Damage

Originaltitel: Damage
 
Staffel: 3
 
Note: 3
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise ist noch immer unter Beschuss der Xindi-Schiffe. Nur noch wenige Treffer und das Sternenflottenschiff droht auseinander zufallen.
Doch wie aus heiterem Himmel brechen die Schiffe ihren Angriff plötzlich ab und fliegen davon. Zurück bleibt eine schwer beschädigte, manövrierunfähige Enterprise.
Zwar versucht Tucker die Systeme zu reparieren, doch es fehlt an wichtigen Ersatzteilen, die entweder nicht verfügbar sind, oder im verschütteten in Frachtraum 2 liegen.

Derweilen auf Azati Prime: Die Xindi-Primaten werfen den Reptilien vor, sie hätten die Enterprise ohne Beschluss des Rates angegriffen. Degra verlangt, dass Archer zurück zu seinem Schiff gebracht wird. Da er den Reptilien nicht traut, beauftragt er die Xindi-Aquatiden damit.
Kurze Zeit später entdeckt die Enterprise ein kleines Schiff, das sich ihrer Position nähert. Da es nur für eine Person konstruiert ist und minimale Bewaffnung aufweist, entschließt sich T'Pol, es an Bord zu holen.
Wie sich kurze Zeit später herausstellt, befindet sich der bewusstlose Captain des Sternenflottenschiffes in diesem kleinen Gefährt. Zwar ist er durch die "Befragung" der Reptilien schwer verwundet, doch glücklicherweise weist er keine lebensbedrohlichen Verletzungen auf. Beim Rest der Besatzung sieht die Lage leider ein wenig anders aus. Viele sind schwer verletzt und Phlox hat Mühe, alle sofort zu versorgen.
Da kommt der Notruf eines fremden Schiffes nicht gerade gelegen. Trotz der widrigen Umstände entschließt sich Archer, auf den Hilferuf zu reagieren. Kurz darauf treffen beide Schiffe zusammen. Laut der Aussage des fremden Captains ist sein Schiff auf einige Anomalien getroffen, die typisch für die Delphic-Ausdehnung sind. Jonathan bietet dem Fremden ein Tauschgeschäft an. Die Enterprise bekommt eine neue Warpspule, da die Alte komplett zerstört wurde, während die Fremden 16 Kilo Trellium bekommen, um sich vor den Anomalien zu schützen. Doch leider lehnt der andere Captain ab. Ohne Warpspule würde sein Schiff drei Jahre benötigen um zurück in die Heimat zu fliegen.

Während auf der Enterprise die Reparaturen nur schleppend vorankommen, hat T'Pol ihre eigenen Probleme. Sie fühlt sich in die Zeit zurückversetzt, in der sie auf dem Schiff voller Zombie-Vulkanier war. In der Nacht schnappt sie sich einen Raumanzug und begibt sich in Frachtraum 2, der noch immer ohne Umweltkontrollen und zudem noch ziemlich verwüstet ist. Von dort besorgt sie sich aus einem Container eine kleine Menge Trellium und injiziert sie sich.

Währenddessen analysieren Hoshi und Mayweather das kleine Schiff, mit dem der Captain zurück zur Enterprise gelangte. Im Datenspeicher entdeckt die Kommunikationsoffizieren einen verschlüsselten Datensatz. Als sie ihn decodiert, stellt sie fest, dass es sich um eine versteckte Botschaft Degras handelt, der den Captain in drei Tagen an bestimmten Koordinaten treffen will. Als der Captain davon erfährt, ist er glücklich und niedergeschlagen zugleich. Offenbar hat er es geschafft, Degra davon zu überzeugen, dass die Menschen nicht die Bedrohung sind, doch um zu dem Treffpunkt zu gelangen, müsste die Enterprise über Warp verfügen und ohne Warpspule ist es ausgeschlossen, dass das Schiff rechtzeitig zu den Koordinaten gelangt. Nur schweren Herzens ringt er sich zu einem Schritt durch, den er vor einiger Zeit noch als absolut verwerflich eingestuft hätte.
Der Captain entschließt sich dazu, das Schiff, mit dem die Enterprise vor einiger Zeit zusammentraf zu überfallen und die Warpspule zu stehlen. Als Ausgleich plant er ihnen Nahrung und Trellium zu überlassen. Obwohl sowohl T'Pol als auch Phlox gegen diese Entscheidung Protest einlegen, steht der Entschluss fest und die Vorbereitungen werden getroffen.

