Azati Prime

Originaltitel: Azati Prime
 
Staffel: 3
 
Note: 1-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Endlich ist die Enterprise an ihrem Ziel angekommen: Azati Prime!
Doch die Superwaffe der Xindi zu zerstören, wird nicht so einfach, wie sich das Archer vielleicht wünschen würde. Das ganze System ist von einem undurchdringlichen Sensorgitter geschützt, dass jeden Eindringling sofort erkennt. Die einzige Möglichkeit zu dem Planeten zu gelange, auf dem die Waffe gebaut wird, ist, in dem Shuttle hinzufliegen, dass die Crew vor einer Woche aus einem abgestürzten Insektoidenschiff geborgen hat.

Dazu muss Hoshi jedoch erst einmal die Sprache der Insekten entschlüsseln. Derweilen machen sich Trip und Mayweather daran, das fliegen mit dem Gefährt zu erlernen.
Die Enterprise hat sich derweilen hinter einem kleinen Planetoiden versteckt, um nicht von Xindi- Patroullien entdeckt zu werden. Travis und Tucker haben nach wenigen Stunden des Trainings den Dreh raus, wie sie das Schiff zu fliegen haben - jedenfalls mehr oder weniger. Gleichzeitig ist es Hoshi gelungen, einen funktionierenden Translator zu programmieren. Nun machen sich die Offiziere in dem Xindi-Schiff auf den Weg, um die genaue Position der Waffe auf einem der Planeten zu bestimmen und so viele Daten wie möglich zu sammeln. Der Durchflug durch das Sensornetz gestaltet sich problemlos und es dauert auch nicht lange, da haben die Sensoren die Superwaffe geortet. Sie wird unter der Wasseroberfläche auf einem der inneren Planeten gebaut. Da das Insektoiden-Shuttle auch als U-Boot funktioniert, zögert Mayweather nicht lange und steuert das Schiff unter die Oberfläche.
Die Enterprise wurde inzwischen von einem kleinen Aufklärungsposten auf der Rückseite des Planetoiden geortet - noch bevor sie einen Funkspruch absetzen kann, gibt Archer den Befehl zur Zerstörung. Trip und Travis scannen derweilen die Waffe und kehren unerkannt zur Enterprise zurück.

Bei der Auswertung der gesammelten Daten, stellt sich heraus, dass es sehr schwierig wird, die Waffe zu zerstören, da sich ihr verwundbarer Punkt tief in ihrem Inneren verbirgt. Alle Anwesenden wissen, dass derjenige, der dort eine Sprengladung platziert, nicht mehr zurückkehren wird.
Ohne lange zu zögern, entschließt sich Archer dazu, diese Mission selbst durchzuführen. Obwohl seine Crew dagegen protestiert, steht der Entschluss des Captains fest.

Jonathan verlässt den Raum, um sich in seinem Quartier vorzubereiten, doch nachdem er den Turbolift betreten hat, findet er sich plötzlich in einer fremden Umgebung wieder. Dort trifft er auf Daniels, den Zeitreisenden aus dem 31. Jh..
Dieser eröffnet dem Captain, dass er sich 400 Jahre in der Zukunft (auf der Enterprise-J) befindet.
Beide gehen zu einem großen Fenster. Draußen tobt eine gewaltige Raumschlacht. Das Schwarz des Alls ist einem lila schimmernden Nebel gewichen, auf den die Enterprise schon vor einigen Wochen getroffen war.
Daniels erklärt Archer, dass dieser Nebel einen Durchmesser von 50.000 Lichtjahren erreicht hat und immer weiter wächst. Weiterhin macht er dem Captain klar, dass er ihn zu einem Schlüsselereignis in der Geschichte gebracht hat - die Schlacht um Procyon 5. Diese Schlacht leitete den Gegenangriff der Föderation auf die "Sphärenkonstrukteure" ein, die unsere Galaxis erobern wollten. Glücklicherweise gelang es der Föderation die transdimensionalen Angreifer zurückzuschlagen.
Laut Daniels hat die Spezies der "Sphärenkonstrukteure" eine Technologie entwickelt, die es ihnen erlaubt, alternative Zeitlinien zu untersuchen und diese zu verändern.
Da sie ihre Niederlage kommen sahen, überzeugten diese Wesen die Xindi des 22. Jh. davon, dass die Menschen eine Bedrohung seien. Ihre Hoffnung war, dass die Xindi die Menschen ausrotten werden, was zur Folge hätte, dass die Föderation nie gegründet wird und die "Sphärenkonstrukteure" ihren Eroberungsfeldzug ungestört beginnen können.

