine Crew zu betrügen und den Waffenstillstand mit den Vulkaniern zu gefährden. Sicher, er hat nur Befehle verfolgt - aber man stelle sich vor, was passiert wäre, wenn die Andorianer die Xindi-Waffe tatsächlich erhalten hätten. Möglicherweise hätte sich ein Imperium entwickelt, das ganze Sektoren mit dieser Waffe kontrolliert - nein, da ist mir die Föderation tausendmal lieber.
Auf doch recht einfache Weise wird dem Zuschauer schnell klar, dass die Andorianer nicht die perfektesten Wesen sind und den Menschen von heute sehr stark ähneln. Manchmal muss man sich wirklich fragen, wie sie es geschafft haben, ein Gründungsmitglied der Föderation zu werden.
Das Shran sich letztendlich doch dazu durchringen konnte, der Enterprise wichtige Informationen zukommen zu lassen, zeugt mal wieder von seinem Ehrgefühl - und obwohl er zum Schluss recht abweisend Archer gegenüber war, merkt man, dass er tief in seinem Inneren die "Pinkies" für würdige Alliierte hält.

Was mich an dieser Episode ein wenig gestört hat, ist die Leichtigkeit, mit der es Archer und Co. gelang, die Xindi-Waffe zu erbeuten. Ich meine, das ist die ultimative Waffe, die der Bedrohung durch die Menschen ein Ende setzen soll - und was machen die Xindi? Ganze zwei lächerliche Schiffe werden geschickt, um dieses "Wunderwerk" zu beschützen.
So langsam bekomme ich das Gefühl, dass diese Spezies nicht allzu viel Ahnung vom Absichern bestimmter Gebiete hat (siehe "Die Ladung").

"Testgebiet" ist für die Entwicklung der Story um die Xindi äußerst wichtig und enthält diverse Schlüsselszenen, auf die in Zukunft sicher noch einmal Bezug genommen wird.
Vom Inhalt her, ist sie jedoch nur recht gewöhnliche Hausmannskost, wie man sie von Star Trek gewohnt ist. Wenn man zu den regelmäßigen Zuschauern gehört, ist diese Folge Pflicht - wer mal eben nur reinzappt darf jedoch auch dranbleiben, denn hier ist für jeden was dabei.

Spannung: 3/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5