Kriegslist

Originaltitel: Stratagem
 
Staffel: 3
 
Note: 2
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Degra, der Entwickler der Xindi-Superwaffe, kommt in einem kleinen Schiff zu sich. Um in herum explodieren Relais und Funken sprühen umher.
Ein ziemlich heruntergekommen aussehender Archer sagt ihm, er soll versuchen die Schilde hochzufahren. Ein Blick aus dem kleinen Fenster an der Steuerbordseite verrät dem Xindi-Humanoiden, dass sie angegriffen werden - von Xindi-Insektoiden!
Während Degra noch nicht so recht weiß, was um ihn herum geschieht, schafft es Jonathan die Schilde hochzufahren und die Xindi durch einen Trick abzuhängen.

Nachdem sich das kleine Schiff außer Gefahr befindet, will Degra wissen, wer die Person ihm gegenüber ist. Archer schaut so, als ob er zunächst nicht wüsste, worum es geht. Als Degra jedoch aggressiver wird, offenbart der Mensch seine Identität.
Der Xindi ist geschockt und tritt einige Schritte zurück. Ihm gegenüber steht der Feind - ein Mensch!
Archer versucht ihn aufzuklären: Angeblich haben sich die beiden in den letzten drei Jahren eine Gefängniszelle in einem Internierungslager der Insektoiden geteilt. Laut Archer haben diese "Grashüpfer" irgendetwas mit dem Xindi-Humanoiden angestellt, so dass seine Erinnerungen unterdrückt werden.
Archer berichtet ihm weiter, dass es ihnen gelungen ist, aus diesem Lager zu fliehen. Degra möchte dem Menschen nicht glauben, doch die Seriennummer auf seinem Arm und die zotteligen Haare sprechen eine andere Sprache.

Archer berichtet weiter: Angeblich wollten die Insektoiden Informationen über die Xindi-Superwaffe und "behandelten" Degra mit regulianischen Blutwürmern. Deren Sekrete wirken wie ein Wahrheitsserum, jedoch gibt es eine Nebenwirkung: Vergesslichkeit.
Laut Jonathan verschwinden diese Symptome wieder.
Degra möchte wissen, was passiert sei, dass er in einem Internierungslager der Insektoiden endete. So berichtet der Captain von der verseuchten Kemacite-Ladung die jedoch das Waffenprogramm der Xindi nicht aufhielt, sondern nur verzögerte. Ein paar Wochen später sei die Waffe bereit gewesen und habe die Erde zerstört.
Als die Bedrohung der Erde ausgeschaltet war, fingen die verschiedenen Xindi-Spezies an, sich gegenseitig zu bekämpfen. In diesen Kämpfen, übernahmen die Insektoiden die Macht und zerstörten Degras Heimatplanet.
Archer berichtet dem Xindi außerdem, wie sich die beiden in der Gefängniszelle langsam angefreundet hätten.

Auch wenn Degra misstrauisch bleibt, so hat er im Moment keine andere Wahl und arbeitet mit Archer zusammen. Er berichtet ihm von seiner Familie und dass er hofft, dass diese den Insektoiden entkommen konnte, da sie nahe eines roten Riesen, ziemlich tief im Xindi-Territorium lebten.
Die beiden unterhalten sich noch eine Weile und gehen dann schlafen.
In der Nacht steht Archer leise auf, betäubt den sowieso schon schlafenden Degra mit einem starken Beruhigungsmittel und verlässt das kleine Schiff - besser gesagt die Attrappe, denn das Ganze ist nur eine einzige große Simulation.
Draußen warten Tucker und Phlox, die Degra weiter beobachten, während Archer sich in den Kommandoraum begibt.
Dort warten schon T'Pol und Hoshi. Auf Basis der Aussagen von Degra haben sie sieben verschiedene rote Riesen ausgemacht. Archer vermutet, dass sich Degras Familie nahe der Superwaffe aufhält, da er ja maßgeblich an der Entwicklung selbiger beteiligt war. Das Ziel steht fest: Degra soll ihm die Koordinaten des roten Riesen geben - denn findet man die Familie, findet man die Superwaffe.

