Zero Hour

Originaltitel: Zero Hour
 
Staffel: 3
 
Note: 2+
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Es ist soweit - Archer, Reed und einige MACOs machen sich bereit, die Waffe der Xindi zu entern und zu zerstören. An Bord von Degras Schiff werden für dieses Unternehmen die letzten Vorbereitungen getroffen. Derweilen versucht sich Hoshi von ihrem Aufenthalt bei den Reptilien zu erholen - jedoch lässt ihr Archer kaum Zeit dazu, denn sie muss eine wichtige Codesequenz entschlüsseln, die benötigt wird, um den Reaktor der Waffe zu überladen.
Der Captain plant, die Waffe zu entern und nach der Überladung des Energiekerns an wichtigen Stellen Sprengstoff anzubringen - eine gefährliche Mission, bei der Archer leicht selber ein Opfer werden könnte und obwohl ihn Reed darauf hinweist, besteht Jonathan darauf, an der Mission teilzunehmen.

Archer möchte sich gerade in einen Bereitschaftsraum zurückziehen, da findet er sich plötzlich auf einem Balkon, innerhalb einer riesigen Halle wieder. Ihm gegenüber steht Daniels. Dieser erklärt dem Captain, dass er sich etwa sieben Jahre in der Zukunft befindet - am Tag der Unterzeichnung des Gründungsvertrages der Föderation.
Der Zeitreisende macht Archer klar, dass es für die Zeitlinie äußerst wichtig ist, dass er sich nicht in Gefahr begibt, da er ein wichtiges Element auf dem Weg zur Gründung der Föderation sein wird. Und obwohl Jonathan von der Gründung der Föderation offenbar sehr fasziniert ist, beharrt er auf seinem Punkt, an der Mission teilzunehmen und so muss ihn Daniels ziehen lassen.

Auf der Enterprise wird inzwischen alles vorbereitet, um "Sphäre 41", einen der Knotenpunkte des Sphärennetzwerkes innerhalb der Delphic-Ausdehnung zu zerstören. So erhofft man sich eine Ausschaltung aller Sphären.
Die "Sphärenkonstrukteure" sind selbstverständlich alles andere als begeistert davon, dass man ihr monumentales Werk zerstören will. Aus diesem Grund formen sie um die besagte "Sphäre 41" eine Art Schutzschild aus besonders starken Raumanomalien.
Doch die Enterprise überwindet diese Barriere und ist kurz vor ihrem Ziel. Damit die Crew des Schiffes nicht ein Opfer der Strahlung wird, hat Phlox ein Mittel entwickelt, dass die Mannschaft beschützen kann - jedoch nur 15 Minuten lang!

Nachdem die Enterprise die riesige Metallkugel erreicht hat, beginnt Tucker damit, einen speziellen Deflektorimpuls auszusenden, der das Netzwerk kollabieren lassen soll.
Überrascht vom Durchhaltewillen der Menschen beschließen die "Sphärenkonstrukteure" selbst einzugreifen.
Drei von ihnen beamen sich plötzlich aufs Schiff und beginnen damit, die Systeme zu zerstören. Die Waffen der Crew sind nutzlos, da sie einfach durch die Wesen hindurch gehen.

Inzwischen auf Degras Schiff: Hilflos muss die Besatzung mit ansehen, wie das Schiff der Reptilien eine Forschungsstation nahe der Erde zerstört. Archer beschließt nun, dass es Zeit ist, die Waffe zu zerstören, bevor sie volle Energie hat.
Da taucht plötzlich noch ein Schiff auf den Sensoren auf. Jonathan glaubt seinen Augen nicht zu trauen, als er auf dem Schirm seinen alten "Freund" Shran erblickt. Der Andorianer hat es irgendwie geschafft, die Spur Archers zu verfolgen und bietet nun seine Unterstützung an. Selbstverständlich nimmt der Captain diese dankend an und so nehmen Degras Schiff, als auch Shrans Kreuzer sowohl die Waffe der Xindi, wie auch das Eskortschiff der Reptilien unter Beschuss.

