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Originaltitel: Home
 
Staffel: 4
 
Note: 3+
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Die Enterprise ist endlich wieder in heimatlichen Gefilden angekommen. Natürlich ist das ein Grund für eine große Feier. In San Francisco versammeln sich tausende Menschen, um eine Rede Archers zu hören, in der er seiner Crew für die fantastische Unterstützung dankt und gleichzeitig der 27 Toten gedenkt, die die Rettung der Erde mit ihrem Leben bezahlten.
Auf der "After-Show-Party" trifft Archer eine ehemalige Kollegin: Erika Hernandez. Wie Archer erfährt, hat sie nun ebenfalls den Rang eines Captain inne und erhält bald das Kommando über die NX-02 - die Columbia. Sie möchte, dass Archer mal einen Blick auf die von ihr ausgewählten Führungsoffiziere wirft und Ratschläge erteilt. Gleichzeitig bietet sie Jonathan eine Tour durch die NX-02 an. Wie nicht anders zu erwarten, stimmt der Captain zu.

Das neue Schiff, so Archer, ist fantastisch. Die Systeme wurden allesamt verbessert; auch die Waffen wurden auf den neuesten Stand gebracht. Da wird Jonathan nachdenklich: Er erinnert sich, wie der Designer der NX-01 ihn überreden wollte, die Feuerkraft des Schiffes zu erhöhen, doch Archer winkte damals mit der Begründung ab, dass er kein schwerbewaffnetes Forschungsschiff möchte. Im Nachhinein bereut er diese Entscheidung...

T'Pol macht sich indes bereit nach Vulkan abzufliegen und ihre Familie zu besuchen. Spontan schließt sich Commander Tucker der Reise an, da er, nachdem seine Heimatstadt zerstört wurde, keinen Platz mehr hat, den er besuchen könnte.

Malcolm, Mayweather und Phlox ziehen in der Zwischenzeit durch einige Bars in San Francisco. Besonders Reed scheint seinen Starstatus, den er als Mitglied der Enterprise-Besatzung innehält, zu genießen.
Doch die Freude wird getrübt, als der Doktor von einigen Barbesuchern angepöbelt und mit fremdenfeindlichen Gesten belästigt wird. Offenbar fühlen sich einige Menschen nach dem Angriff der Xindi vor einem Jahr von jeder außerirdischen Präsenz auf dem Planeten belästigt bzw. bedroht. Natürlich verteidigen Malcolm und Travis den Denobulaner, was letztendlich zu handfesten Schlägerei führt.

Der Captain wird am nächsten Morgen zur Nachbesprechung des Einsatzes in der Delphic-Ausdehnung gerufen. Während dieses Gesprächs konfrontiert in Botschafter Soval auch mit dem Vorfall an Bord der Saleya. Der Vulkanier beschuldigt Archer nicht einmal den Versuch unternommen zu haben, die Crewmitglieder dieses Schiffes zu retten. Jonathan lässt das natürlich nicht auf sich sitzen und verteidigt sich mit der Begründung, dass man diesen Vulkaniern nicht mehr helfen konnte, da sie dem Trellium zu lange ausgesetzt waren. Während dieser "Diskussion" wird Archer ausfallend und verlässt wütend den Raum.
Um sich zu entspannen, beschließt er, eine Klettertour in den Rocky Mountains zu unternehmen.
Als er gerade losgehen will, schließt sich ihm Hernandez an. Obwohl Archer das zunächst gar nicht zu passen scheint, stimmt er schließlich zu.

Trip und T'Pol sind inzwischen auf Vulkan angekommen. Sofort ist Tucker von der Beschaffenheit des Planeten und seiner Kultur fasziniert. Sein Eindruck wird nur durch T'Pols Mutter T'Les getrübt, die ganz und gar nicht begeistert vom erscheinen des Menschen ist; doch letztendlich wäre sie keine Vulkanierin, wenn sie dies nicht gekonnt verbergen könnte.
Da erfährt T'Pol, dass ihre Mutter ihren Sitz im wissenschaftlichen Rat von Vulkan verloren hat, bzw. diesem enthoben wurde. Wie sich kurz darauf herausstellt, lag das an ihrem "ungebührlichem" Verhalten Soval gegenüber, nachdem sie das vulkanische Oberkommando verlassen hatte.
Als wäre das nicht schon schlimm genug, kündigt sich auch noch T'Pols Verlobter Koss an und verkündet, dass er T'Pol nun endlich heiraten werde.

