Originaltitel:
 
Staffel: 3
 
Note: 2-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise ist auf dem Weg zu dem Subraumkorridor, um vor den Rat der Xindi zu treten. Da es in dem Nebel, in dem sich der Korridor befindet, nur so von Piraten wimmelt, gehen Archer und Malcolm noch mal die Sicherheitsvorkehrungen durch, um die Enterprise so lange wie möglich vor Angriffen zu schützen.
Kurze Zeit später bereitet sich das Sternenflottenschiff darauf vor, in den Nebel einzutreten, als plötzlich ein anderes Schiff auf den Sensoren auftaucht. Zunächst glaubt T'Pol, es handele sich um ein Sensorecho aus dem Nebel, doch schon bald steht fest, dass das Schiff echt ist.
An sich, wäre das ja kein Problem, doch es ist nicht irgendein Schiff, dass sich da nähert - es ist die Enterprise.

Archers Enterprise wird gerufen. Ein Mann mit spitzen Ohren erklärt dem Captain, dass er seinen Kurs sofort ändern muss. Da Archer über das plötzliche auftauchen einer zweiten Enterprise mehr als erstaunt ist, befolgt er die Anweisungen des Fremden. Kurz darauf dockt die eine Enterprise an der anderen an.
In der Luftschleuse steht Archer einem Mann gegenüber, der von sich behauptet, sein Name sei Lorian und der Captain der Enterprise. Ihm zur Seite steht sein erster Offizier: Karyn Archer.

Im Besprechungsraum erklärt Lorian die Situation.
Er erzählt, dass die Enterprise beim Flug durch den Subraumkorridor 117 Jahre in die Vergangenheit geworfen wird. Auch wenn sich die Crew nicht sicher war, warum dies geschah, so glaubte sie doch, dass die Impulswelle des Antriebs damit in Verbindung steht.
Da ein Rückflug durch den Korridor nicht möglich war, machte es sich die Crew der Enterprise zur Aufgabe, den Start den ersten Xindi-Sonde, die die Erde angreift, zu verhindern. Da dies jedoch erst in über 100 Jahren passieren wird, bleibt der Crew nichts anderes übrig, als ihre Nachfahren mit dieser Mission zu betrauen.
Doch die Mission schlug fehl und die Sonde erreichte dennoch die Erde. Nun bleibt den Nachfahren der Enterprise-Crew nichts anderes übrig, als ihren Vorfahren zu helfen, den Start der Superwaffe zu verhindern. Mit Hilfe eines verbesserten Antriebes, soll Archers Enterprise rechtszeitig an ihr Ziel kommen. Im Laufe der Jahre hat die Crew neue Antriebstechnologie erwerben können und Lorian glaubt, die Enterprise auf Warp 6 zu beschleunigen, damit sie den Treffpunkt auch ohne Hilfe des Subraumkorridors erreicht. Archer fragt ihn, ob man den Korridor nicht nach einer Modifikation der Impulstriebwerke verwenden könnte, doch das ist - laut Lorian - unmöglich.

Archer zweifelt noch an der Geschichte und so lässt er die DNA der Besucher durch Phlox analysieren. Wie sich herausstellt, hat Lorian die Wahrheit gesagt. Doch Phlox hat noch mehr auf Lager. Laut seinen Untersuchungsergebnissen ist Lorian das Kind von T'Pol und Tucker.
Doch Trip bleibt wenig Zeit darüber nachzudenken. Er und Lorian müssen den Warpantrieb der Enterprise mit neuen Antriebsaggregaten versorgen. Zwar gelingt es den beiden während der Arbeit ein wenig miteinander zu reden, doch die Zeit drängt und so kratzten die Gespräche nur an der Oberfläche einer echten Vater-Sohn-Beziehung.

Karyn zeigt Archer inzwischen die andere Enterprise. In den Gängen laufen Kinder umher, während sich die älteren Besatzungsmitglieder erstaunt nach dem Captain umdrehen.
Während des Rundganges kommen die beiden auch an T'Pols Quartier vorbei. Karyn sagt Archer, dass die Vulkanierin ihn gerne sehen möchte. Nach kurzem Zögern begibt sich Jonathan in das Quartier und tritt einer stark gealterten T'Pol gegenüber. Sie erklärt ihm, dass Lorians Plan, die Enterprise auf Warp 6 zu bringen, nicht funktionieren wird.
Der Captain stellt den Halbvulkanier zur Rede. Dieser argumentiert, dass die Chance, dass die Enterprise bei dem Versuch auf Warp 6 zu beschleunigen "nur" 22% betrage. Doch das Risiko ist Archer zu hoch.

Lorian glaubt nun, Archer ist nicht fähig, die Mission auszuführen und so fasst er den Plan, selber zu Degra zu fliegen. Da jedoch die Plasmainjektoren der alten Enterprise zu alt sind, um einen Warpflug zu ermöglichen, stiehlt er sie von Archers Enterprise. Selbstverständlich bleibt diese Aktion nicht lange unbemerkt und so kommt es zu einem Feuergefecht zwischen beiden Schiffen. Mit letzter Kraft kann sich Archer gegen die waffentechnisch überlegene alte Enterprise durchsetzen.
Lorian wird verhaftet und in eine Zelle gesperrt. Als ihn Archer besucht, klärt der Halbvulkanier den Menschen über seine Ziele auf.

