Storm Front, Part 1

Originaltitel: Storm Front, Part 1
 
Staffel: 4
 
Note: 2
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Nachdem Tucker und Mayweather bei ihrem Flug nach San Francisco von Propellermaschinen und kurz darauf sogar von Flakgeschützen unter Beschuss genommen werden, beschließen sie, zurück zur Enterprise zu fliegen.
Archer ist inzwischen wieder bei Bewusstsein und wird auf einen Truppentransporter der Wehrmacht geladen. Offenbar soll er zu einem Verhör gebracht werden. Auf der Fahrt dorthin wird der Konvoi jedoch angegriffen und dem Captain gelingt die Flucht. Kurz darauf wird Jonathan von einem Mann in Zivilkleidung gefangen genommen.

Wieder auf dem Sternenflottenschiff: Hoshi hat verschiedene Transmissionen von der Erde aufgefangen. Allem Anschein nach, haben die Nazis Amerika angegriffen und es geschafft, dort Fußzufassen. Die Crew um T'Pol steht ziemlich ratlos da und ist sich nicht sicher, was sie tun soll, um die Geschichte wieder in die richtige Bahn zu lenken.
Die Vulkanierin meint, es sei ein guter Anfang, wenn die Enterprise nach Anomalien scannt, die eine Erklärung für die derzeitige Situation liefern könnten. Obwohl Tucker zunächst nicht der Meinung ist, dass dies der richtige Weg sei, stimmt er kurz darauf zu.

Derweilen versucht Phlox auf der Krankenstation dem Hund Archers etwas zu fressen zu geben, doch Porthos ist unglücklich über den scheinbaren Tod seines Herrchens und nicht in der Stimmung zu essen. Da stürzt plötzlich ein alter Mann auf die Krankenstation. Er erreicht mit letzter Kraft den Doktor, bevor er zusammenbricht - nachdem Phlox den ersten Schreck überwunden hat, stellt er fest, dass es sich bei dem Fremden um Daniels, den Zeitreisenden, handelt.
Der Denobulaner beginnt sofort mit der Stabilisierung des schwer angeschlagenen Mannes. Als T'Pol von diesem Vorfall hört, begibt sie sich sofort zu Daniels, in der Hoffnung, Antworten auf einige Fragen zu erhalten - doch Phlox rät der Vulkanierin zunächst ab, den Patienten der Belastung einer Befragung auszusetzen. Offenbar sind einige Körperregionen Daniels' sehr stark gealtert, während andere sich in ein fast fötales Stadium zurückentwickelt haben - in diesem Zustand ist er nicht vernehmungsfähig.

Währenddessen in einer kleinen Wohnung auf der Erde: Eine Frau behandelt Archers Schussverletzung, die er sich während des Angriffs auf den Konvoi zuzog - der Captain, eben aus einer Ohnmacht erwacht, erfährt von der Frau, deren Name Alicia ist, das er sich im Jahre 1944 befindet und die Nazis es geschafft haben, einen Teil der USA unter ihre Kontrolle zu bekommen. Zwar haben sich Widerstandszellen gebildet, doch sind diese nur wenig effektiv gegen die Angreifer. Da kommen zwei Männer, offenbar auch Angehörige der Widerstandzelle, in die Wohnung und möchten von Archer wissen, wer er ist und was die Nazis von ihm wollen. Der Captain kann zu diesen Fragen jedoch keine Stellung nehmen.

Im Nazihauptquartier der USA - dem Weißen Haus - berät sich inzwischen der seltsame Fremde, den man zuletzt am Ende von "Zero Hour" sah, mit einem Wehrmachtsoffizier. Offenbar benötigt der Fremde eine große Menge Eisen und andere Metalle, um eine geheimnisvolle Maschine fertig zu stellen. Der Offizier ist, wie man sich denken kann, nicht davon begeistert, da man dieses Material in der Kriegsproduktion benötigt. Doch der Fremde bleibt hartnäckig und weist darauf hin, dass er die Wehrmacht mit mächtigen Plasmawaffen ausgestattet hat, die Panzer mit einem einzigen Schuss vernichten können; damit sei es nur gerechtfertigt, wenn er "ein wenig" Material für diese Maschine erbittet. Zähneknirschend nimmt der Offizier dies zur Kenntnis und reicht den Lieferauftrag weiter.

