Countdown

Originaltitel: Countdown
 
Staffel: 3
 
Note: 2
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Xindi-Reptilien und -Insektoiden befinden sich noch immer auf dem Weg zur Erde, um die Planetenkiller-Waffe zu benutzen. Jedoch müssen sich drei der fünf Xindi-Spezies mit der Benutzung der Waffe einverstanden erklären, damit sie auch aktiviert werden kann. Die Insektoiden und die Reptilien besitzen jedoch nur zwei der dafür notwendigen Codes. Aus diesem Grund haben sie Hoshi entführt, damit sie, unter dem Einfluss einer Droge, den Code der Aquatiden knackt und den Reptilien zur Verfügung stellt.
Selbstverständlich weigert sich der Fähnrich trotz Droge dies zu tun, doch leider kann ihr Widerstand bald gebrochen werden.

Archer berät sich inzwischen mit den Xindi-Primaten und -Faultieren. Die Schiffe der Insektoiden und der Reptilien sind zu mächtig, als das man etwas gegen sie ausrichten könnte. Die einzige Hoffnung sind die Aquatiden, die sich bis jetzt jedoch weder für die eine noch für die andere Seite entschieden haben.
Der Captain hat Glück und wird zu einem Gespräch mit den Aquatiden eingeladen. Dort soll der Mensch seine Gründe dafür darlegen, warum die Wasserwesen ihm unbedingt helfen sollten.
Das Gespräch verläuft nicht gut und bald scheint sich abzuzeichnen, dass die Aquatiden in diesem Konflikt neutral bleiben. Da zieht Archer einen Trumpf aus dem Ärmel: Er behauptet, er hätte eine Möglichkeit gefunden, die Sphären, die für die vielen Anomalien in der Delphic-Ausdehnung verantwortlich sind, zu deaktivieren.
Die Aquatiden ziehen sich daraufhin zu Beratungen zurück, während Archer überlegt, wie er seine Behauptung wahr machen kann. Er beauftragt T'Pol und Trip an einer entsprechenden Lösung zu arbeiten. Tatsächlich scheint es so, als könnten die beiden einen Weg finden. Mit Hilfe der Daten, die ein Außenteam kurz zuvor bergen konnte, entdeckt die Vulkanierin, dass die vielen Sphären in der Ausdehnung durch ein Subraumnetzwerk miteinander verbunden sind. Dieses Netzwerk kann durch den Ausfall einer der vier "Kontroll-Sphären", welche integrale Schlüsselpositionen innerhalb des Netzes einnehmen, komplett zum Zusammenbruch gebracht werden. Noch ist nicht klar, wie man diese Sphäre ausschalten will, aber ein erster Schritt ist getan.

Die Planetenkiller-Waffe hat derweilen einen Zwischenstopp eingelegt, um die dritte Codesequenz freizuschalten, die nötig ist, um sie zu aktivieren. Zwar hat sich Hoshi mit allen Mitteln gegen die Wirkung der Droge gewehrt, doch hat es nicht gereicht, um die Mitarbeit zu verweigern. Gerade, als der Antrieb wieder neu hochfährt, um die Reise zur Erde fortzusetzen, öffnen sich mehrere Subraumkorridore nahe der Waffe. Es sind Schiffe der Xindi-Faultiere, -Primaten, sowie der Aquatiden.
Die folgende Schlacht verläuft für die Reptilien und Insektoiden schlecht und es scheint fast so, als könnte die Planetenkiller-Waffe rechtzeitig zerstört werden. Doch da beschließen die "Sphärenkonstrukteure" in den Kampf einzusteigen. Sie aktivieren eine ihrer Sphären, die daraufhin eine Barriere aus gewaltigen Anomalien zwischen den Schiffen der Insektoiden und der Aquatiden erzeugt.
Ein Außenteam unter der Führung von Major Hayes hat es inzwischen geschafft, sich auf das Führungsschiff der Reptilien zu beamen und Hoshi zu befreien. Doch kurz bevor der Major vom Transporterstrahl erfasst werden kann, wird er lebensgefährlich verwundet - wenig später stirbt er auf der Krankenstation.

Der Xindi-Waffe ist inzwischen die Flucht gelungen und befindet sich wieder auf dem Weg Richtung Erde.
Archer lässt Kurs setzen, um sie zu verfolgen, doch die Aquatiden, die in der Schlacht schwere Verluste haben hinnehmen müssen, bestehen darauf, dass der Captain seinen Teil der Abmachung (die Deaktivierung der Sphären) einhält. Daraufhin macht sich ein Shuttle mit Trip und T'Pol auf den Weg, um eine der nahegelegenen "Kontroll-Sphären" auszuschalten. Die Enterprise fliegt jedoch weiter der Waffe hinterher.
Die Zeit drängt und noch steht das Schicksal der Erde auf Messers Schneide.
 
Kritik:
Die vorletzte Folge der dritten Staffel macht deutlich, dass sich der Handlungsbogen um die Xindi langsam seinem Ende nähert. Plötzlich scheinen sich die Ereignisse alle zu überschlagen. Wer geradlinige, langsame Stories mag, ist hier ganz klar falsch. Die Zeiten, in denen sich der Zuschauer zurücklehnen konnte, sind vorbei.

Zwar lässt der Titel "Countdown" schon vermuten, dass es etwas rasanter zugeht, aber um das ganze Ausmaß der Geschwindigkeit zu erahnen, muss man die Folge wirklich gesehen haben. Vieles kann schief gehen, wenn man viel Handlung in 45 Minuten presst - zuletzt geschehen bei "The Expanse". Jedoch geht die Rechnung diesmal auf. Der Tritt aufs Gaspedal verdeutlicht dem Zuschauer einerseits die knappe Zeit, die Archer und seiner Crew bleibt, anderseits lässt er die Raumschlacht auch viel spannender wirken.

Apropos Raumschlacht: Die Spezialeffekte, die hier zum Einsatz kamen, waren erstklassik. Ich kann mich an kaum eine Episode irgendeiner Star Trek-Serie erinnern, die mit so rasanten und fantastischen Bildern aufwarten konnte. Schon alleine, wie die Schiffe der Aquatiden aus dem Subraumkorridor auftauchen, ist phänomenal, aber die gewaltige Raumanomalie, die die Schiffe regelrecht verschluckt ist einzigartig. Daumen hoch!

Die Story selbst führt selbstverständlich den Handlungsbogen konsequent weiter. Neuerungen gibt es keine mehr. Jetzt zählt es, die losen Fäden, die sich durch die ganze Staffel ziehen, zu vereinen. Bis jetzt scheint dies auch ganz gut zu gelingen.
Der Tod von Major Hayes zählt für mich persönlich zu den Situationen, die man nicht exakt voraussagen konnte. Sicher gab es schon Momente, in denen man dachte, dass dieser Kerl gleich den Löffel abgibt, aber im Hinterkopf war da immer noch diese Stimme die mich darauf hinwies, dass Hayes quasi zu den Führungsoffizieren gehört und die sterben nicht so leicht - außer sie wollen mehr Geld ;) .
Nun ja, wie auch immer. Ich kann nicht sagen, dass mich der Tod des Majors groß bewegt hätte, jedoch ist es tragisch, dass Reed jetzt niemanden mehr hat, mit dem er sich schlagen kann.

"Countdown" ist eine gute Episode - eben so, wie es sich für eine Folge, die kurz vor einem Staffelende ausgestrahlt wird, gehört.

Spannung: 3/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5