Drei Tage früher: Die Enterprise ist zu dem Testgebiet der Superwaffe zurückgekehrt, um nützliche Daten aus den Trümmerstücken zu gewinnen. Da taucht plötzlich ein Xindi-Schiff auf - es ist Degras Schiff. In einem kurzen Feuergefecht kann die Enterprise den Antrieb des Gegners ausschalten und die dreiköpfige Crew gefangen nehmen - nur kann diese dummerweise vorher noch den Speicher des Schiffes löschen.
In der Hoffnung an Informationen zu kommen, die der Crew der Enterprise die Position der Xindi-Superwaffe offenbaren, tüftelt Archer an einem Plan, an dessen Ende die Simulation steht.
Phlox ist es möglich, das Kurzzeitgedächtnis Degras zu löschen, so dass er sich nicht mehr an die Kaperung durch Archer erinnert.
Archer bekommt einen kleinen Kommunikator unter die Haut gesetzt, so dass ihm seine Crew wichtige Infos zukommen lassen kann, ohne das Degra Wind davon bekommt.

Die Enterprise befindet sich noch immer in dem Trümmerfeld des Testgebietes, als plötzlich die Systeme ausfallen. Offenbar gibt es in diesem Feld starke Strahlungen, die die Energieversorgung lahm legen können. Zur Sicherheit hält Travis von nun an einen Sicherheitsabstand zu den Trümmern.

Nach der kurzen Rückblende kehrt Archer zurück in die Simulation. Er versucht durch ein Gespräch auf Umwegen an die Koordinaten der (ehemaligen) Superwaffe zu kommen - doch vergebens - Degra traut ihm noch nicht.
Mit Hilfe einiger Daten, die Hoshi aus dem gelöschten Speicher des Xindi-Schiffes bergen konnte, kann sie Archer mit Informationen versorgen, die ihm normalerweise nicht zugänglich wären - wie z.B. solche über Degras Familie.
Archer macht dem Xindi den Vorschlag, dass sie ein Notsignal aussenden, denn das "Schiff" verliert langsam an Energie. Degra kennt eine Frequenz, die nur von Xindi-Primaten benutzt wird. Er gibt die Frequenz in den Rechner ein und erhält kurz darauf Antwort von einem "Kollegen" - in Wirklichkeit ist es Hoshi, die mit Hilfe des Computers ihre Stimme verstellt hat. Als Degra fragt, wo sich sein Kollege aufhält, berichtet "er", er sei auf Azati Prime (eine weitere Informationen, die Hoshi den Computerdaten entnommen hatte - denn Degras Schiff befand sich vor einigen Tagen dort). Darauf fragte Degra, ob seine Familie noch immer da sei. Bingo! Das ist die Information die Archer brauchte. Jetzt muss Degra nur noch die Koordinaten dahin eingeben.
Gesagt getan - der Xindi gibt die Koordinaten ein und schickt sie - unwissentlich natürlich - direkt an Hoshi.

Da erreicht den Captain eine Nachricht über seinen sub-dermalen Kommunikator. Ein Xindi-Schiff nähert sich und wird in sechs Stunden das Testgebiet, in dem sich die Enterprise noch immer aufhält, erreichen. Um nicht von den Sensoren entdeckt zu werden, muss Travis das Schiff wieder in das Trümmerfeld fliegen.
Bald beginnen erste Systemausfälle die Enterprise zu befallen - so auch den Simulator. In einem ungünstigen Moment schaut Degra gerade durch das Fenster an Steuerbord, als der Monitor, der die vorbeiziehenden Sterne simuliert, für einen kurzen Moment ausfällt.
Der Xindi ahnt, was vor sich geht, spielt jedoch vorerst den Unschuldigen. Er beginnt Archer Fragen über seine Familie zu stellen, deren Antworten er ja eigentlich kennen sollte, wenn er drei Jahre lang mit ihm zusammen in einer Zelle saß. Da warnt ihn Hoshi, dass Degra ein Messer hat und mit einem Mal wird Jonathan angegriffen. Zwar schafft es der Captain den Xindi zu überwältigen, aber die Simulation ist hin. Degra wird zurück zu seinen zwei anderen Crewmitgliedern gebracht, die noch immer in der Zelle sitzen.

Degra behauptet, er habe schon die ganze Zeit etwas vermutet und habe deshalb auch falsche Koordinaten in den Computer eingegeben.
Da diese zu einem roten Riesen führen, der drei Wochen entfernt liegt, kann es sich Archer nicht leisten, einen derartigen Umweg einzuschlagen, wenn sich die Waffe dort nicht befindet.
Tucker schlägt vor, man könne versuchen, die Xindi-Raumkrümmungstechnologie zu adaptieren, mit der man ein Dutzend Lichtjahre in wenigen Minuten zurücklegen könnte.
Archer stimmt zu und kurz darauf ist die Enterprise zu einem ersten Test. Doch bei der Aktivierung geht etwas schief und das Schiff droht auseinander zu fallen.

