The Augments

Originaltitel: The Augments
 
Staffel: 4
 
Note: 2
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Archer hat zentrale Kontrolle zur Steuerung der Eindämmungsfelder erreicht. In letzter Minute gelingt es ihm, die Kommandozentrale, in der sich Lucas und die anderen befinden, vom Rest der Station zu isolieren, damit die Viren dort nicht eindringen können - aber die Jeffreisröhre, in der sich der Captain befindet, steht kurz davor, mit Viren geflutet zu werden. Jonathan bleibt jedoch keine Zeit mehr, um zu den anderen zurück zu kehren. In seiner Verzweiflung entschließt er sich zu einem tollkühnen "Experiment". Er befiehlt T'Pol mit den Phasern der Enterprise ein Loch in die Außenhülle der Station zu schießen - und zwar an genau der Stelle, an der sich auch die Jeffreisröhre befindet. Der Unterdruck würde Archer ins All saugen, wo er sofort aufs Schiff gebeamt werden könnte. Da kaum noch Zeit bleibt, entschließt sich T'Pol dem Befehl Folge zu leisten; zum Glück für alle Beteiligten gelingt das Unterfangen - auch wenn Archer mit einigen Erfrierungen auf die Krankenstation muss.
Danach evakuiert die Enterprise das restliche Personal von CS-12, obwohl Dr. Lucas es kaum erwarten kann, mit der Dekontamination der Station zu beginnen.
Archer hat inzwischen andere Probleme. Wie er erfahren hat, haben Soong und die genetisch Aufgewerteten die Grenze zum Klingonischen Reich übertreten und fliegen immer tiefer in ihr Gebiet. Verständlicherweise ist für ein Sternenflottenschiff nicht leicht, in dieses Gebiet einzufliegen, also muss Tucker eine klingonische Warpsignatur fälschen.

Soong hat von Malik in der Zwischenzeit erfahren, dass er die mit Viren überflutet hat und Archer tot ist (zumindest glaubt er das). Arik ist davon nicht begeistert, denn er wollte niemanden töten, um die Embryonen in seinen Besitz zu bekommen; nachdem er sich wieder beruhigt hat, befiehlt er, Kurs auf ein Gebiet zu nehmen, dass er "Briar Patch" genannt hat. Laut seinen Analysen gibt es dort mindestens zwei bewohnte Planeten. In dieser Umgebung, in der sich Soong vor der Sternenflotte sicher glaubt, möchte er die Embryonen aus der Stase holen und aufwachsen lassen. Malik jedoch protestiert. Er hat die Nase voll vom ewigen Weglaufen. Er möchte sich seinen Feinden stellen. Er schlägt vor, nach der Botany Bay zu suchen, jenes verschollene Schiff, dass den legendären Führer Khan Noonien Singh hat Bord hat. Doch Soong will nichts davon hören und befiehlt erneut Kurs auf den Briar Patch zu setzen. Anschließend begibt er sich in sein Labor, um zu arbeiten.

Tucker hat es inzwischen geschafft, eine falsche Warpsignatur zu erzeugen. Das Problem ist, dass dieser Trick nur solange funktioniert, wie kein Schiff sich der Enterprise auf 80.000 Kilometer nähert. Mit einem doch recht mulmigen Gefühl, fliegt das Sternenflottenschiff in klingonisches Gebiet.

Wieder auf dem gestohlenen Bord of Prey: Soong hat Malik in sein Labor gerufen, um mit ihm zu reden. Er verlangt von ihm, dass damit aufhört, seine Autorität vor den anderen in Frage zu stellen. Da fragt Malik den Wissenschaftler, woran er gerade arbeitet. Soong erzählt ihm, dass er versucht, das gewalttätige Verhalten, das bei den Embryonen in den genetischen Code eingebaut ist, auszumerzen. Malik protestiert: Seiner Meinung nach, hat Soong nicht das Recht, in der DNA herumzuspielen, da er glaubt, es sei ursprünglich so gewollt, dass die genetisch Aufgewerteten aggressiv sind.
Das Gespräch wird unterbrochen als Soong von Persis auf die Brücke gerufen wird. Die Enterprise hat sich dem Bird of Prey genährt und ruft ihn. Das Gespräch jedoch bleibt ergebnislos und so entbrennt ein kleiner Raumkampf bei Warpgeschwindigkeit. Malik glaubt, man sollte sich der Enterprise stellen, doch Soong ist der Meinung, die Enterprise sei ihnen 3:1 überlegen.
Da hat Soong eine Idee. Er lässt die denobulanische Pilotin, die vor kurzem gefangen genommen wurde in ihr Schiff bringen. Nahe einer Planetenatmosphäre klinkt das klingonische Schiff das Shuttle aus und lässt es samt seinem bewusstlosen Passagier Richtung Oberfläche stürzen. Archer kann das Leben der Denobulanerin retten, aber dafür muss er die Verfolgung Soongs abbrechen.

