The Forgotten

Originaltitel: The Forgotten
 
Staffel: 3
 
Note: 3
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise ist auf dem Weg zu dem Treffen mit Degra. In der Zwischenzeit hält Archer einen Gedenkgottesdienst für die Crewmitglieder ab, die beim Angriff der Xindi ums Leben gekommen sind.
Der Captain beauftragt Tucker damit, einen Brief an die Eltern von Crewman Taylor - einer Ingenieurin - zu schreiben und sie vom Tod ihrer Tochter zu informieren. Nur widerwillig stimmt Trip zu, hat er doch schon genug Probleme damit, dass Schiff zusammenzuhalten.

Kurze Zeit später erreicht die Enterprise die Koordinaten des Treffpunktes. Da taucht ein kleines Schiff mit Degra und einem Xindi-Faultier an Bord auf. Beide kommen an Bord und unterhalten sich mit Archer. Wie sich herausstellt, hat Degra es damals veranlasst, dass Archer freikommt. Wie der Captain erfährt, sind einige Xindi bereit, den Worten des Menschen glauben zu schenken, dass die "Sphärenkonstrukteure" die wirklichen Feinde sind - jedoch möchte man Beweise sehen.
Jonathan führt die Xindi in einen Frachtraum und zeigt ihnen den Apparat, mit dessen Hilfe einige Xindi-Reptilien in der Vergangenheit einen Virus freisetzen wollten. Degra zeigt sich beeindruckt, doch ist es ihm noch nicht Beweis genug - zeigt dieser Apparat lediglich, dass die Reptilien die Menschen mit einem Virus auslöschen wollten und nicht mit einer "Planeten-Killer-Waffe".

Daraufhin zeigt Archer seinen Gästen Bilder des "Sphärenkonstrukteurs", auf den die Enterprise vor einigen Wochen traf.
Diese Vorstellung hat die beiden Xindi überzeugt und sie versprechen alles zu tun, was in ihrer Macht steht, um den Start der beinahe fertigen Superwaffe zu verhindern.

Trip plagen derweil ganz andere Sorgen. Trotz vieler Reparaturen, kann er die Enterprise nur noch provisorisch zusammen halten. Hinzu kommt ein Plasmaleck, dass beinahe die Hälfte des Schiffes zerstört hätte, wäre Malcolm nicht Todesmutig dazu bereit gewesen es zu verschließen.
Als wäre das nicht schon Aufregung genug, muss er auch noch den Brief an Crewman Taylors Eltern schreiben, doch er kommt nicht wirklich voran. Seiner Meinung nach, kann er nur belanglose Dinge schreiben, die im Grunde auch jeder andere über Taylor hätte schreiben können.

Unter diesem Druck, trifft Tucker auf Degra, dem er zufällig begegnet. Sofort greift er den Xindi verbal an und hält ihm vor, dass er dafür verantwortlich ist, dass all die Crewmitglieder an Bord der Enterprise gestorben sind - von den sieben Millionen auf der Erde einmal abgesehen. Immerhin war es doch Degra, der die Waffe gebaut hat und nur wegen dieser Waffe, ist man jetzt in der Delphic-Ausdehnung.
Archer ruft den Commander zur Ordnung, der sich nur schwer beherrschen kann. Phlox, dem das gereizte Verhalten Tuckers schon eine Weile aufgefallen ist, stellt fest, dass Trip seit zwei Tagen nicht mehr geschlafen hat. Er entbindet den Ingenieur daraufhin von seinen Pflichten und befiehlt ihm, mindestens vier Stunden zu schlafen. Da er keine andere Wahl hat, beugt sich Trip dem Befehl und geht schlafen. Des Nachts träumt er von Taylor, die ihm ein paar Tipps gibt, was er in den Brief an ihre Eltern schreiben soll.