Der Captain appelliert an den Stolz Lorians und schafft es tatsächlich, ihn zu überreden, mit ihm zusammenzuarbeiten.
Die Crews beider Schiffe treffen die Entscheidung, Archers Enterprise auf Basis von Plänen der alten T'Pol so zu modifizieren, dass die Impulswelle der Triebwerke reduziert wird. Somit könnte es tatsächlich möglich sein, durch den Korridor zu fliegen, ohne in der Zeit zurückgeworfen zu werden.
Wenig später setzen beide Schiffe Kurs auf diese Passage und werden auch schon kurz darauf von Piraten angegriffen. Archers Enterprise wird schwer getroffen und verliert an Geschwindigkeit. Da greift Lorians Enterprise ein und zieht Archers Schiff mit einem Traktorstrahl bis an den Rand der Anomalie. Der Trägheitsmoment befördert das Schiff schließlich in den Korridor.

Wenige Sekunden später auf der anderen Seite: Archer und seine Crew überprüfen, ob sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Eine Überprüfung der Sensoren lässt sie aufatmen - alles in bester Ordnung. Doch keine Spur von Lorian, oder seinem Schiff. Dem Plan zufolge hätte er ebenfalls in den Korridor fliegen und Archer auf der anderen Seite treffen sollen.
Wurde die alte Enterprise aus der Zeitlinie gelöscht, nachdem Archers Schiff nicht in die Vergangenheit gereist ist und damit die Nachfahren nie existiert haben? Wenn ja, warum kann sich die Crew dann an den Besuch ihrer Urenkel erinnern?
 
Kritik:
Mit gewaltigen Schritten geht die dritte Staffel ihrem Ende entgegen. Wird es danach noch eine Vierte geben? Bis jetzt ist das ungewiss, aber wenn die Episoden einen ähnlichen Standart einnehmen, wie diese hier, dann sehe ich keinen Grund, warum wir uns nicht noch ein weiteres Jahr an den Abenteuern der Crew der Enterprise NX-01 erfreuen sollten.

Besonders gefreut hat es mich, dass diese Episode zum großen Teil von zwischenmenschlichen Beziehungen getragen wird. Es kommt der Vater-Sohn-Konflikt genauso zum tragen, wie Lorians Kampf zwischen seinen Emotionen und der Logik. Zwar wirkt er stellenweise wie eine Kopie von Spock, doch im Allgemeinen wird er seiner Rolle gerecht.
Wie immer kommt die Action natürlich nicht zu kurz. Doch zum Glück wirkt sie diesmal nicht erzwungen, sondern fügt sich lückenlos in die Handlung ein.

Nebenbei muss ich dem Autor dieser Episode ein großes Lob in Sachen Logik aussprechen. Damit beziehe ich mich auf das Gespräch Archers mit Karyn während des Rundganges auf der alten Enterprise. Der Captain erwähnt, dass er nun endlich verstünde, warum die Xindi ihn während seiner Gefangenschaft ständig fragten, wie viele Schiffe die Menschen in der Delphic-Ausdehnung hätten. Karyn antwortet darauf, dass die Xindi ihr Schiff sicher mehr als einmal auf den Sensoren hatten. In diesem Moment wird auch dem Zuschauer der logische Zusammenhang dieser Aussage bewusst. Immerhin hat sich die alte NX-01 über 100 Jahre in diesem Teil des Raums aufgehalten. Das man da ab und zu von anderen Xindi entdeckt wird, versteht sich wohl von selbst.
Ich will jetzt nicht behaupten, dass die Autoren der verschiedenen Episoden das von Anfang an so geplant hatten, aber auf jedenfall ist es clever gelöst.

Was ich an dieser Episode leider stark kritisieren muss, ist die Tatsache, dass es zu Zeiten von Deep Space Nine eine ganz ähnliche Folge gab. In dieser strandete die Crew der Defiant 200 Jahre in der Vergangenheit auf einem Planeten und pflanzte sich dort fort. Als dann Sisko mit seiner Mannschaft vorbei geflogen kommt, droht sich die Geschichte zu wiederholen. Nur durch das Eingreifen Odos nehmen die Ereignisse einen anderen Verlauf.
Klingt sehr vertraut, oder?
Nicht, dass E² durch diese (fast) gleiche Geschichte an Reiz verlieren würde - das ist ganz und gar nicht der Fall - doch leider wurde mal wieder eine Episode aus früheren Star Trek-Serien recycelt. Eigentlich schade.
Nichtsdestotrotz ist E² eine gute Episode, die zwar nicht durch Einfallsreichtum glänzen kann, aber trotzdem mit starken Charakteren aufwarten kann.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5