Daedalus

Originaltitel: Daedalus
 
Staffel: 4
 
Note: 3-
 
Kritik von: Alex Bernhardt
 
 
 
 
 

Inhalt:
Der Erfinder des Transporters, Emory Erickson, kommt auf die Enterprise, um ein Experiment durchzuführen, dass Raumschiffe überflüssig machen könnte. Mit Hilfe eines so genannten Quantentransporters könnte man sich innerhalb von wenigen Sekunden von einem Planeten zum anderen beamen.

Da sich der Vater von Archer und Erickson gut kannten, hat sich auch zwischen Ericksons Tochter Danica und Jonathan eine Freundschaft entwickelt.
Während des Abendessens werden alte Erinnerungen ausgetauscht und die Technologie des Quantentransporters besprochen. T'Pol merkt an, dass vulkanische Wissenschaftler schon lange versucht haben eine solche Technologie zu entwickeln, doch jedes Mal scheiterten. Erickson jedoch ist überzeugt, dass der Versuch gelingen wird.

Die Enterprise fliegt in ein Gebiet, in dem sich weit und breit kein Sternensystem befindet, um den Versuch unter optimalen Bedingungen herzustellen.
Erickson baut mit der Hilfe Tuckers, der endlich einmal mit seinem Idol zusammenarbeiten kann, den Transporter um. Zur Verwunderung Trips besteht der Mann jedoch darauf einige neue Kernkomponenten selbst einzubauen, obwohl er im Rollstuhl sitzt. Da Emory aber einen äußersten Dickschädel hat, setzt er sich durch und Trip geht zurück in den Maschinenraum.

Jonathan hatte inzwischen Zeit, ein wenig Zeit mit Danica zu verbringen. Sie erzählt ihm, dass ihr Vater noch immer nicht über den Tod ihres Bruders hinweg ist, der vor 16 Jahren bei einem Transporter-Experiment starb. Archer merkt, dass die junge Frau etwas verheimlicht, doch misst er der ganzen Sache keine weitere Bedeutung bei.

Als das erste Experiment mit dem Quantentransporter durchgeführt wird, sind alle Beteiligten hocherfreut, denn erste Ergebnisse zeigen, dass die Transporterreichweite um 40.000 Kilometer erweitert wurde - ein Schritt in die richtige Richtung.
Plötzlich geschehen seltsame Dinge auf dem Schiff. Die Energie fällt teilweise aus und eine seltsame Subraumverzerrung bewegt sich durch das Schiff. Als Malcolm und ein Offizier im Torpedoraum von dieser Erscheinung überrascht werden, kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem der Offizier stirbt.

Das Ereignis wird untersucht, doch kommt man zu keinem schlüssigen Ergebnis - das die Sache etwas mit dem Quantentransporter zu tun hat, hält Erickson für ausgeschlossen.
Trip hat jedoch einige interessante Dinge herausgefunden, die er seinem Captain mitteilt: Die meiste Energie, die Erickson für seinen Quantentransporter umgeleitet hat, wird überhaupt nicht für diesen benötigt - in Wirklichkeit würde dieser Transporter sogar noch weniger verbrauchen, als der Gewöhnliche. Erickson nutzt diese Energie für etwas, soviel steht fest - doch für was, darüber schweigt er sich aus.
Da kommt es zu einem erneuten Zwischenfall mit der Verzerrung, bei T'Pol verletzt wird. Jedoch konnte die Vulkanierin auch einige Sensordaten über das Phänomen sammeln. Mit Hilfe einiger visueller Aufzeichnungen steht bald fest: Diese Verzerrung ist nicht irgendein Naturphänomen, sondern Quinn, der verstorben geglaubter Sohn Ericksons.

Archer stellt den Erfinder zur Rede: Nun gibt er zu, dass der Quantentransporter im Grunde nicht funktioniert und er dieses Gerät gebaut hat, um seinen Sohn wieder ins Leben zurückzuholen, der vor 16 Jahren bei einem Unfall in ein Subraumfeld eingeschlossen wurde und seither durch diese Region des Alls treibt. Erickson gibt auch zu, die Quantentransporterlüge verbreitet zu haben, in der Hoffnung, die Sternenflotte gibt ihm ein Schiff mit entsprechender Technologie, um seinen Sohn zu retten, da sie ihm sonst womöglich die Hilfe verweigert hätte; denn immerhin ist ein solcher Versuch nicht ungefährlich und ein Mann ist schon gestorben.
Nach längeren Debatten stimmt Archer zu, Emory zu helfen und zu versuchen, Quinn zu retten, auch wenn dabei Schiff und Crew in Gefahr geraten.
Obwohl Tucker, T'Pol und andere gegen diesen Befehl sind, führen sie ihn aus und der Transporter wird so rekonfiguriert, dass er Quinn unter Umständen retten könnte.