Auf dem Bird of Prey kommt es inzwischen erneut zur Aussprache zwischen Malik und Soong.
Malik behauptet, man könne sich nicht ewig verstecken, da die Sternenflotte nie aufhören wurde, nach ihnen zu suchen. Um einer Verfolgung durch die Sternenflotte zu entgehen schlägt Malik vor, die Viren, die er von CS-12 mitnahm, in einen Torpedo zu laden und diesen in der Atmosphäre eines klingonischen Planeten zu zünden. Innerhalb von Tagen wäre jedes Lebewesen auf dieser Welt tot und die Klingonen würden den Menschen die Schuld geben, was letztendlich zu einem irdisch-klingonischen Krieg führen würde. So wäre die Sternenflotte beschäftigt und könne sich nicht mehr um die genetisch Aufgewerteten kümmern.
Soong lehnt jedoch ab, da er keinen Massenmord begehen will - Malik wirft seinem "Vater" daraufhin vor, dass er nicht mehr der selbe Mann sein, der ihn damals aufzog und verlässt wütend den Ort der Unterhaltung.
Kurz darauf trifft sich Malik mit Persis und eröffnet ihr, dass er Soong als Führer nicht mehr anerkennt und ihn zusammen mit der Besatzung absetzen will. Obwohl Persis zunächst nicht davon begeistert ist, stimmt sie zu und so wird Soong kurzerhand von seinem Kommando enthoben und in sein Quartier gesperrt.

Die Enterprise hat inzwischen andere Sorgen. Als Trip und T'Pol versuchen, die Sensoren des Schiffes zu verbessern, um Soong zu finden, wird das Schiff plötzlich von einem anderen klingonischen Schiff gerufen. Nur mit viel Glück und einer kleinen Notlüge gelingt es Archer, die Klingonen auf Abstand zu halten.

Wieder auf dem Bird of Prey: In seinem Quartier / seiner Arrestzelle, denkt Soong darüber nach, was er tun kann, um Malik von seinem Plan abzubringen, die nächstgelegene klingonische Kolonie anzugreifen. Er kommt letztendlich zu der Überzeugung, dass ihm jetzt nur noch Archer helfen kann.
Dem Wissenschaftler gelingt es, Persis davon zu überzeugen, dass Malik das falsche tut. Die Frau hilft Soong zur Flucht indem sie die internen Sensoren deaktiviert. Nun kann Soong unter Verwendung einer Rettungskapsel des Schiffes fliehen.

Wie es der Zufall so will, findet die Enterprise diese Kapsel und Soong wird an Bord geholt. Obwohl ihm Archer zunächst misstraut, ist er nach einem ausführlichem Gespräch mit dem Mann bereit, seinen Worten glauben zu schenken. Das Schiff macht sich sofort auf den Weg zur, von Soong beschriebenen Kolonie der Klingonen, um Malik und sein Schiff abzufangen.

Dieser hat inzwischen herausgefunden, dass ihn Persis verraten hat und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als die junge Frau zu töten.

Die Enterprise hat die Kolonie fast erreicht, da kommt ihr erneut ein klingonisches Schiff in die Quere. Dieses entdeckt dummerweise die wahre Natur der Enterprise und eröffnet das Feuer. Nach einem kurzen Gefecht, geht die Enterprise glücklicherweise als Sieger hervor und macht sich bereit, Maliks Bord of Prey abzufangen.
Doch als das Sternenflottenschiff den Orbit der Kolonie erreicht hat, scheint es bereits zu spät zu sein, denn Malik hat den Torpedo mit den Viren bereits abgefeuert; jedoch gelingt es Reed mit einem Photonentorpedo das tödliche Geschoss zu eliminieren, bevor es Schaden anrichten kann. Mit Hilfe von Soong gelingt es sogar, den Bird of Prey kampfunfähig zu machen.
In seiner Verzweiflung überlädt Malik den Warpkern des Schiffes, was schließlich zur Vernichtung von ihm, seinen Kameraden und den Embryonen führt. Soong ist über den Verlust seiner "Kinder" entsetzt und zutiefst bestürzt, obwohl er weiß, dass sie falsch gehandelt haben.
Archer lässt den Wissenschaftler zum Rücktransport zu Erde in ein Quartier einsperren. Da steht plötzlich Malik im Gang, setzt die Wachen außer Gefecht und greift sich Soong. Er beschuldigt ihn, ihn und seine Freunde verraten zu haben. Er ist kurz davor Soong zu töten. Nur der Schuss aus einem Phasergewehr stoppt ihn ein für alle mal.