Wieder auf der Erde: Archer und Erika schlagen ihre Zelte auf einem kleinen Berggipfel auf und übernachten dort. In der Nacht wird Jonathan von Alpträumen geplagt, die ihn wieder gegen die Xindi kämpfen lassen. Schweißnass wacht er auf. Erika versucht ihn zu beruhigen.
Sie stellt fest, dass ihr Kollege ein anderer Mensch geworden ist; sein Entdeckerdrang ist Verbitterung über die vielen Toten auf der Erde und auf der Enterprise gewichen. Sie verspricht, alles zu tun, damit er wieder der wird, der er einmal war.

Als Trip von der Sache mit Koss erfährt, ist er natürlich alles andere als Begeistert - immerhin hat er für T'Pol Gefühle entwickelt. Auch T'Les ist dies nicht entgangen. Die Vulkanierin, die inzwischen Vertrauen zu dem Menschen entwickelt hat, weiß, wie Trip fühlt und Rät ihm, es T'Pol zu gestehen.
Währenddessen bereitet sich T'Pol auf ihre Hochzeit mit Koss vor, denn nur so kann ihre Mutter wieder eine führende Position im wissenschaftlichen Rat einnehmem.

Archer und Erika sind inzwischen in das Hauptquartier der Sternenflotte zurückgekehrt, um den Rest der Nachbesprechung durchzuführen. Am Ende dieser Besprechung entschuldigt sich Archer bei Soval für seine ausfallende Art ein paar Tage zuvor. Der Botschafter nimmt die Entschuldigung an und gesteht sogar, dass er sich in Archer geirrt habe und er ihn für einen sehr fähigen Captain hält. Das Gespräch wird abgerundet, durch einen freundschaftlichen Handschlag der beiden Männer.

Während dieser Zeit findet auf Vulkan die Hochzeitszeremonie statt. T'Pol ist glücklich darüber, dass Trip ebenfalls gekommen ist. Sie gibt ihm einen kleinen Kuss und begibt sich anschließend zum Traualtar...
 
Kritik:
Die Enterprise ist endlich wieder zuhause und "Home" ist die erste reguläre Episode, die nichts mehr mit Temporalem Kalten Krieg oder den Xindi zu tun hat.
Was diese Episode einigermaßen interessant macht, ist der Tatsache geschuldet, dass sie sich mit den Charakteren und ihren verschiedenen Hintergründen auseinandersetzt.

Da wäre zunächst natürlich Archer: Schon lange ist er nicht mehr der Entdecker, der so freudig dahin geht, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Die vielen negativen Erfahrungen, die er in der Delphic-Ausdehnung machte, fordern nun ihren Tribut. Bakula spielt diese Rolle hervorragend, auch wenn er mir persönlich besser gefallen hat, als er noch der Entdecker war ... vielleicht gelingt eine erneute Wandlung des Charakters mit Hilfe von Captain Hernandez - wer weiß?!

Das T'Pol plötzlich Koss heiraten soll, kommt wirklich mehr als überraschend; immerhin sollte man daran denken, dass dieser nur mal kurz in "Das Eis bricht" erwähnt wurde - und das ist über zwei Jahre her. Hier kommt auch wieder Trips Zuneigung zu dieser Frau durch; und zwar so offen, wie dies schon seit "Similitude" nicht mehr der Fall war. Zwar ist das reine Spekulation meinerseits, aber ich bin mir sicher, dass sich dieser Handlungsstrang noch um einiges vertiefen wird.

Am besten fand ich jedoch die Geschichte um Phlox und den Anfeindungen ihm gegenüber auf der Erde. Diese Szene spiegelt exakt das wider, was auch viele Menschen arabischer Herkunft z.Zt. in den USA und anderswo erleben. Somit hat Enterprise einen fantastischen Bezug zu unserer heutigen Zeit - und das ist es ja, was Star Trek so groß gemacht hat.
Nebenbei lässt sich noch sagen, dass diese Szene auch ein komplett anderes Licht auf die (ach so aufgeklärten) Menschen der Zukunft wirft. Bisher wurde uns in Star Trek das Bild des hilfsbereiten, netten, nur im Ausnahmefall gewalttätigen Menschen präsentiert - ich glaube es ist das erste Mal in Star Trek, das Fremdenhass anderen Spezies gegenüber auch vom Menschen ausgeht.

Ansonsten sehe ich diese Episode als Lückenfüller zwischen dem, nun abgeschlossenen, Handlungsstrang der dritten Staffel und der vierten Staffel. Sie bietet, von diesen paar Highlights mal abgesehen, nichts Besonderes. Zwar sollte man sie gesehen haben, wenn man einige Zusammenhänge begreifen möchte, aber ansonsten ist sie eher unspektakulär.

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 2,5/5