Inzwischen vertraut sich T'Pol dem Doktor an, um mit ihm über ihre Halluzinationen zu sprechen. Phlox stellt fest, dass das Trellium die Emotionen der Frau zum Ausbruch bringt und dass sie nun von dieser Substanz abhängig ist. Als er sie fragt, warum sie überhaupt angefangen hat, sich dieses Mittel zu verabreichen, gibt sie an, sie hätte ihre Emotionen erforschen wollen, nachdem sie auf der Saleya erstmals diesem Stoff ausgesetzt war.
Zwar kann der Arzt die Entzugserscheinungen fürs Erste mindern, doch warnt er die Vulkanierin vor einem erneuten auftreten dieser.

Die Enterprise hat inzwischen das fremde Schiff entdeckt und macht sich bereit zur Enterung. Obwohl das Sternenflottenschiff selbst schwer beschädigt ist, macht es sich bereit zum Feuern. Mit einem gezielten Schuss aus den vorderen Phasern legt es den Antrieb der Fremden lahm. Nun beamen sich Archer, Tucker und einige MACOs auf das Schiff und liefern sich ein Feuergefecht mit der Crew. Nach einiger Zeit, hat es Tucker geschafft, die Warpspule auszubauen und sie aufs Schiff zu beamen. Archer und sein Team ziehen sich ebenfalls zurück.

Mit der neuen Warpspule und einer Maximalgeschwindigkeit von Warp 2,2 macht sich die Enterprise nun auf den Weg zum Treffen mit Degra.
 
Kritik:
Nach einer schier endlos anmutenden Wartezeit meldet sich "Enterprise" endlich zurück, doch zu meiner Enttäuschung muss ich sagen, dass diese Folge bei weitem nicht an "Azati Prime" anknüpfen kann.

Was mich an dieser Folge am meisten gestört hat, war Archers Entschluss die Fremden zu überfallen.
Ja sicher, ich gebe zu, die Zeit hat gedrängt und die Warpspule war extrem wichtig, aber deshalb jemand anderen überfallen und hilflos zurück lassen? Phlox und T'Pol haben zu Recht Protest eingelegt, auch wenn das letztendlich nicht viel gebracht hat.
Dieser ganze Handlungsbogen um die kaputte Warpspule und den damit verbundenen Überfall auf die Fremden, hat in mir das Gefühl erzeugt, dass irgendjemand bei Paramount der Meinung war, dass die Story noch eine ganze Kanne "Äktschn" bräuchte, um für den Zuschauer interessant zu sein. Ist das wirklich so?
Nein! Man wäre gut bedient gewesen, wenn man die Enterprise mit Impuls zu Koordinaten hätte fliegen lassen, die ein wenig näher gelegen hätten. So wäre es möglich gewesen, sich auf die Frage zu konzentrieren, ob man den Xindi auch trauen kann, oder ob sie das Schiff in eine Falle laufen lassen.
Leider wird diese Tatsache überhaupt nicht angesprochen.

Nicht zuletzt fand ich die Story um T'Pols "Drogenkonsum" in Form von Trellium ein wenig sehr aufgesetzt. Die ganze Zeit über dachte ich mir, dass dieser "B-Plot" einem der Drehbuchschreiberlinge auf der Fahrt zur Arbeit eingefallen sein muss. Hinzu kommt, dass dieser Teil der Story nicht sehr vertieft wird und so die Schaffung einer neuen Facette der Vulkanierin verhindert.
Letztendlich kann diese Nebenhandlung nur als Pausenfüller betrachtet werden, der dazu gedacht war, die Stellen zwischen Archers Überfallplänen zu überbrücken.

"Damage" hätte es gut getan, wenn man sich vollends auf die Charaktere konzentriert und sie nicht zu einem Schatten ihrer selbst gemacht hätte. Die Story dient zwar der Fortsetzung der Haupthandlung und vielleicht ist durch den beraubten Alien-Captain neues Konfliktpotential hinzugekommen, aber letztendlich bleibt diese Episode weit hinter ihrem Vorgänger zurück.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5