Brutstätte

Originaltitel: Hatchery
 
Staffel: 3
 
Note: 2-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Crew der Enterprise entdeckt auf ihrem Weg nach Azati Prime ein abgestürztes Schiff auf einem nahe gelegenen Planeten. Als die Sensoren keine Lebenszeichen auffinden können, begibt sich ein, von Archer angeführtes, Außenteam in Raumanzügen in das Wrack.
Schon bald stellt sich heraus, dass es sich um ein Schiff der Xindi-Insektoiden handelt. Die Mannschaft ist tot. Da entdecken Trip und Reed eine Kammer, die den Absturz offenbar unbeschadet überstanden hat. Bei näherer Untersuchung dieses Raumes stellt sich heraus, dass sich um eine Art Brutkammer handelt, in welchem die Insektoiden ihre Jungen aus den Eiern schlüpfen lassen.

Da die Luft in dieser "Reifungskammer" offenbar für Menschen atembar ist, nimmt Archer seinen Helm ab, um diese Eier ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Da wird er plötzlich mit einer seltsamen Flüssigkeit besprüht, die diese Eier abgeben.
An Bord der Enterprise kann ihn der Doktor jedoch beruhigen. Anscheinend handelt es sich bei dieser Substanz nur um ein mildes Abwehrgift, dass Angreifer in die Flucht schlagen soll.
Wie der Arzt außerdem festgestellt hat, beginnen die Lebenserhaltungssysteme in der Brutkammer zu versagen. Den jungen Insektoideneiern werden höchstens noch drei Tage eingeräumt - dann werden sie sterben.

Archer jedoch hat nicht die Absicht, diese Insektoiden sterben zu lassen - immerhin sind sie Unschuldige und haben mit dem Konflikt zwischen Xindi und Menschen nichts zu tun. Der Captain beordert ein Reparaturteam auf das Xindi-Schiff.
Schon nach kurzer Zeit kann Tucker erste Erfolge vermelden - auch wenn er im Prinzip dagegen ist, den Xindi zu helfen. Archer opfert von nun an jede freie Minute, um bei der Reparatur der Systeme zu helfen. Alles, was das Wrack jetzt noch braucht, ist eine Ladung Antimaterie von der Enterprise. Doch Tucker warnt davor, denn um die Systeme des Xindi-Schiffes zum Laufen zu bringen, müsste die Enterprise 1/3 ihrer Reserven opfern - das ist dem Ingenieur zu viel.
Doch Jonathan besteht darauf. Als T'Pol den Befehl des Captains in Frage stellt, suspendiert Archer die Vulkanierin vom Dienst.

Der gesamten Crew fällt auf, dass sich Archer immer seltsamer benimmt. Er schläft nicht mehr, isst nicht mehr und wie besessen davon, die Eier der Xindi am Leben zu halten.
Als eines dieser Eier abstirbt, befiehlt der Captain Hoshi sogar, in der Datenbank des Schiffes nach speziellen Beerdigungsritualen zu suchen.

Da taucht plötzlich ein Schiff der Xindi auf und eröffnet das Feuer auf die Enterprise. Reed, der zu diesem Zeitpunkt das Kommando über das Schiff hat, feuert mit Photonentorpedos auf den Angreifer und zerstört ihn.
Als Archer davon hört ist er nicht begeistert, denn immerhin hätten die Xindi helfen können, das Wrack wieder zum Laufen zu bringen. Doch Malcolm verteidigt sich: Er hatte angeblich keine andere Wahl.
Doch Archer will nichts davon hören und suspendiert auch den Lieutenant vom Dienst. Nun wird der Zustand Archers langsam besorgniserregend und Phlox macht heimlich einen medizinischen Scan des Captains - doch zu seiner Verwunderung kann er nichts finden. Um Archer vollständig zu untersuchen, müsste er in die medizinische Röhre. Doch das will der Captain erst tun, wenn er das Überleben der Eier sichergestellt hat.