Ein Team, bestehend aus einigen MACOs, Reed, Hoshi und Archer nutzt das Gefecht und beamt sich auf die Waffe. Nachdem man die Wachen ausgeschaltet hat, macht sich Archer daran, den Kern zu überladen, während Hoshi ihm die richtige Reihenfolge der Relais mitteilt, die Archer ändern muss, um besagtes Ziel zu erreichen.
Da steht dem Captain plötzlich Dolim - der Anführer der Reptilien - gegenüber. Es entbrennt ein heftiger Faustkampf und bald schon sieht es so aus, als wäre Archer dem übermächtigem Reptil nicht gewachsen. Nur mit Glück und der Hilfe einer kleinen, übrig gebliebenen Sprengladung schafft es Jonathan seinen Gegner zu besiegen.
Die Zerstörung der Waffe steht unmittelbar bevor. Während Hoshi, Reed und die anderen schon wieder auf Degras Schiff sind, führt Archer die letzten Befehle aus, um den Kern zum explodieren zu bringen. Mit einem Mal gibt es eine gewaltige Explosion und die Waffe verglüht in einem riesigen Feuerball nahe der Erde.

Wieder auf der Enterprise: Trotz der Warnungen des Doktors hält sich das Schiff nun schon länger in der Anomalie auf, als für die Mannschaft gut wäre. Mit letzter Kraft gelingt es Trip, allen Störversuche der "Sphärenkonstrukteure" zum Trotz, den Deflektorimpuls lange genug aufrecht zu erhalten und die Sphäre zu vernichten.
Da verschwinden auch plötzlich alle "Sphärenkonstrukteure" vom Schiff und auch die Anomalie um die Enterprise löst sich schlagartig auf - wie eine spätere Sensorenanalyse zeigt, verwandelt sich die gesamte Delphic-Ausdehnung zurück in normalen Raum, ohne ungewöhnliche Anomalien - die Mission war ein Erfolg.

Die Enterprise wird in den Hangar eines Aquatidenschiffes geladen und zur Erde geflogen - was dank der Antriebstechnologie der Xindi nur einen Tag dauert.
Glücklich darüber, dass die Erde gerettet ist, trifft die Crew der Enterprise schon kurz darauf auf ihre Kollegen auf Degras Schiff - nur Archer fehlt. Offenbar ist er bei der Explosion der Waffe umgekommen.
T'Pol möchte sofort die Sternenflotte kontakten um sie vom Erfolg der Mission - und Archers Tod - zu unterrichten, doch der Funkspruch wird nicht beantwortet. Als sich die Enterprise der Erde nährt, stellt die Mannschaft fest, dass alle orbitalen Stationen verschwunden sind. Hoshsi versucht, die nächstgelegenen Kolonien zu erreichen, doch auch diese antworten nicht.

T'Pol beschließt Tucker und Mayweather in einem Shuttle nach San Francisco zu schicken, damit diese feststellen, was geschehen ist.
Gesagt getan: Als sich das Außenteam der Stadt nähert, scheint alles normal. Da gibt es plötzlich seltsame Geräusche an der Außenhülle des Shuttels. Offenbar wird man mit etwas beschossen. Schon kurz darauf stellt Mayweather fest, woher das Feuer kommt:
Drei Propellermaschinen befinden sich auf einem Abfangkurs und greifen das Shuttle mit ihren MGs an.

Inzwischen irgendwo anders: Es ist eine regnerische Nacht. In der Dunkelheit kann man zwei schemenhafte Gestalten ausmachen, die sich in ein Zelt begeben. Im schwachen Kerzenschein kann man plötzlich eine Nazi-Flagge entdecken.
Ein Offizier reicht einem anderen eine Lampe - auf einem Feldbett liegt ein bewusstloser Archer. Ratlose Gesichter starren den Captain an. Da tritt aus dem Dunkel plötzlich noch ein weiterer Mann in Uniform - doch das ist kein Mensch...
 
