Beförderungen

Originaltitel: Lower Decks
 
Staffel: 7
 
Note: 3+
 
Kritik von: Benjamin Sommer
 
 
 
 
 

Inhalt:
4 junge Freunde an Bord der Enterprise werden als Offiziere für Beförderungen vorgeschlagen.
Sam Lavelle und die Bajoranerin Sito Jaxa sind Anwärter für die Ops-Position auf der Brücke. Lavelle ist gegenüber Riker geradezu Paranoid und Sito hat mir Ihrer Vergangenheit auf der Akadamie zu kämpfen. Alyssa Ogawa, mehr oder weniger bekannt aus früheren Episoden, muss im Rahmen geheimer Vorfälle gegenüber ihren Freunden stillschweigen bewahren und der junge Vulkanier Taurik arbeitet vulkanisch "übereifrig" im Maschinenraum unter LaForge. Alle werden, ohne es zuerst zu ahnen, in eine geheime Mission der Enterprise verwickelt und müssen bald feststellen, wie wichtig eine Freundschaft trotz der Karriere ist.

Alles beginnt damit, als die Enterprise eine Rettungsboje im cardassianischem Raum registriert und an Bord beamt. Da es sich an Bord der Boje allem Anschein nach um einen Verwundeten handelt, wird er auf die Krankenstation gebracht. Dr. Crusher stellt im Vorfeld gegenüber Schwester Ogawa klar, dass es es sich um eine Geheimsache handelt und sie die Krankenstation verlassen müsse. Vor der Eingangstür trifft sie auf Sito, die für den Wachdienst eingeteilt wurde.
Wenige Sekunden später kommt Captain Picard und fordert nach einem kurzem Abstecher in der Krankenstation Sito dazu auf, ihn zu begleiten.

In seinem Raum muss sich Sito gegenüber ihm rechtfertigen, ob sie den Dienst an Bord des Flakschiffes tatsächlich verdient hätte, nachdem sie an der Akademie während ihres Dienstes beim berühmten Nova-Geschwader mit ihren Kameraden (u.a. Wesley Crusher und ein junger Robert McNeill (T. Paris) damals noch als Nick Locarno unterwegs in "Ein verängnissvolles Manöver") das verbotene Kolvord Manöver ausführte welches zum Tod eines jungen Rekruten führte. Niedergeschlagen von Picards vermeintlicher Voreingenommenheit verlässt sie den Raum und lässt sich auf ein Pokerspiel mit ihren Freunden ein.

In der Zwischenzeit musste Ogawa dem Doctor bei Untersuchungen an "dem Patienten" helfen, der sich als "waschechter" cardassianischer Militärangehöriger entpuppt.
Auch Taurik musste im Vorfeld ein Shuttle zusammen mit Laforge als beschädigt preparieren und Lavelle scheiterte in Zehnvorne daran, mit Riker eine Unterhaltung anzufangen.
Die Pokerpartie wird genial zusammengeschnitten mit einer parallel laufenden Partie zwischen Riker, Crusher, Troi, Laforge und Worf ein paar Decks darüber. Ironischerweise unterhalten diese sich dabei eben auch über die jungen Offiziere und Lavelles Art Kontakt zu Riker zu suchen. Dieser wiederrum muss dank Deanna feststellen das er selbst versucht hat, sich bei den Offizieren bei auf der Potemkin "einzuschleimen". Am nächsten Tag stellt sich Sito während des Trainings mit Worf einer Herausforderung, mit der Worf offensichtlich versucht ihr Selbstbewusstsein aufzubauen, nachdem sie im Zehnvorne gegenüber ihm daran zweifelte die Verantwortung für die Ops übernehmen zu können. Worf gibt zu, dass er sie für die Position vorschlug. Mit gestärktem Selbstvertrauen sucht sie erneut den Captain auf, um ihm klar zu machen, dass sie sich geändert habe und hart an der Akademie kämpfte, um sich von ihrem Ruf zu befreien.