Als die Verzerrung wieder auftaucht, wird sie per Transporter erfasst. Tatsächlich sieht es so aus, als könne er Quinn retten. Doch als sich der Mann beginnt zu materialisieren, kann Phlox einige Scans durchführen. Quinns Zellen sind sehr stark beschädigt und es ist wahrscheinlich, dass er, falls er materialisiert, nicht überlebt.
Emory will jedoch nicht aufgeben und in einem letzten Kraftakt gelingt es tatsächlich Quinn seine alte Gestalt wiederzugeben. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer. Der Mann sackt zusammen und stirbt kurz darauf in den Armen seines Vaters.

Obwohl Erickson über den Tod seines Sohnes verbittert ist, so ist er doch froh, ihm die quälende Existenz als Verzerrung genommen zu haben.
Danach kehrt Erickson zusammen mit Danica zur Erde zurück, um bei der Sternenflotte die Verantwortung für seine Tat zu übernehmen.
 
Kritik:
Nach Zefram Cochrane ist Emory Erickson nun schon der zweite wichtige Mann im Star Trek-Universum, der eine Technologie erfunden hat, ohne die wir uns die Serie überhaupt nicht vorstellen könnten.
Das wäre ja auch alles schön und gut, nur die Episode hat ein ganz gewaltiges Problem: Sie ist furchtbar langweilig. Der Beginn ist noch recht gut gemacht und ähnlich wie Tucker, freut sich der Zuschauer darauf, diesen wichtigen Erfinder endlich kennenzulernen.
Die herzliche Art, mit der Erickson seinen Mitmenschen am Anfang entgegen tritt ist sehr gut gespielt und man schließt diesen älteren Herren, der sagt was er denkt, sofort ins Herz.

Die Episode verliert jedoch an Schwung, sobald die Subraumverzerrung das erste Mal auftaucht. Obwohl die Szene, in der Malcolm und der Offizier auf das Phänomen treffen, gut ins Bild gesetzt ist und man sich zeitweilig in einen der "Alien"-Filme versetzt fühlt, spürt man den dramaturgischen Absturz der Handlung.
Die darauf folgenden Szenen sind nur eine Aneinanderreihung von vielen ratlosen Gesichtern, die alle nicht wissen, womit sie es hier zu tun haben. Als dann T'Pol letztendlich entdeckt, was, bzw. wer, dieses Phänomen ist, hat die Spannung ihren Tiefstpunkt erreicht. Der Zuschauer ist sich sofort klar darüber, dass Archer Erickson helfen wird - egal ob Protest der Crew, oder nicht; und wer den Episodentitel gelesen hat, weiß auch, wie sie letztendlich ausgehen muss, denn Ikarus starb auch in den Armen seines Vaters, nachdem er mit den Wachsflügeln zu nah an der Sonne geflogen ist.

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass es in dieser Episode zwei oder drei Szenen gibt, in der die Auswirkungen der Vulkanier-Trilogie auf T'Pol erläutert werden, jedoch spielen diese für die restliche Handlung nur eine sehr unwesentliche Rolle und wurden deshalb dort auch nicht erwähnt.
T'Pol scheint nun jedenfalls den Text der Kir'Shara aufmerksam zu studieren und versucht sich fortan wie ein "echter Vulkanier" zu verhalten - natürlich belastet das auch ihre Beziehung zu Trip, der dies aber ohne weiteres zu akzeptieren scheint.

"Daedalus" gehört leider mit zu den Episoden, die man getrost vergessen kann - und das ist eigentlich schade, denn immerhin spielt der Erfinder des Transporters eine Schlüsselrolle.
Dennoch ist die Spannung gleich Null und die Geschichte doch recht vorhersehbar - schade eigentlich, aber so reicht es - mit gutem Willen - nur noch für eine 3- .

Spannung: 1/5 | Erotik: 0/5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 0/5 | Inhalt: 2/5