Mit der Antimaterie von der Enterprise macht sich der Captain auf den Weg zum Schiff der Xindi.
Inzwischen hat Tucker Reed und T'Pol aus ihren Quartieren befreit, die dort wegen der Suspendierung unter ständiger MACO-Bewachung standen. Eine wahre Meuterei bricht aus. T'Pol machen sich mit einigen Gleichgesinnten auf den Weg zur Brücke - dort hat Major Hayes das Kommando. Nach einem kurzen Feuergefecht haben T'Pol und Co. die Brücke erobert.
Derweilen ist Reed zusammen mit Trip auf das Schiff der Xindi gebeamt. Dort finden sie Archer umringt von kleinen Insektoiden vor - sie sind geschlüpft.
Der Ingenieur fackelt nicht lange, betäubt den Captain und bringt ihn zurück zum Schiff.

Als der Doktor seine Untersuchung beendet hat, stellt er fest, dass das vermeintliche Abwehrsekret, mit dem Captain in Berührung kam in Wirklichkeit eine Art "Mutterinstinkt-Sekret" ist, dass das Überleben der Eier sichern soll.
Obwohl Archer nun wieder "bei Trost" ist, ist er froh darüber, dass die "Babies" überlebt haben - konnten die Menschen doch so unter Beweis stellen, dass sie nicht die Bedrohung sind, für die sie Xindi halten.
 
Kritik:
Wer die Eier der Xindi-Insektoiden das erste Mal sieht, wird sich zu Recht wie in einem der Alien-Filme vorkommen. Ich weiß nicht, ob der Set-Designer die Dinger mit Absicht so schleimig gemacht hat - auf jedenfall ist der Anblick nicht gerade appetitlich.

Wie dem auch sei, die Episode ist in zweierlei Hinsicht interessant.
Zum einen stellt sie das menschliche Verhalten gegenüber Andersartigem in Frage. Tucker und die Anderen wollen weiterfliegen und die Eier ihrem Schicksal überlassen. Nur Archer stellt sich dagegen - wenn auch gezwungener Maßen.
Oft wird behauptet, dass die Menschen des 22. Jh. aufgeklärt seien und allem tolerant gegenüber treten - doch gerade an Trips Verhalten kann man gut erkennen, dass ihm diese Insektoiden im Grunde egal sind.
Ich denke deshalb, dass diese Folge auf ziemlich gute Weise die Vorurteile anprangert, mit denen wir heutzutage immer noch zu kämpfen haben.

Zum anderen wird in der Episode der Konflikt zwischen Hayes und Reed ausgebaut bzw. zum Ende gebracht. Ich hätte nicht erwartet, dass es Malcolm tatsächlich fertig bringt, dem Major sein Lob auszusprechen.
Ok, der Konflikt wird kurzzeitig noch einmal aufgebauscht, als die "Meuterer" die Brücke übernehmen, aber gerade zum Ende hin wird spürbar, dass die Beiden wahrscheinlich besser miteinander ausgekommen, als sie zugeben wollen.

Etwas schade finde ich, dass letztendlich herauskommt, dass es nicht Archer war, der sich Sorgen um die Jungtiere gemacht hat, sondern das Sekret, mit dem der Captain in Berührung kam. Ich möchte zwar nicht leugnen, dass Jonathan im Unterbewusstsein sicher auch den Willen gehabt hat, die Eier zu retten, aber was wäre passiert, wenn er nicht unter dem Einfluss dieser Droge gestanden hätte?
Wären die Eier allesamt verendet? Hätte der Captain den Tod der Unschuldigen in Kauf genommen, nur um die Mission (Zerstörung der Xindi-Superwaffe) zu Ende zu führen? Ich hoffe nicht, denn gerade als Sternenflottencaptain sollte man wissen, wann Leben geschützt werden muss.

"Brutstätte" ist im Grunde genommen Star Trek wie man es kennt. Die leisen Untertöne über Moral tragen aber mit Sicherheit zur Handlung bei und versprechen eine unterhaltsame 3/4-Stunde.

Spannung: 3/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5