Da lässt Archer den Techniker der Xindi und Degra in den Maschinenraum bringen. Beide sollen helfen, dass Problem zu lösen. Doch beide weigern sich.
Da erreicht Archer ein Funkspruch von der Brücke. Travis hat eine Lösung gefunden und die Enterprise sei wieder im Normalraum. Archer und Degra gehen zur Brücke und tatsächlich: Vor ihnen liegt ein roter Riese.
Da brüllt Degra, dass die Enterprise sowieso keine Chance hätte und der Verteidigungsperimeter mit dem Schiff kurzen Prozess machen wird.

Archer grinst. Der rote Riese auf dem Hauptschirm war nur eine Simulation. In Wirklichkeit befindet sich die Enterprise noch immer in dem Trümmerfeld. Degra hat Archer soeben verraten, dass die Waffe tatsächlich bei diesen Koordinaten gebaut wird.
Archer lässt das Kurzzeitgedächtnis von Degra und seinen beiden Crewmitgliedern löschen und platziert sie wieder in ihrem Schiff - es wird alles nach einem Plasmaleck aussehen und niemand wird Verdacht schöpfen.
Die Enterprise macht sich nun auf den Weg nach Azati Prime, um der Bedrohung durch den Planetenkillen ein Ende zu setzen.
 
Kritik:
Langsam aber sicher nähert sich die Story um die Xindi und ihrer Superwaffe ihrem Höhepunkt. Endlich hat die Crew den Standort der Waffe in Erfahrung gebracht, was sicherlich für einige Abwechslung sorgen wird.

Wieder einmal muss ich das taktische Vorgehen der Xindi kritisieren. Warum um Gotteswillen fliegt der Entwickler der Superwaffe - der Mann, der alles in den Händen hält - alleine bzw. nur mit zwei Mann Besatzung in ein Testgebiet, in dem eine starke Strahlung die Sensoren jedes Schiffes stört?? Ich meine, die Xindi wissen, dass sich die Enterprise irgendwo dort draußen befindet und möglicherweise näher ist, als ihnen lieb ist.
Wenn ich so etwas weiß, dass schicke ich den Boss nicht ohne ein paar Geschwader Kriegsschiffe los.

Aber auch das Vorgehen der Menschen muss ich in einem gewissen Maße kritisieren, denn was Archer tat hat nicht gerade dazu beigetragen, dass die Xindi ihre Vorurteile, die Menschen betreffend, noch einmal überdenken werden.
Sicher, man hat sein Gedächtnis gelöscht und um die Erde zu retten sind solche Maßnahmen vielleicht auch gerechtfertigt - jedenfalls zum Teil. Aber was wäre passiert, wenn beim Löschvorgang etwas schief gegangen wäre? Degra hätte mitbekommen, dass die Menschen ihn benutzt haben - nicht unbedingt eine gute Ausgangsposition, um Friedensgespräche zu führen.
Aber gut, ich gehe mal davon aus, dass es wirklich keine andere Möglichkeit gab, an die Informationen zu kommen und eins muss man Archer lassen: Kreativ ist er.

Was mir sehr gut an der Geschichte gefallen hat, war die Tatsache, dass der Zuschauer bis zu einem gewissen Grad wirklich glaubt, er befindet sich mit Archer und Degra zusammen auf einem alten Frachter. Ich hoffte schon auf das Auftauchen von Daniels oder dem mysteriösen "Future Guy".
Letztendlich bin ich jedoch froh, dass es nicht soweit kam, denn es hätte ein wenig deplaziert gewirkt.
Archers zweiter Trick - die Simulation mit der Raumkrümmungstechnik - war auch sehr gelungen, zumal Degra nun wirklich glaubte, der Captain wäre schon am Ziel.

Ich bin auch froh darüber, dass die Xindi ein weiteres Mal nicht als die kalten Kriegstreiber dargestellt wurden, sondern als Wesen, mit eigener Geschichte, Kultur und einem Gewissen. So vergisst man an manchen Stellen, dass Archer diese Simulation durchführt, um an Infos heranzukommen und der Eindruck entsteht, dass beide wirklich in einem kleinen Schiff umherfliegen - ja, ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass ich mich zu Anfang wie bei "Allein" fühlte.

"Kriegslist" ist eine weitere Schlüsselfolge und nimmt eine wichtige Position im Bezug auf die weitere Handlung ein. Nebenbei kann die Story durch ein ausgewogenes Maß an Action und Charakterdarstellung überzeugen.
Nicht schlecht!

Spannung: 3/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5