Zurück auf der Erde: Archer ist Arik für seine Hilfe sehr dankbar - trotz der Auseinandersetzungen, die die beiden zu Beginn hatten.
Soong ist inzwischen der Meinung, dass es vielleicht falsch war, die Menschheit durch die Genetik verbessern zu wollen und so beginnt er in seiner Zelle mit neuen Studien - diesmal zum Thema kybernetische Lebensformen.
 
Kritik:
Die Geschichte markiert das Ende des ersten dreiteiligen Handlungsbogens der vierten Staffel von "Enterprise". Glücklicherweise kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass diese Episode um vielfaches besser ist, als "Cold Station 12".
Der Konflikt zwischen Soong und Malik, der sich bisher nur unterschwellig entwickelte, bricht nun vollends ans Tageslicht und nimmt letztendlich großen Einfluss auf den Gesamtausgang der Episode.

Ich kann nicht behaupten, mir würde der Tod Maliks in irgendeiner Weise Leid tun, da mir dieser Charakter seit "Borderland" gehörig auf die Nerven ging. Größtenteils lag das an seiner Überheblichkeit, die er an den Tag legte, was zwar mit seiner Rolle als genetisch Aufgewerteter zutun hat, aber ich kann einfach nicht umhin zu sagen, dass er mir ebenfalls unsympathisch gewesen wäre, wenn er nur ein normaler Mensch gewesen wäre.
Jedoch hätte ich mir gewünscht, dass Persis überlebt, denn immerhin hat sie dazu beigetragen, dass die Situation gut ausgegangen ist. Mir wäre es recht gewesen, wenn die junge Frau als Musterbeispiel des genetisch Geläuterten auf die Erde zurückkehrt und sich in die Gesellschaft integriert - jedoch wäre das dann nicht mehr mit dem restlichen Star Trek-Universum in Einklang zu bringen, denn er einzige, bisher vollständig in die Gesellschaft integrierte genetisch Aufgewertete, ist Dr. Julian Bashir (DS9). Insofern ist es schon besser, dass auch sie tot ist - so hart es klingen mag.

Grafisch gesehen ist diese Episode natürlich wieder ein Highlight, wobei man natürlich berücksichtigen sollte, dass wir ähnliche Effekte schon bei TNG hätten sehen können, wäre die Computertechnologie damals schon weiterentwickelt gewesen.
Dennoch muss ich sagen, dass mir die Szene sehr gut gefallen hat, als der Torpedo der Enterprise sich dem Virentorpedo immer weiter näherte, um schließlich in einem gewaltigen Feuerball zu explodieren.

Einmal mehr wird in dieser Episode auch die Diskussion über die Rechtmäßigkeit von genetischer Manipulation zur Sprache gebracht. Hat Soong wirklich das Recht in die DNA der Embryonen einzugreifen, um ihre Gewalttätigkeit auszulöschen und damit ihre Persönlichkeit zu verändern? Letztendlich und nur in diesem speziellen Fall müsste die Antwort wohl JA lauten, denn die Embryonen wurden zunächst so verändert, dass sie aggressiver sind - Soong würde also nur einen Fehler korrigieren. Letztendlich spielt es wohl aber keine Rolle, ob man etwas verändern sollte, nur um eine andere Änderung rückgängig zu machen, denn jede Art von genetischer Manipulation auf diesem Level ist äußerst gefährlich und sollte nicht zur Anwendung kommen.

Was die Geschichte abrundet, ist das Ende, bei dem jeder, der sich mit Star Trek etwas auskennt, schmunzeln wird. Arik Soong beginnt sich der Kybernetik zu widmen, um künstliche Lebensformen zu erschaffen. Wie wir inzwischen wissen, hatte er, bzw. sein Urenkel damit Erfolg.

"The Augments" ist wohl der beste Teil dieser Minitrilogie. Die Geschichte wird in sich geschlossener als ihre beiden Vorgänger und außerdem kann Brent Spiner (Soong) wieder mal beweisen, dass er mehr zu bieten hat, als nur den gefühlsleeren Androiden aus TNG. Besonders hervorheben muss ich hier die Szene, in der er Malik anfleht, dass Schiff nicht in die Luft zu jagen; Perfekt gespielt!

Spannung: 2/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 3/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 3/5