Daniels macht Archer begreiflich, dass er die Waffe der Xindi nicht zerstören darf, da diese dann vollends vom Bösen im Menschen überzeugt wären und einfach eine Neue bauen und die Erde anschließend vernichten würden.
Archer lassen diese Argumente jedoch kalt - ihm ist die Zukunft egal, denn er möchte seinen Planeten retten! Daniels hofft, den Captain doch noch umstimmen zu können und gibt ihm ein Artefakt, dass er von einem Xindi-Crewmitglied der Enterprise-J erhalten hat.

Zurück auf der NX-01. Archer ist immer noch Willens, seinen Plan umzusetzen - mit dem Xindi-Shuttle voller Sprengstoff, macht sich der Captain auf den Weg zur Superwaffe - doch er kommt zu spät. Die Waffe wurde an einen anderen Ort gebracht und Archer wird gefangen genommen.
Jonathan wird Verhört. Die Xindi-Reptilien wollen wissen, wie viele Schiffe der Menschen sich in der Delphic-Ausdehnung befinden. Natürlich verrät der Captain nicht, dass es sich nur um eines handelt.

Als die Xindi ihm androhen, sein Schiff zu zerstören, möchte Archer reden - jedoch nur mit Degra.
Dieser erscheint auch prompt. Als Archer ihm einige Dinge erzählt, die er eigentlich nicht wissen dürfte (siehe "Stratagem"), beginnt Degra dem Menschen zu zuhören.
Selbstverständlich bleibt der Xindi skeptisch, doch als Archer das Artefakt von Daniels präsentiert, beginnt Degra Archer zu glauben. Im darauf folgendem Gespräch gewinnen die Xindi-Primaten den Eindruck, der Captain spricht tatsächlich die Wahrheit. Außerdem gewinnen sie den Eindruck, die Xindi-Reptilien hintergehen die anderen Xindi, da Archer von der Biowaffe erzählt, von der die restlichen Xindi nichts wussten.

Auf der Enterprise ist man sich inzwischen im Unklaren darüber, was mit dem Captain geschehen ist, denn eigentlich hätten die Sensoren eine solch gewaltige Explosion, wie sie zu erwarten war, erkennen müssen.
Trip bemerkt, dass mit T'Pol etwas nicht stimmt. Sie ist unruhig und zieht sich in den Bereitschaftsraum des Captains zurück. Als der Ingenieur ihr folgt, kann er feststellen, dass die Vulkanierin geweint hat.
Natürlich verneint T'Pol, dass etwas mit ihr nicht stimmt - doch als sie nach Stunden noch immer nichts von Archer gehört hat, beschließt sie, ihm in einem Shuttle hinterher zu fliegen. Trip versucht sie aufzuhalten, doch ihr Entschluss steht fest. Da erreicht sie eine Nachricht von Reed. Vier Schiffe der Xindi nähern sich der Enterprise und eröffnen das Feuer.

Degra hat Archer inzwischen freigelassen - er scheint ihm offenbar zu glauben. Da erscheinen plötzlich die Reptilien und zwingen Degra und die anderen den Raum zu verlassen. Archer erfährt dabei, dass sein Schiff angegriffen wird. Degra ist empört, hatten die Reptilien doch versichert, sie würden nichts unternehmen, ohne den Rat zu kontaktieren.