Picard ist allem Anschein nach stolz auf die Bajoranerin, dass sie den Mut fand, in erneut damit zu konfrontieren. Er stellt klar, das er sie für den Posten auf der Enterprise einsetzte, um sicher zu gehen, dass sie trotz des Kolvord-Vorfalls eine Chance in der Flotte erhält.
Sie wird kurz darauf zu einem Treffen eingeladen, in der ihr der Vorschlag gemacht wird, an einer geheimen Mission teilzunehmen. Sie soll, getarnt als bajoranische Gefangene, den Cardassianer, der verdeckt für die Sternenflotte arbeitet, zurück in den cardassianischen Raum zu bringen. Sito akzeptiert.
Sie schafft es, trotz der Zwietracht zwischen ihr und dem Cardassianer mit dem Mann zusammen zu arbeiten. Nachdem jedoch mehrere Stunden nach dem Aufbruch der beiden kein Signal registriert wird, fängt die Enterprise eine Nachricht auf, in der es heisst, dass cardassianische Schiffe eine bajoranische Gefangene bei dem Versuch zu fliehen getötet hätten, auf. Sito hat die Mission nicht überlebt. An Bord der Enterprise wird daraufhin eine Trauerzeremonie abgehalten.
 
Kritik:
Die Episode ist ungewöhnlich, jedoch nicht herausragend innerhalb der, qualitativ sehr hochwertigen, siebten Staffel von TNG.
Was ihr fehlt ist eine gewisse Konsequenz, das eigenwillige Schema der Episode durchzusetzen. Die Story verliert ihre Individualität durch eine ganz normale TNG-Story - eine Mission, ein Ausgang. Was die Folge anfangs so besonders macht, ist der interessante Betrachtungswinkel und die Hauptcharaktere, auf der die Story zunächst aufbaut.

Aus der Sicht von vier aufstrebenden Offizieren, die mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben. Die normale Hauptbesetzung wirkt entfernt, fast unnahbar gegenüber den jungen Leuten. Die angehenden Lieutenants haben ihre Hürden mit den Senior-Offizieren zu meistern. Taurik arbeitet mit gesundem vulkanischen Übereifer im Maschinenraum und merkt Verbesserungen am Warp-Antrieb an und denkt immer einen Schritt weiter als der Chefingenieur.
LaForge hat mit dem Jungen Vulkanier also seine Schwierigkeiten. Lavelle versucht sich an Riker anzunähern, um dessen vermeindliche Missgunst gegenüber Lavelle auszutreiben. Sito zweifelt, ob sie als Mitglied der Sicherheitsabteilung geeignet für die OPS ist.
Es ist interessant und mitunter komisch zu beobachten wie die unterschiedlichen Charaktere interagieren. Lavelle, zum Beispiel, geht davon aus, Riker sei ein spiesiger Führungsoffizier mit überdimensionalem Pflichtbewusstsein, der förmlich in seiner Uniform schläft.

Der unumstritten beste Teil der Folge ist die Pokerszene. Genial geschnitten und eine sehr gute Kameraführung, lassen die Pokerpartieen der Jungen und der Alten geschickt zusammengewürfeln - und plötzlich stellen alle Beteiligten unabhängig voneinander fest, dass sie sich gar nicht so unähnlich sind.
Die Episode verliert sich dann leider in eine simple Geheimmission. Alle werden mehr schlecht als recht darin verwickelt. Am Ende führt es dazu, dass Sito, erst vom Captain (einem "Ekel-Picard" :) - trotzdem hätte man auch hier noch ein bischen mehr im Kontext der Episode raushohlen können) runtergeputzt wird, nur um wenig später, dann wieder aufgebaut, einen geheimen Auftrag annimmt, den cardassianischen Spion der Sternenflotte zu re-infiltrieren.

Warum Sito dabei ums Leben kommen muss, bleibt ebenso ein Geheimniss, wie die Frage, warum die Autoren nicht das ganze Potenzial des Scriptes ausgenutzt haben, um eine wirklich herausragende Epsiode innerhalb einer herausragenden Season zu produzieren.
"Lower Decks" bleibt, trotz des ausgezeichneten Ansatzpunktes und der guten Besetzung, leider nur im oberen Mittelfeld der Episodenbewertung zurück.

Spannung: 1/5 | Erotik: /5 | Anspruch: 2/5 | Humor: 1/5 | Inhalt: 3/5