Derweilen geht es auf der Brücke der Enterprise heiß her. Irgendwie haben es Xindi-Reptilien geschafft, Degras Warpsignatur zu verfolgen. Die noch junge Allianz zwischen Xindi und Menschen scheint gescheitert. Doch Archer kann Degra dazu überreden, auf der Seite der Enterprise zu kämpfen und das Schiff der Reptilien kampfunfähig zu machen.
Der Plan gelingt, doch Degra befiehlt seinem Schiff, weiter zu feuern und das Schiff der Reptilien zu zerstören. Seiner Meinung nach, war dieser Schritt nötig, da sonst ein Notsignal hätte ausgesandt werden können, was noch mehr Schiffe der Reptilien angelockt hätte.

Degra möchte, dass Archer vor dem Rat der Xindi vorspricht und die Beweise präsentiert, die die "Sphärenkonstrukteure" als den Feind entlarven. Er gibt dem Captain die Koordinaten, für einen Planeten, doch Archer muss erkennen, dass dieser selbst mit maximalem Warp viel zu weit entfernt ist.
Da gibt ihm der Xindi noch ein weiters Datenpacket, dass die Position eines Subraumskorridors offenbart, mit dem die Enterprise den Treffpunkt in kurzer Zeit erreichen kann. Dankbar für die Hilfe, befiehlt der Captain Kurs zu setzen - Kurs ins Herz des Xindi-Terretoriums.
 
Kritik:
Obwohl diese Episode eigentlich einen wichtigen Schritt in Richtung Staffelfinale repräsentieren sollte, dreht sich die Geschichte vielmehr um den Verlust der Crewmitglieder der Enterprise und ich komme nicht umhin zu behaupten, dass diese Episode eine Art Ehrung für Kellie Waymire (Crewman Cutler) sein soll, die im November 2003 verstorben ist.

Wie schon gesagt, stellt diese Episode einen wichtigen Schritt in Richtung Staffelfinale dar - denn Archer wird jetzt vor dem Rat der Xindi sprechen. Welches Ereignis könnte von größerer Bedeutung sein?
Doch trotz dieses geradezu historischen Schrittes, rückt dieser Zweig der Erzählung in den Hintergrund und bietet Commander Tucker Raum für seinen Konflikt mit dem Brief an die Eltern von Taylor.
Ich möchte Connor Trinneer nicht absprechen, dass er eine ausgezeichnete Leistung gebracht hat, jedoch glaube ich, dass eine glaubwürdigere Darstellung möglich gewesen wäre. Dass Trinneer zu so etwas fähig ist, hat er zuletzt in "Similitude" bewiesen.

Was ich außerdem kritisieren muss, war diese etwas sehr aufgesetzte Action, während des Kampfes gegen das Reptilien-Schiff.
Ich meine, es gab absolut keinen logischen Grund, warum die Xindi Degra misstrauen und ihm folgen sollten. Die Autoren dieser Geschichte haben es völlig versäumt, eine Erklärung für dieses Verhalten zu liefern. Große Auswirkung auf den weiteren Verlauf der Geschichte hat dieser Zwischenfall jedenfalls nicht. Einzig und alleine der Fakt, dass man die Zerstörung des Schiffes als Festigung der jungen Allianz zwischen Degra und Archer sehen kann, stimmt mich noch ein wenig milde - aber grundsätzlich muss ich sagen, dass es auch ohne Ballerei gegangen wäre.
Ich hoffe, ihr versteht mich jetzt nicht falsch, wenn ich in diesem Fall gegen ein wenig Action bin, aber bei "Enterprise" habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass die Raumschlachten, immer nur dem Zweck dienen, die Story zu "beleben". Dabei können so viele Geschichten durch ihre Charaktere überzeugen - ohne das auch nur ein einziger Schuss abgefeuert wurde - Beispiele hierfür gibt es genug.

"The Forgotten" hat Potential gehabt und hätte durchaus mit Geschichten wie "Similitude" konkurrieren können. Doch leider fehlt es der Geschichte ein wenig an Tiefgang, auch wenn man versucht hat, diesen zu erzeugen.
Da aber der Wille zählt und die Geschichte Kellie Waymire die letzte ehre erweisen soll, kann ich mich noch zu einer 3+ durchringen.

Spannung: 1/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5