Auf der Enterprise bricht derweilen die Hölle los. Die Brücke stürzt in sich zusammen, der Warpkern ist überlastet und einige riesige Löcher wurden in die Hülle gerissen. Wenn jetzt nicht bald ein Wunder geschieht, ist das Sternenflottenschiff verloren...
 
Kritik:
Einfach unglaublich - langsam gab ich ja die Hoffnung, dass die Enterprise überhaupt noch einmal Azati Prime erreichen wird, auf, wenn man bedenkt, wie viele Umwege das Schiff in letzter Zeit gemacht hat.

Wo fange ich am besten an? Die Story ist fantastisch. Sie ist so gut gelungen und mit so atemberaubenden Spezialeffekten versehen, dass man fast glaubt, ein Staffelfinale zu sehen - und nicht eine X-beliebige Episode in der Mitte einer Staffel!
Des Weiteren muss ich den Auftritt Daniels' loben. Zum Glück war er diesmal um ein Vielfaches besser, als jener bei "Carpenter Street".

Bleiben wir einen Augenblick bei Daniels und der Zukunft. Die Szene an Bord der Enterprise-J hat mich unglaublich beeindruckt, auch wenn ich sagen muss, dass mir das Design des Schiffes überhaupt nicht gefiel - jedenfalls von dem, was man an dem Wanddisplay erkennen konnte. Da hätten sich die Designer er wenig mehr Mühe machen können.
Aber sei es drum - mir geht es jetzt erstmal um die Story. Beeindruckt hat mich besonders, die dargestellte Zukunft. Die Föderation (zu der, laut Aussage Daniels', jetzt übrigens auch die Klingonen gehören!) im Kampf gegen die "Sphärenkonstrukteure". Mir war ja klar, dass es in Zukunft noch einige Kriege zu bestehen gibt - aber das hätte ich nicht erwartet. Trotz dieses relativ kurzen Einblickes in das 26. Jh. hat man es geschafft, ein in sich schlüssiges Bild einer Zukunft aufzubauen.
Und gerade auch, weil über die Geschichte der Föderation zwischen dem 24. und 31. Jh. so wenig bekannt ist, zählt diese Episode mit zu den "Lückenfüllern" dieser Zeit.

Ein weiterer interessanter Aspekt sind die Gefühle T'Pols gegenüber Archer. Während der Episode "Twilight" hatte ich ja mal kurz die Vermutung, dass da "etwas läuft", doch dann sah es eine ganze Zeit so aus, als ob Trip das Rennen machen würde (siehe "Harbinger").
Nun, offenbar scheint der kühlen Vulkanierin mehr an Archer zu liegen, als man vermuten möchte.

Was diese Episode zu etwas wirklich Besonderem macht, ist jedoch der Umstand, dass dieses ewige "Wie fliegen durch die Gegen und wollen die Waffe finden" aufhört, denn mal ehrlich: Das wurde langsam langweilig.
Endlich gibt es neues Konfliktpotential, denn meiner Meinung nach, könnte es zu einem neuen Krieg unter den Xindi kommen, wenn das Verhalten der Reptilien ans Licht kommt - nicht zuletzt scheint Archer Degra davon überzeugt zu haben, dass die Menschen nicht die wahre Bedrohung sind.

Das Wichtigste zum Schluss: Das Rätsel um die geheimnisvolle Informationsquelle aus der Zukunft, die den Xindi gesteckt hat, dass die Menschen eine Bedrohung wären, ist gelüftet. Es waren die "Sphärenkonstrukteure"!
Damit ist der Handlungsbogen der dritten Staffel so gut wie abgeschlossen und mit einem Schlag ergibt sich ein Bild, in das alle Puzzleteile, die wir in den letzten Monaten vorgesetzt bekommen haben, passen. Ich denke hier ist das Sprichwort angebracht: "Da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen!"

Wie es nun weitergeht, kann bisher niemand mit Sicherheit sagen - aber eins steht fest: Es bleibt spannend!

Spannung: 4/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 4/5