Kritik:
Das Ende der dritten Staffel von "Enterprise" präsentiert sich zu beginn doch recht gewöhnlich und wenn man vom Ende mal absieht, ist die Geschichte auch nicht wirklich spannend. Sie endet im Prinzip genauso, wie man es erwartet - kurz vor der Erde wird die Xindi-Waffe zerstört und unser Planet ist gerettet.

Doch fangen wir von vorne an:
Die erste Überraschung taucht in Form von Daniels auf, der Archer zur Unterzeichnung der Föderations-Charta bringt. Grafisch gesehen ein Meisterwerk. Diese riesige Halle mit dem Föderationslogo im Hintergrund hatte etwas sehr monumentales an sich. Betrachtet man die spätere Entwicklung dieser Organisation, ist der Schauplatz äußerst treffend gewählt.
Ich frage mich jedoch, ob Daniels auch mal wieder eine andere Aufgabe zugesprochen bekommt, als Archer immer wieder zu warnen, dass er dies oder jenes nicht tun soll, da er so unglaublich wichtig für die Zeitlinie ist. Da vermisse ich doch wieder die alten Folgen, wie "Der kalte Krieg" aus der ersten Staffel.
Für den weiteren Storyverlauf ist Daniels' Intermezzo zweitrangig und geht schon bald schon in der restlichen Handlung unter.

Wie bereits weiter oben gesagt, hält der restliche Kampf um die Zukunft der Erde nicht wirklich Überraschungen parat. Sicher, das Auftauchen Shrans war alles andere als vorhersehbar, aber wenn man bedenkt, dass "Enterprise" zu dem Zeitpunkt, zu dem die Episode gedreht wurde, noch um eine vierte Staffel zu kämpfen hatte, ist es nicht verwunderlich, dass man - falls "Zero Hour" tatsächlich die letzte Folge der Serie geworden wäre - den Andorianer an der Seite der Menschen hat kämpfen lassen. Nicht zuletzt, um die Stärkung der menschlich-andorianschen Allianz zu demonstrieren, aber auch, um Shran mit Archer zu versöhnen, nachdem die beiden bei ihrem letzten Zusammentreffen ziemlich böse aneinander geraten sind.

Der wirklich interessante Teil der Handlung verbirgt sich aber in den letzten 10 Minuten. Wer die Inhaltsangabe gelesen hat, wird auch wissen warum.
Nachdem die Erde nun gerettet ist, entstehen plötzlich so viele neue Fragen, dass man überhaupt nicht weiß, wo man anfangen soll, nach Antworten zu suchen.

Doch kommen wir zurück zur Handlung an sich: Das die Kolonien und alle Sternenflotteneinrichtungen verschwunden sind, ist im Grunde ja schon außergewöhnlich genug und für einen Moment, fühlt sich der Zuschauer genauso hilflos, wie T'Pol und Co.
Doch als dann noch die Propellermaschinen auftauchen und das Shuttle unter Beschuss nehmen ist man vollends verwirrt. Wieso ist die Enterprise plötzlich in die Vergangenheit gereist? Könnte das auf dem Weg zur Erde passiert sein? Immerhin ist das Schiff im "Bauch" eines der Aquatiden-Schiffe mitgeflogen - und das hat einen dieser Subraumkorridore benutzt, wie sie schon bei "E²" zu sehen waren.
Aber was zum Teufel macht Archer bei den Nazis?

Als wäre das alles nicht schon seltsam genug, steht da auch noch dieses Wesen, dass einem Remaner nicht ganz unähnlich ist, in einer SS-Uniform mitten unter Menschen des 20. Jahrhunderts. Ja, fällt denn keinem auf, dass da eine Fledermaus steht??
Nun gut, wie auch immer. Ich bin sicher, für alles gibt es eine logische Erklärung.

"Zero Hour" als Gesamtwerk betrachtet ist ein würdiger Abschluss für die Xindi-Storyline und ich bin froh, dass "Enterprise" eine vierte Staffel genehmigt bekommen hat. Der Abschluss ist fantastisch und verspricht eine spannende Fortsetzung des Temporalen Kalten Krieges.

Spannung: 3/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 4/5