Wieder auf der Enterprise: Der Zustand von Daniels hat sich inzwischen soweit gebessert, dass ihm einige Fragen gestellt werden können. Er gibt zu, dass er für die Reise der Enterprise in die Vergangenheit verantwortlich ist. Ferner berichtet er, dass der Temporale Kalte Krieg sich ausgeweitet hat und nun jede Fraktion versucht, die jeweils anderen auszulöschen. Aus diesem Grund muss die Enterprise eine Person, die für die derzeitige Situation verantwortlich ist, aufhalten - doch bevor er den Namen preisgeben kann, fällt er in ein Koma.
Derweilen versucht Tucker das, durch Flakbeschuss beschädigte, Shuttle zu reparieren. Wie aus dem Nichts steht plötzlich Silik vor ihm, der ihn mit einem Phaser bedroht. Trip soll ins Shuttle steigen, doch durch eine waghalsige Aktion gelingt es ihm, den Suliban zu entwaffnen. Nun entbrennt ein kleiner Faustkampf, den Silik dank seiner genetischen Verbesserungen für sich entscheiden kann. Trip bleibt bewusstlos auf dem Schiff zurück, während Silik das Shuttle nimmt und zur Erde fliegt.

Wieder auf der Erde. Beim Essen fragt Archer Alicia, ob sie etwas von seltsamen SS-Offizieren gehört hätte, die eine graue Haut und rote Augen besitzen. Da Archer ein solches Wesen sah, als er verwundet im Feldlazarett lag, kann er es ganz gut beschreiben.
Der Frau stockt der Atmen - von solchen Wesen hat sie schon mal gehört, jedoch den Gerüchten nie geglaubt. Mit Hilfe eines Mittelsmannes kann Archer Kontakt zu diesem Fremden aufnehmen, der nicht wirklich für die Nazis zu arbeiten scheint. Während des Gesprächs zwischen den beiden, stellt sich heraus, dass der Außerirdische und seine Begleiter aus der Zukunft kommen und hier gestrandet sind; sie versuchen Nachhause zurückzukommen, indem sie eine gewaltige Maschine bauen, die ein temporales Feld erzeugt. Der Fremde glaubt, Archer sei ein temporaler Agent, da er sein Schiff im Orbit entdeckt hat. Gerade als das Gespräch interessant wird, läuten Alarmglocken und die Mitglieder der Widerstandszelle fliehen vor den anrückenden Soldaten; jedoch nicht, ohne den Fremden, der die Wehrmacht mit Hilfe eines kleinen Gerätes verständigt hat, zu erschießen. Archer schnappt sich das, was er für einen Kommunikator hält und flieht - leider gerät er zusammen mit Alicia dabei in eine Sackgasse. Während der Captain immer wieder versucht, die Enterprise zu kontaktieren, wird er von immer mehr Soldaten umstellt.

Trip und Mayweather haben sich derweilen auf die Oberfläche gebeamt, um Silik zu finden. Zwar können die beiden dass, bei der Landung stark beschädigte, Shuttle ausfindig machen, doch von dem Suliban fehlt jede Spur. Gerade, als Trip versuchen will, dass kleine Schiff wieder zum Laufen zu bringen, nähert sich eine Wehrmachtspatroullie. Den beiden Sternenflottenoffizieren bleibt nichts anderes übrig, als ihr Schiff mit kleinen Sprengladungen zu zerstören. Auf der Flucht von der Patroullie werden die beiden Männer aber dummerweise festgenommen.
Archer hat es inzwischen geschafft, die Enterprise zu erreichen und wird, zusammen mit Alicia, gerade noch rechtzeitig hochgebeamt, bevor beide erschossen werden. Als Jonathan davon hört, dass Daniels an Bord ist, begibt er sich sofort zu ihm. Nachdem der Captain dem Zeitreisenden berichtet hat, dass er seltsame Wesen auf der Erde gesehen hat, berichtet Daniels mit letzter Kraft, dass es sich bei Vosk - so der Name des Anführers der Gruppe - um eine der gefährlichsten Komponenten des Temporalen Kalten Krieges handelt. Archer muss ihn und seine Maschine aufhalten, bevor Vosk in die Zukunft zurückkehren kann und einen allesvernichtenden Krieg auslöst; kurz darauf stirbt Daniels.

Archer weiß jetzt, was er zu tun hat ... doch er weiß nicht, wie er das anstellen soll.
 
Kritik:
Nach vier Monaten Wartezeit, ist es nun endlich soweit - die vierte Enterprise-Staffel steht uns ins Haus. Aufgrund der weiterhin mäßigen Zuschauerzahlen in den USA, könnte es sein, dass es die letzte Staffel wird.

Wie nicht anders zu erwarten, präsentiert sich ein Staffelauftakt weit weniger spektakulär, als ein Staffelfinale - nichtsdestotrotz ist diese Folge eine gelungene Fortsetzung.
Wer die Entwicklung von "Enterprise" in den letzten Jahren verfolgt hat, wird auch festgestellt haben, dass sich Berman und Braga einen neuen Chef-Produzenten ins Boot holten - Manny Coto. Einigen SciFi-Fans wird er sicher aus Projekten wie "Odyssey 5" oder "Outer Limits" bekannt sein. Aber auch bei "Enterprise" hat Coto schon Spuren hinterlassen, denn immerhin stammen die fantastischen Episoden "Similitude" und "Azati Prime" aus seiner Feder. Nun, er jedenfalls soll den sinkenden Stern von "Enterprise" retten. Ob ihm das gelingt, bleibt zwar abzuwarten, jedoch hat er mit seiner Auftaktepisode als Produzent keinen schlechten Start gehabt.
Coto hat es geschafft, alte Charaktere wie Daniels und Silik mit einer völlig neuen Situation zu verbinden; und zwar so geschickt, dass man als Zuschauer nicht merkt, dass nicht alles von Anfang an so geplant war.

Was mich ein wenig stört, ist der Umstand, dass mal wieder die Deutschen die Bösen sind; eine langsam abgegriffene Story. Ich will mich jetzt hier um Gottes Willen nicht auf die Seite der Nazis stellen - bloß nicht! Ich meine bloß, dass, egal zu welcher Zeit man einen Bösewicht aus der Vergangenheit braucht, es immer wieder der Deutsche und dieser verdammte Faschismus ist. Könnte man nicht einmal ein wenig kreativer sein? Es gibt so viele andere Möglichkeiten - aber nein, nehmen wir eben wieder Nazis.
Wenigstens tut das der Story keinen Abbruch. Sie ist durchweg gut erzählt und in sich logisch geschlossen. Besonders muss ich die Maskenbildner loben, die es geschafft haben, Matt Winston (Daniels) so krass zu entstellen. Hätte er nicht den, für ihn typischen, schwarzen Anzug getragen, hätte man ihn nicht erkannt.

Jetzt stellt sich mir noch die Frage: Ist Daniels wirklich tot? Vor der selben Frage standen wir schonmal ("Der kalte Krieg") und glücklicherweise, konnten wir damals mit einem klaren "Nein!" antworten. Jetzt gestaltet sich die Sache ein wenig anders, denn diesmal ist der temporale Agent nicht in einer nebulösen Wolke verschwunden, sondern der Altersschwäche bzw. seinen "temporalen Verletzen" erlegen.
Warum ich mir solche Sorgen um Daniels mache, werden sich jetzt einige fragen und darauf eine Antwort zu finden ist recht leicht: Bisher war immer er es, der Archer und seine Crew in ein neues Zeitreise-Abenteuer schickte. Ohne ihn wird es recht schwer werden, mal eben durch die Zeit zu reisen; und das wäre - so glaube ich - doch sehr schade.

Dieser Vosk und seine Gruppe sind, so Daniels, die gefährlichste Fraktion im Temporalen Kalten Krieg. Schon haben wir ein neues Feindbild. Soll mir recht sein, je verwobener die Geschichte ist, desto interessanter ist sie auch - allerdings sollte man aufpassen, dass man dabei nicht den Bezug zu vorher erzähltem nicht verliert. Der Bogen wird zwar durch das (für mich völlig überraschende) Auftauchen Siliks teilweise geschlossen, aber dennoch bleibt einiges offen. Es ist z.B. schon sehr lange her, dass wir den mysteriösen "Future Guy" sahen. Ich hoffe doch, dass er auch in Zukunft (Wortspiel) eine Rolle spielen wird - ansonsten kann sich "Storm Front, Part 1" wirklich sehen lassen; eine durchaus gute Episode mit einer Menge Potential, dass sich sicherlich im zweiten Teil vollkommen entfalten wird.
Mein Tipp: Ansehen!

Spannung: 3/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5